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Osterbyerin mit besonderer Geschäftsidee : Sorgenfreie Tage mit dem Roten Rubin

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Maxie Matthiessen (30) aus Osterby ist mit ihrer Firma Makit und dem Vertrieb des Ruby Cups in Berlin und Nairobi erfolgreich.

Vor drei Jahren hat die Osterbyerin Maxie Matthiessen gemeinsam mit ihren damaligen Kommilitoninnen, Veronica D’Souza und Julie Weigaard Kjaer, die Firma Makit gegründet (wir berichteten). Damals studierten sie noch an der Copenhagen Business School. „Ruby Cup“ heißt das Produkt, das die drei jungen Frauen für Frauen in aller Welt vertreiben. Der Ruby Cup ist ein Trichter aus medizinischem Silikon, den Frauen als Ersatz für Tampons oder Binden während der Menstruation verwenden können. „In vielen armen Regionen können sich Frauen und Mädchen keine Binden oder Tampons leisten, aus Scham bleiben sie der Schule fern oder gehen nicht zur Arbeit“, sagte die 30-jährige Maxie Matthiessen. Sie würden dadurch etwa 20 Prozent der Schulzeit verpassen. Das mache es schier unmöglich, dem Unterrichtsstoff zu folgen, weshalb viele die Schule abbrechen. Oftmals würden sich die Mädchen auch mit anderen – wenig hygienischen – Materialien aushelfen. Der Vorteil der so genannten Menstruationstasse: Dadurch, dass sie ausgewaschen, sterilisiert und wieder eingesetzt werden kann, ist sie langlebig und hält bis zu zehn Jahre. Rund 12.000 Tampons benutzt eine Frau in ihrem Leben. Eine Menstruationstasse sei also eine nachhaltige Alternative, da sie keinen Müll produziert und keine Bleichmittel oder Parfüme enthält. Schon seit den 1930er Jahren gibt es diese Tassen, sie konnten sich aber nicht durchsetzen. Die drei Studentinnen verbesserten Material und Design und mit einem Startkapital der schwedischen Regierung brachten sie 2011 in Kenia den Ruby Cup wieder auf den Markt. Die Ruby Cups sind in cremefarbenen Säckchen mit rosa Schleife und einem Rubin als Logo verpackt, um das Thema Menstruation zu enttabuisieren.

Viele Preise hat die Firma Makit, die die Gleichstellung von Mädchen in Schulen und von Frauen in der Arbeitswelt fördert, für ihr soziale Engagement erhalten.

Maxie Matthiessen, Veronica D’Souza und Julie Weigaard Kjaer gelang es schnell, wertvolle lokale Partnerschaften in Kenia zu errichten, mit denen viele Mädchen erreicht werden können.

Zur Arbeit von Ruby Cup gehört nicht nur das Verteilen der Menstruationstassen, sondern vor allem die gesundheitliche Bildung der Mädchen, damit das Thema Menstruation kein Tabu mehr ist.

Für viele Frauen war der Ruby Cup aber immer noch nicht erschwinglich. Also boten die drei Firmengründerinnen ihr Produkt auch über das Internet an – für jeden online verkauften Ruby Cup spendete das Unternehmen einen nach Kenia. Dieses Prinzip gilt immer noch. Doch das war erst der Anfang. Um weitere „Regelbecher“ herstellen zu können, baten sie im Rahmen eines Crowdfunding-Projektes um finanzielle Unterstützung. „In nur vier Wochen kamen 42.000 US-Dollar zusammen“, berichtet Maxie Matthiessen, die mittlerweile wieder zurück in Deutschland ist und von Berlin aus den Ruby Cup vertreibt. Von dem Geld haben 5000 Mädchen den Ruby-Cup erhalten und können in Kenia sorgenfrei die Schule besuchen.

Ihr Studium hat Maxie Matthiessen mittlerweile abgeschlossen. „Wir arbeiten inzwischen kostendeckend“, betont sie. Bald solle dann auch Profit gemacht werden. Hergestellt wird der Ruby-Cup in Italien. Der Versuch, in Deutschland zu produzieren, schlug fehl. „Zu unflexibel, zu teuer und zu lange Produktionszeiten“, bedauert Maxie Matthiessen. Und das könne sie sich nicht leisten, denn den vielen Bestellungen komme ihre Firma, die Büros in Berlin und Nairobi hat, nicht hinterher. „Der Verkauf ist steigend“, freut sich Maxie Matthiessen über den Erfolg des Ruby-Cups.
 

www.ruby-cup.com

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erstellt am 21.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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