Sorgen um den Heimathafen

Die Roald Amundsen lief am Sonntag in Eckernförde ein. Kapitän Klaus Ulrich Komorowski (re.) übernahm das Schiff in Vigo.
Foto:
1 von 2
Die Roald Amundsen lief am Sonntag in Eckernförde ein. Kapitän Klaus Ulrich Komorowski (re.) übernahm das Schiff in Vigo.

Seit dem Herbst war die „Roald Amundsen“ unterwegs / Verein kritisiert fehlende Unterstützung der Stadt

von
05. Mai 2015, 06:32 Uhr

„Es ist eine kleine Welt für sich“, sagt Christoph Fichtner über das Leben auf dem Schiff. Fichtner ist als Toppgast auf der Brigg „Roald Amundsen“, das heißt er ist für den guten Zustand von Tauwerk und Mast verantwortlich. Jeder Törn müsse gut vorbereitet werden. Einkaufen auf hoher See, das gehe nun mal nicht. Das fange beim Trinkwasser an: 22 Tonnen waren mit an Bord, bis hin zum Teebeutel. 14 Personen gehören der Stammcrew des Schiffes an, die anderen sind Mitsegler. Körperlich fit solle man sein, jeder müsse zur Bordroutine beitragen. Im Mittelpunkt des Projektes stehe, das traditionelle Seemannshandwerk zu erhalten und die Völkerverständigung und das Miteinander der Generationen. „Die Mannschaft ist 15 bis 85 Jahre alt“, sagt Fichtner

Am Sonntag kehrte das Schiff nach langer Fahrt in seinen Heimathafen zurück. Seit dem Herbst war das Vereinsschiff unterwegs. Die Kanaren und Azoren waren das Ziel der 45-köpfigen Crew. Auf der Rückreise steuerte die Amundsen die Werft in Kiel an, außerdem gab es einen Ausbildungstörn für die Stammmannschaft an Bord.

Kapitän auf dem letzten Abschnitt der Reise von Vigo in Spanien aus war Klaus Ulrich Komorowski. Von einer „ereignislosen Reise“ sprach er nach seiner Ankunft in Eckernförde. „Das heißt nicht, dass es langweilig war“, betont er. Ohne Havarien und Verletzungen seien Schiff und Crew aber schließlich am Sonntag eingetroffen.

„Wir sind gerne in unserem Heimathafen Eckernförde“, sagte Komorowski. Allerdings blicke er mit großer Sorge auf die baulichen Veränderungen. „Eckernförde ist als Seehafen nicht geeignet“, so der Aachener, der das Schiff gerne öfter im Ostseebad sehen würde, das Engagement der Stadt dafür aber vermisst. „Es fängt schon beim Wasseranschluss an, ein C-Schlauch müsse vorhanden sein, stattdessen gebe er nur einen schlichten Wasserhahn. Problematisch sei es auch, am Hafen festzumachen. Vor allem beim Fischmarkt, wenn die Fahrzeuge eng an der Kaimauer stünden und die Besucher unmittelbar an der Hafenkante gingen, habe man Schwierigkeiten mit der Wurfleine. Für kleinere Arbeiten auf dem Schiff könne man in Eckernförde Halt machen, für längere Werftzeiten müsse man aber nach Kiel. Dabei ist die „Roald Amundsen“ ein Zuschauermagnet und Hingucker, der gut zu Eckernförde passe. Dass man sich noch nicht ganz aus Eckernförde verabschiedet hat, liegt vor allem an der sozialen Verantwortung des Vereins gegenüber seinen Mitarbeitern. „In dem Büro in Eckernförde arbeiten drei Festangestellte“, sagt Komorowski.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen