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MÖGLICHKEIT FÜR FLÜCHTLINGE : Sozialer Dienst erleichtert Start in den Beruf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kompass 98 sucht Freiwillige für die Unterstützung von Menschen mit psychischer Erkrankung. Die Einrichtung bietet Flüchtlingen ein Jahr Bundesfreiwilligendienst an.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2016 | 05:16 Uhr

Eckernförde | Andisheh ist Elektroingenieurin. Die 33-Jährige ist aus dem Iran geflüchtet und seit acht Monaten in Deutschland. „Ich möchte sehr gern arbeiten“, sagt Andisheh. Bislang sieht sie für sich keine Perspektive. Flüchtlingen eine Perspektive zu vermitteln und sie bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen ist die Aufgabe von Sabine Bleyer, Beraterin für Flüchtlinge beim Verein für Umwelt, Technik und Soziales (UTS). Gemeinsam mit Marita Kahn, Werkstattleiterin der Einrichtung Kompass 98, informierte sie am Montagnachmittag 60 Flüchtlinge, Schüler der DaZ-Klasse der Berufsschule und Teilnehmer von Integrationskursen, über die Möglichkeiten einer Beschäftigung im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes (Bufti) bei Kompass 98. „Ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst macht sich gut im Lebenslauf“, erklärte Bleyer den Flüchtlingen. Ein Bufti-Jahr bringe auch für Flüchtlinge Vorteile: Eine feste Tagesstruktur, eine Aufgabe und ein Zertifikat für den Lebenslauf sprechen für sich. „Und Sie nehmen an einem Sprachkurs teil und haben die Möglichkeit, in einem festen Umfeld täglich ihre Sprachkenntnisse zu verbessern“, sagte die Werkstattleiterin Kahn.

Dass ungewohnte Wege zum Ziel führen können, bewies Ramez Sarwary. Der 25-jährige Jurist war in seinem Heimatland Aserbaidschan als Staatsanwalt tätig. Zurzeit absolviert er in Rendsburg ein Freiwilliges Soziales Jahr beim UTS im Bereich Kultur. Er erhalte Einblicke in die deutsche Kultur und verbessere deutlich seine deutschen Sprachkenntnisse, so der Jurist. Und die seien notwendig, um die Deutschprüfung zu bestehen, die wiederum die Voraussetzung für ein Studium in Deutschland sei. Nicht zu vergessen sei der emotionale Grund: „Ich habe etwas zu tun“.

Die Idee, auch Flüchtlinge für die Arbeit als Bufti zu gewinnen, hatte Marita Kahn schon etwas länger. „Seit Wegfall der Zivildienstleistenden ist es für uns etwas schwieriger geworden, Freiwillige zu finden. Wir suchen Personen, die Menschen mit psychischer Erkrankung, die bei uns arbeiten, unterstützen“, erklärte Kahn. Kompass 98 ist eine Einrichtung des Diakonie-Hilfswerks Schleswig-Holstein. Zwei Bufti-Stellen sind bei Kompass 98 zu besetzen.

Wie Andisheh möchte auch Fatemeh so schnell wie möglich arbeiten. Die 41-jährige Iranerin hat Kunst studiert. Beide Frauen beklagen den ihrer Meinung nach schleppenden Sprachkurs – sie würden gern viel schneller lernen. Zyab (34) und Ahmad (28) kommen aus Syrien. Zyab ist Ingenieur der Telekommunikation, Ahmad ist Videojournalist. Auch sie möchten so schnell wie möglich arbeiten.

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