125 Jahre Feuerwehr Waabs : Sozialer Motor der Gemeinde

Der stellvertretende Wehrführer Boris Barg, Wehrführer Nis Juhl und Dr. Ralf Kirchhoff (v.l.) freuen sich über die Ehrenurkunde.
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Der stellvertretende Wehrführer Boris Barg, Wehrführer Nis Juhl und Dr. Ralf Kirchhoff (v.l.) freuen sich über die Ehrenurkunde.

Freiwillige Feuerwehr Waabs begeht 125-jähriges Bestehen mit Festkommers und Rallye / Ehrenkreuz in Silber für den Wehrführer

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11. Mai 2015, 06:00 Uhr

Waabs | „Hier ist die Feuerwehrwelt noch in Ordnung“, lobte Dr. Ralf Kirchhoff, der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands am Freitagabend Wehrführer Nis Juhl und seine Kameraden, die sich anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr im eigens dafür errichteten Festzelt am Feuerwehrgerätehaus versammelt hatten. Der stimmungsvolle Abend mit musikalischer Unterstützung durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Owschlag mit zahlreichen Besuchern aus Wehr, Bürgern, Vereinen und Politik stellte den Auftakt zu dreitägigen Feierlichkeiten dar, die Nis Juhl und seine Kameraden mit viel Engagement und in Eigenregie auf die Beine gestellt hatten.

Bürgermeister Udo Steinacker lobte den hohen persönlichen Einsatz der Feuerwehrleute. Die Wehr sei ein wichtiger sozialer Motor innerhalb der Gemeinde und helfe unter anderem dabei, neue Mitbürger zu integrieren, erklärte er. „Wir müssen diese besondere Leistung unbedingt wahrnehmen und einen Rückhalt für die Einsatzkräfte und ihre Familien schaffen“, betonte der Bürgermeister in seiner Festtagsrede. Auch Pastorin Peggy Kersten lobte die gute Kameradschaft innerhalb der Wehr und ihre Verdienste um die Menschen im Ort. „Aber auch Helfer brauchen manchmal Hilfe“, sagte sie und erklärte sich bereit, auf Nachfrage persönlich zur Nachsorge bei schwierigen Einsätzen zu Verfügung zu stehen. Neben Vertretern des Reitervereins Waabs-Langholz, des Sportvereins und des DRK Ortsvereins kam auch Kreispräsident Lutz Clefsen zum feierlichen Kommers und stellte wiederholt die besonderen Verdienste der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Waabs in den Vordergrund. Das Wichtigste in einer funktionierenden Wehr sei nicht die technische Ausstattung, sondern viel mehr die Kameradschaft, sagte er. Und um die sei es in Waabs seit 1890 schon immer gut bestellt gewesen, so der Kreispräsident.

Nis Juhl, der im Laufe des Abends im Namen der Wehr verschiedene Auszeichnungen, darunter auch eine Ehrenurkunde vom Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein und eine Ehrengabe in Glockenform vom Kreis Rendsburg-Eckernförde, in Empfang nehmen durfte, zeigte sich gerührt, als ihm Amtswehrführer Jens Reinhold das Ehrenkreuz in Silber am Bande für seine persönlichen Verdienste rund um die Freiwillige Feuerwehr Waabs verlieh. Man habe sich im voraus viele Gedanken um diesen wichtigen Jubiläumstag gemacht, so der Wehrführer, der sich schon seit 17 Jahren intensiv für die Wehr engagiert. Trotz steigender Einsatzzahlen und immer strengeren Sicherheitsvorschriften mit entsprechender Kostensteigerung habe es die Wehr in guter Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung geschafft, sich in der Vergangenheit gegen alle Herausforderungen zu behaupten, so Nis Juhl. Besonderes Augenmerk legte er in seiner umfangreichen Rede auf den Nachwuchs. „Es ist wichtig, dass wir auch immer wieder in die Jugendfeuerwehr investieren, denn ihre Mitglieder sollen uns irgendwann ersetzen“, betonte er und wies darauf hin, dass drei Mitglieder des Vorstands bereits aus der Jugendfeuerwehr in die Freiwillige Feuerwehr Waabs gekommen seien. Die Jugendfeuerwehr sei eine tolle Gelegenheit, mit Freunden etwas Gutes zu tun und Spaß zu haben, bestätigte auch die 15-jährige Lena Gollan, die schon seit fünf Jahren Mitglied ist.

Im deutlichen Kontrast zum offiziellen Charakter des Kommers fand am folgenden Tag eine abenteuerliche Rallye durch Waabs und das Umland statt, zu der neun befreundete Wehren mit ihren Abordnungen in den Ort kamen und sich an acht Stationen einen freundschaftlichen und dennoch leidenschaftlichen Kampf um den Gesamtsieg lieferten. Bei Disziplinen wie Fußballgolf oder Schläuche rollen wurde den Einsatzkräften oftmals ein hohes Maß an Ausdauer, Geschicklichkeit und Teamarbeit abverlangt. Am Ende des mehrstündigen Spektakels konnte die Wehr aus Söby den Wettkampf mit deutlichem Vorsprung für sich entscheiden. Über den zweiten und dritten Platz durften sich die Wehren aus Rieseby und Karby freuen. Im Anschluss konnte sich dann mit einer Grillwurst für den kommenden Abend gestärkt werden, an dem DJ Helly Helly im liebevoll dekorierten Festzelt bis 6 Uhr morgens für gute Stimmung sorgte. Einen harmonischen Abschluss bildete der Sonntagsgottesdienst von Pastorin Peggy Kersten, die das Jubiläum thematisch in ihre Predigt integrierte.


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