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Geschichte : Spannende Geschichte auf Schritt und Tritt

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heimatgemeinschaft gibt Broschüre mit neun Rad- und Wandertouren zur Erkundung der Noorregion heraus

von
erstellt am 27.Mai.2016 | 06:33 Uhr

Eckernförde | Seit 2012 bereitet die Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte der Heimatgemeinschaft Eckernförde systematisch das erdgeschichtlich, geologisch und archäologisch interessante Windebyer Noor mit dem dazugehörigen Umfeld auf. Dabei arbeiten Jutta Fenske, Dr. Norbert Biermann, Klaus Vaupel (der der AG allerdings nicht mehr angehört) und der Leiter Joachim Sebastian unter anderem mit dem Archäologischen Landesamt auf Schloss Gottorf, wie auch mit der Christian-Albrechts-Universität zusammen und greifen bei ihren Recherchen und Projekten auch auf den Fundus heimischer Hobbyforscher wie des einstigen Jungmannschullehrers Hans Jockisch zurück, der mit Unterstützung seiner Schüler eine erstaunliche Sammlung zusammengetragen hat. Und daraus entstehen im Verbund mit der Wissenschaft, Sponsoren wie Bingo und der Stadt Eckernförde sowie dem Marketing durch die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) Projekte, Aktionen und Broschüren, die Einheimischen wie Gästen die besonderen Reize des Windebyer Noores nahebringen sollen.

Druckfrisch liegt jetzt die kostenfreie Broschüre „Landschaft und Kultur Windebyer Noor – 9 Rad- und Wandertouren“ im Din-à-5-Format vor, die in den Tourist-Infos in der Kieler Straße und am Exer zu haben ist. Mit diesem kleinen Touren-Führer möchten die Herausgeber Einheimische wie Urlauber durch die Landschaft rund ums Windebyer Noor leiten und dabei auf die vielen geologischen Besonderheiten und archäologischen Denkmale aufmerksam machen. Neun Touren zwischen 8 und 34 Kilometern Länge hat die Arbeitsgemeinschaft ausgesucht – sechs Fahrrad- und drei Wandertouren, die alle auf jeweils einer Doppelseite beschrieben sind, wobei besondere Wegmarken gekennzeichnet sind: eine Seite Text und grafisch gut aufgemachte Information, eine Seite kartierte Wegführung mit hervorgehobenen, besonderen Sehenswürdigkeiten. Die kleinen Doppelseiten sind für alle Interessierten eine gute Gelegenheit, die nähere Umgebung vielleicht noch etwas besser kennenzulernen. „Die Routen werden dadurch erlebbar“, sagt ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann. Die Broschüre könne bequem bei Wanderungen und Radtouren mitgenommen werden. Bei den Touren geht es um Zeugen der Eiszeit, Großsteingräber der Jungsteinzeit, Grabhügel der Bronzezeit, Fundorte der eisenzeitlichen Moorleichen, den frühmittelalterlichen Osterwall, 5000 Jahre Geschichte, Gut Windeby und seine Meierhöfe, das umweltfreundliches Eckernförde bis zur Zeitreise rund ums Noor.

Begonnen hat alles mit der Erforschung der riesigen Muschelhaufen. Sie haben eine Größe von 15 bis 275 Kubikmetern und sind rund ums Noor zu finden – meist in Verbindung mit von Holzkohle geschwärzter Erde. Erst waren nur drei bekannt, sagt der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Norbert Biermann, nach Recherchen in den Aufzeichnungen von Hans Jockisch wurden daraus 30 Muschelhaufen, die auf eine frühe Besiedlung rund 1000 v. Chr. schließen lassen. Das heutige Noor war damals noch kein eigenes Gewässer und Endpunkt der Bucht, auch Eckernförde gab es noch nicht. „Die Muschelhaufen sind ein archäologisches Alleinstellungsmerkmal“, sagt Biermann. Von herausragendem Interesse seien auch die rund 60 Moorleichen im Altkreis Eckernförde, von denen nur noch sechs erhalten sind.

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