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Ortsgestaltung : Spagat zwischen Tradition und Moderne

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Stadtplaner stellen Mitgliedern des Bauausschusses Entwurf zur neuen Ortsgestaltungssatzung vor / Debatte im April

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Eckernförde | Zukünftig soll weniger geregelt werden. Das ist die Leitidee des Entwurfs der neuen Ortsgestaltungssatzung für die Innenstadt, die am Donnerstagabend in einer Sondersitzung des Bauausschusses vorgestellt wurde. Ein wichtiger Termin für die Politik, bekamen die Mitglieder des Bauausschusses hier doch einen ersten Eindruck davon, wie die Innenstadt zukünftig gestaltet werden könnte. „Das ist nur eine Vorstellung des Entwurfes“, stellte Ausschussvorsitzender Matthias Huber (Bürger-Forum) wiederholt klar. Um eine inhaltliche Diskussion unter den Mitgliedern ginge es dabei nicht.

Im Juni 2011 wurde die Neufassung der Satzung von der Ratsversammlung in Auftrag gegeben. Grund für die Überarbeitung ist die Einbeziehung der Kieler Straße, des Rathausmarktes und des Gänsemarktes in den Geltungsbereich sowie diverser Neubauten in der Innenstadt.

Seither hat sich das Hamburger Planungsbüro Architektur + Stadtplanung zusammen mit dem Planungsbüro Zastrow + Zastrow aus Kiel mit der Erarbeitung eines neuen Satzungsentwurfs beschäftigt. 2013 wurden dem Bauausschuss bereits die Ergebnisse einer Stadtbildanalyse präsentiert. Darauf folgten 2014 drei Konzeptwerkstätten, in denen Vertreter aus Einzelhandel, Politik, Verwaltung und Stadtplanung über eine mögliche Gestaltung der Altstadt diskutierten. Die Vorstellung durch die Stadtplaner ist nun ein letzter Schritt, ehe der Entwurf an die Fraktionen geht und im April der Bauausschuss zusammenkommt, um damit in das Beteiligungsverfahren zu gehen.

„Das Schöne und Faszinierende im Ortsbild Eckernfördes ist der Kontrast in den Fassaden“, machte Luis Gomes Martinho vom Hamburger Planungsbüro eingangs deutlich und räumte gleichzeitig ein: „Es darf aber nicht nur um das Bewahren gehen, sondern es muss auch eine Weiterentwicklung geben.“ Wohnen und Leben in Innenstädten sei immer begehrter, das sei auch in Eckernförde zu beobachten. „Wir sind der Auffassung, dass in der alten Satzung viele Details verankert waren. Unser Ziel war es jetzt, weniger, dafür aber restriktiver zu regeln“, betonte Gomes Martinho.

Eine wesentliche Neuerung betrifft den Geltungsbereich der Satzung. Bereits 2013 machte Gomes Martinho in einer Bauausschusssitzung deutlich, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass die Kieler Straße bisher nicht berücksichtigt wurde. Dementsprechend soll der Geltungsbereich künftig vom Hafen bis zur südlichen Kieler Straße und vom östlichen Jungfernstieg bis zur Reeperbahn reichen. Geht es nach den Stadtplanern, wird die Gaethjestraße ausgeschlossen. „Das heißt jedoch nicht, dass die Straße nicht schützenswert ist“, erklärte Gomes Martinho auf Nachfrage von Katharina Heldt (CDU). Hier gebe es jedoch bereits eine Trennung durch den Innenhafen. Die kleinteilige Parzellenstruktur– etwa in der Gudewerdtstraße – berücksichtigten die Planer als „wesentliches Merkmal der Innenstadt“, so Gomes Martinho weiter. Sie solle daher auch in Zukunft in der Gestaltungssatzung verankert sein. So muss die Parzellenstruktur auch bei der Bebauung mehrerer Grundstücke etwa durch eine unterschiedliche Farb- und Materialwahl erkennbar bleiben, heißt es in dem Entwurf.

Bedenken zu der neuen Satzung äußerte derweil der Wirtschaftskreis im Rahmen der Konzeptwerkstätten im vergangenen Jahr. Insbesondere die Regelungen für aus der Fassade herausragende Balkone und Platten sowie Schaufenster und Werbeanlagen betreffen die Einzelhandelsgeschäfte der Innenstadt. Geht es nach den Stadtplanern, dürften Schaufenster insgesamt nicht mehr als 75 Prozent einer Wandfläche im Erdgeschoss ausmachen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Fassade durch die Fenster aufgerissen wird. Auch die Anzahl der Werbeanlagen würde dann reglementiert werden: Nur eine parallel und eine senkrecht zur Fassade angebrachte Werbeanlage wäre gemäß des Entwurfes zulässig. Bisher war die Anzahl der Werbeanlagen nicht festgeschrieben.

Die Gestaltungssatzung gilt nicht, wenn es für festgelegte Gebiete Bebauungspläne gibt. Sofern das Ortsbild der Innenstadt, wie geplant, nur durch die Gestaltungssatzung geregelt werden würde, müssten Ortsmerkmale aus den B-Plänen gestrichen werden und die Pläne langfristig überarbeitet werden. „Da kommt viel Arbeit auf den Bauausschuss zu“, schloss Gomes Martinho seine Präsentation ab. Der neue Entwurf wird bei der nächsten Sitzung des Bauausschusses im April Gegenstand der Diskussion sein. Welche Für Bürger ist der Entwurf auf der Internetseite der Stadt einsehbar.

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