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Interview : Spagat zwischen Tradition und Moderne

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Frauke Thode, neue Vorsitzende der Landfrauen Hüttener Berge, sieht in dem Verein viel Potenzial für jüngere Mitglieder

von
erstellt am 13.Apr.2016 | 06:33 Uhr

Ascheffel | Vor rund zwei Monaten wurde Frauke Thode zur neuen Vorsitzenden des Landfrauenvereins Hüttener Berge gewählt. Seit 2009 gehört die 54 Jahre alte Groß Wittenseerin dem Verein an. Im Interview mit EZ-Redakteur Achim Messerschmidt spricht sie über ihr neues Ehrenamt und die Ziele des Vereins.

Frau Thode, jetzt mal ehrlich, sind Landfrauen überhaupt noch zeitgemäß?

Ja, logisch. Die Landfrauen kommen aus den verschiedensten Berufen. Da ist die Ärztin, Blumenhändlerin, Cafebetreiberin, Hebamme, Raumausstatterin aber auch die Bäuerin. Die Landfrauen stehen für die drei „A“: Aktiv – Aufgeschlossen – Ambitioniert. Wir schaffen den Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen Kochen und Computer, zwischen Jeans und Tracht. Die Landfrauen sind modern, offen für Neues und vielseitig interessiert, aber auch engagiert, um Kulturgut und traditionelle Kompetenzen zu vermitteln und nachhaltig zu bewahren.

Seit wann und warum engagieren Sie sich für die Landfrauen?

Durch Zufall las ich im Bauernblatt von dem Projekt Ernährungsführerschein. Da ich von Beruf Hauswirtschaftsmeisterin bin, wollte ich mal was Neues ausprobieren. Um an diesem Lehrgang teilzunehmen, musste ich im Landfrauenverein aktiv sein. Also schloss ich mich dem Landfrauenverein Hüttener Berge an. In der Zwischenzeit machte ich noch das Projekt „Gartenkinder“, sowie 2014 ein weiteres Ernährungsprojekt für die fünften und sechsten Klassen. Aber auch als Botschafterin für heimischen Produkte bin ich auf der Norla oder in Berlin auf der Grünen Woche tätig. All diese Tätigkeiten sind eng miteinander vernetzt. Sie geben mir Anerkennung und viel zurück, beispielsweise die vielen glücklichen Kinder im Anschluss der Projekte. Das sind Alltagskompetenzen, die ich den Kindern vermitteln will.

Wie sprechen Sie jüngere Frauen an, um sie für den Verein zu gewinnen ?

Durch persönliche Ansprache im Freundeskreis, aber auch im Fitnesscenter oder in der Tanzgruppe. Ich verteile Flyer, auf denen unsere Angebote und Themen aufgelistet sind, so wie die Ernährungsausbildung, kreatives Gestalten, berufliche Bildung. Wir machen die Menschen fit am Computer. Sie lernen, ihre eigene Webseite zu gestalten und soziale Medien zu nutzen. Auch Persönlichkeitsbildung – was Frauen stark macht – gehört dazu. Weitere Themen sind Gedächtnistraining, Bildungs- und Kulturreisen, Kino- und Theaterbesuche. Wir bieten eine Schnuppermitgliedschaft für ein Jahr an.

Was ist die Ursache für die Nachwuchsprobleme?

Das ist ein allgemeines Problem in der Gesellschaft. Das Ehrenamt hat es überall schwer, egal ob im Sportverein, DRK oder Schützenverein. Ich bin ganz zuversichtlich, mit einem guten Mix aus Informationen und Geselligkeit gegensteuern zu können.

Welche Pläne haben Sie und ihre Vorstandskolleginnen?

Das Programm wird inhaltlich so weiter laufen. Aber es sind kleine Veränderungen in Form einer Nachmittagsveranstaltung oder ein größeres Projektes mit befreundeten Vereinen in Planung. Beim „Lauf ins Leben“ in Eckernförde sind wir dabei, auch unsere Walking-Gruppe soll wieder aktiv werden.

Welche positiven Auswirkungen hat Ihre ehrenamtliche Tätigkeit auf Ihr eigenes Leben ?

Ich denke nur an die vielen schönen Momente und Zusammenkünfte der unterschiedlichsten Landfrauen. Sei es auf dem Messestand in Berlin auf der Grünen Woche, bei dem Boys Day mit Jan Malte Andresen und bei den Seminare auf Landes- und Bundesebene. Es gibt ein großes Netzwerk und viele Kontakte in Schleswig-Holstein und ganz Deutschland. Ich bin einfach stolz, Landfrau zu sein. Mein Leben ist durch diese Arbeit explodiert, und ich bin einfach dankbar, eine von rund 30  000 Landsfrauen in Schleswig-Holstein zu sein.

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