Schiefkoppel Süd : Sozialer Wohnungsbau, so gut es geht

Die bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Schiefkoppel im Norden (hinten) und Domsland im Süden (vorn) soll als „Schiefkoppel Süd“ bebaut werden.
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Die bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Schiefkoppel im Norden (hinten) und Domsland im Süden (vorn) soll als „Schiefkoppel Süd“ bebaut werden.

Zwar können 25 Prozent geförderter Wohnraum im Wohngebiet Schiefkoppel Süd umgesetzt werden, aber nicht über die Fläche verteilt.

shz.de von
14. Juni 2018, 05:52 Uhr

Eckernförde | Es ist das letzte noch verfügbare zusammenhängende Baugebiet Eckernfördes: eine bislang landwirtschaftlich genutzte etwa 16 Hektar große Fläche zwischen Domsland, Diestelkamp und Schiefkoppel I. Hier soll das Wohngebiet „Schiefkoppel Süd“ mit bis zu 150 Wohneinheiten entstehen, wobei der Schwerpunkt auf Ein- bis Zweifamilienhäusern liegt. Gemäß dem Wohnraumversorgungskonzept der Stadt sollen 25 Prozent der Wohnfläche sozial gefördert sein. Eigentümer des Baulandes ist die Landgesellschaft Schleswig-Holstein (LGSH). Einen Zwischenstand über das Bauleitverfahren gab im jüngsten Bauausschuss unter der Leitung von Thorsten Peuster (SSW) der Planer Thomas Struckmeyer vom Ingenieurbüro IPP in Kiel.

Grundsätzlich sollen Ferienwohnungen ausgeschlossen werden, mit dem Auto wird man nur über die Schiefkoppel in das Gebiet kommen. Zu den angrenzenden Wohngebieten wird es jedoch fuß- und radläufige Anbindungen geben, eine Busanbindung soll ans Domsland erfolgen.

Das Gebiet soll in mehrere Nachbarschaften für insgesamt 90 bis 100 Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser eingeteilt werden. Die übrigen Wohneinheiten sollen in Mehrfamilien- und sogenannten Punkthäusern entstehen. Bei letzteren ordnen sich die Nutzräume um ein innenliegendes Treppenhaus an.

Und genau hier setzte Rainer Beuthel (Die Linke) seine Kritik an: Die Ratsversammlung hatte am 5. Februar beschlossen, dass 25 Prozent der Wohnfläche und nicht der Wohneinheiten sozial gefördert werden sollten. Und dieser soziale Wohnraum sollte sich nach Möglichkeit über das gesamte Gebiet verteilen und nicht auf einige Häuser konzentrieren. Das, so die Projektleiterin Bettina Hansen von der Landgesellschaft Schleswig-Holstein, sei nicht möglich. „Eine Förderung gibt es nicht bei Einzel- oder Doppelhäusern, sondern nur bei Mietgeschosswohnungsbau.“

Zwei Alternativen wurden genannt, um die Fläche des sozialen Wohnungsbaus zu erhöhen: Entweder müssten laut Thorsten Peuster mehr Geschosswohnungen gebaut werden, oder – so Jörg Sibbel – man müsse den Geschossbau komplett sozial fördern. „Aber das macht keine Wohnungsgesellschaft.“ Planer Thomas Struckmeyer beruhigte: „Wir sind schon bei fast 25 Prozent der Fläche für sozialen Wohnungsbau. Man kann sie aber nicht auf das ganze Gebiet verteilen.“ Der Bürgermeister schlug vor, mit den Wohnungsgesellschaften, die sich für die Baugrundstücke bewerben, über eine Erhöhung der geförderten Fläche auf mehr als 25 Prozent zu reden. „Aber das geht zu weit für eine frühzeitige Beteiligung.“

Und genau an diesem Punkt steht die Bauleitplanung zurzeit. Jetzt geht es darum, die Öffentlichkeit sowie Behörden frühzeitig an der Planung zu beteiligen. Die Ausschussmitglieder stimmten geschlossen zu, nur Rainer Beuthel (Die Linke) und Rainer Bosse (SSW) enthielten sich.

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