Heimatgemeinschaft unterwegs : Spannende Geschichten rund um Gut Ludwigsburg

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Heimatgemeinschaft Eckernförde besucht das mittelalterliche Herrenhaus

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04. Mai 2015, 06:24 Uhr

Waabs | Die Exkursionen der Heimatgemeinschaft sind beliebt. Rund 80 Teilnehmer begaben sich am Sonnabend mit Kurt Jürgen Carl auf Entdeckungstour durch das repräsentative Herrenhaus Gut Ludwigsburg. Als Wasserburg im Mittelalter entstanden hat das Herrenhaus eine lange Geschichte der Umwandlungen und Besitzer durchlaufen. Gebäude können viel erzählen und so wurde die Begehung zu einem Erlebnis der Zeitepochen.

Im 14. Jahrhundert errichtete die alteingesessene Familie Sehestedt die kleine Wasserburg und führten einen Wirtschaftshof Kohoeved (dänisch Kuhhof). 1564 geriet Kohoeved durch einen Erbfall an die Familie Rantzau. Die Besitzverhältnisse änderten sich mehrfach. Schließlich erwarb der königliche Statthalter Friedrich Ludwig von Dehn das Gut und gab dem Besitz nun den Namen Ludwigsburg. 1740 errichtete er das heutige Herrenhaus. Durch Erbgänge ging Ludwigsburg später an die Familie Ahlefeldt, die bis 1950, den Besitz hielt. 1950 erwarb Familie Carl den Besitz, die vorher Domänenpächter in Katlenburg/Hannover waren. Bis 1977 hatte Mathilde von Ahlefeld noch Wohnrecht auf Gut Ludwigsburg und verstand es bis zu ihrem Tod das Leben im Herrenhaus zu bestimmen.

Spannend und mit viel Gefühl berichtete Kurt Jürgen Carl aus der Geschichte rund um das Leben auf dem Gut: „Es gab keine bessere Rutsche in der Gegend als unser Geländer im Treppenhaus, praktischer Weise endete der lange Rutsch oft im Wäschekorb von Frau von Ahlefeldt, der immer am Absatz stand“.

Selbst „Geist Ludwig“ war allgegenwärtig und wurde aus den Erzählungen nicht ausgespart. Den Gästen offenbarte sich ein tiefer Einblick in die Räume, vom imposanten Goldenen Saal und dessen Vorraum, der mit einer Panellmalerei auf Tapete beeindruckte, bis hin zur einmaligen „Bunten Kammer“.

Friedrich Christian von Kielmannseck, Gutsbesitzer von 1672 bis 1690, wählte 174 Miniaturgemälde aus, jedes Bild ist einem Motto zugeordnet und mit Sinnsprüchen in verschiedenen Sprachen unterlegt. Heute sind in der Bunten Kammer noch 145 erhalten und gelten als einmalig in der Welt. Gerne werden hier Trauungen vollzogen, denn passend dazu gibt es viele Sinnsprüche, wie: Omnia Vincit Amor (Liebe besiegt alles).

Im Gewölbekeller endete der Rundgang durch das Anwesen. Kurt Jürgen Carl machte den Besuchern deutlich, dass sehr viel Liebe zu solch einem Objekt gehöre, denn das pflegen und hegen der alten Gemäuer ist mehr als eine Lebensaufgabe, nicht nur der kostenaufwendige Aspekt gehöre dazu, denn auch die landwirtschaftliche Nutzung muss gewährleistet sein. Lobende Worte und viel Applaus für die Führung zeigten, dass Carl den Nerv der Besucher getroffen hatte. Im gemütlichen Hofcafe wurden bei Kaffee und Kuchen die Eindrücke ausgetauscht.

>www.gut-ludwigsburg.de






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