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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 14:34 Uhr

Soziales Klima und Sonntagsruhe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 04.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Ein Sportverein ist etwas für Aktive. Sich bewegen, seinen Körper in Wallung bringen, wie aus dem Lehrbuch kicken oder werfen, gemeinsam siegen oder verlieren, den Teamgeist spüren, das Vereinsleben bereichern, neue Freunde finden – all das spricht für eine Mitgliedschaft im Sportverein. Glücklicherweise ist der Jubiläums-EMTV nach wie vor angesagt bei den Eckernfördern: Zehn Prozent der Einwohner fühlen sich dem Eckernförder Männer-Turnverein von 1864 verbunden. Darunter selbstverständlich auch viele Frauen, die sich in keiner Weise vom Vereinsnamen diskriminiert fühlen, weil sie die Clubhistorie kennen und wissen, dass Emanzipation nicht darauf zu reduzieren ist, männermeuchelnd und inhaltsleer über tradierte Namensgebungen herzufallen.

100 Übungsleiter kümmern sich beim EMTV um die Verankerung des gesundheitsfördernden Breitensports in der Bevölkerung. Sie trainieren, stellen Mannschaften zusammen und kümmern sich oft genug auch um persönliche Sorgen ihrer Schützlinge, sprechen neuen Mut zu, spannen ein soziales Netzwerk, das schon so Manchen vor Schlimmerem bewahrt hat. Die Stadt tut gut daran, die Sportvereine zu fördern und die Sportanlagen zu pflegen, weil dadurch das soziale Klima der Stadt positiv beeinflusst wird. Ob jung oder alt, arm oder reich, gesund oder gebrechlich – Sport überwindet Grenzen und Barrieren und fördert das Miteinander. Ein Verein wie der EMTV mit seinen 2280 Mitgliedern spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Nicht minder engagiert geht es auch in den anderen Sportvereinen in Stadt und Land zu, die irgendwann auch einmal besonders im Blickpunkt stehen. Spätestens dann, wenn sie ein Jubiläum feiern.

Morgen sind die Läden in der Innenstadt noch einmal von 11 bis 17 Uhr geöffnet. In den nächsten neun Wochen ist dann erstmal Sendepause, die neue Bäderverordnung hat dem Sonntagsverkauf spürbar engere Grenzen gesetzt. Das Verkaufsverbot gilt vom 9. Januar bis 14. März sowie vom 1. November bis 16. Dezember, außerdem dürfen die Läden in der übrigen Zeit nur noch sechs statt bisher acht Stunden öffnen. Noch schlimmer hat es die in Eckernförde ansässigen Bau- und Elektromärkte getroffen: Sie müssen nicht nur in dieser Zeit auf lukrative Sonntagsumsätze verzichten, für sie gilt ein generelles Sonntagsverkaufsverbot.

Der zwischen Regierung, Kirche und Handel erzielte Kompromiss mag für das Gros akzeptabel sein. Betriebe wie die auch touristisch bedeutsame Bonbonkocherei aber, die gerade am Sonntag viele Naschkatzen und Ausflügler nach Eckernförde lockt, fehlt eine wichtige Einnahmequelle. Da kommt womöglich ein Problem auf die Stadt und den Gesetzgeber zu.

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