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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 22:47 Uhr

Pfadfinder : Sommerlager mit Hindernissen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dauerregen stellt Pfadfinder aus Gettorf und Osdorf vor besondere Herausforderungen. Hochwasser stärkt Zusammenhalt.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2017 | 07:57 Uhr

Gettorf | Pfadfinder sind naturverbunden und Abenteuer erprobt. Und deshalb wohl auch hart im Nehmen. Das diesjährige Sommerlager der Gettorfer Gemeindepfadfinder in Gartow am Bernstorffer Schloss im Wendland verlangte aber auch gestandenen Pfadfindern einiges ab. 150 Liter Regen pro Quadratmeter in 36 Stunden sind einfach für jedes Zeltlager zu viel.

Die Wiese war trocken, der Vortrupp der älteren Pfadfinder, der das Lager aufgebaut hatte, gut gelaunt. Die Zelte standen, als die Kinder ankamen und ihre Zelte bezogen, in Vorfreude auf ein tolles Zeltlager. Dann regnete es. Es wurde Feuer in den Kothen gemacht, um sie trocken zu bekommen. Doch es regnete unaufhörlich weiter, mehr als die Wiese aufnehmen konnte. Als am sehr frühen Morgen einige Pfadfinder wach wurden, entdeckten sie schwimmende Gegenstände in ihren Zelten.

So wurde das Zeltlager gegen zwei Uhr evakuiert. Es ging zunächst in den höher gelegenen Schlosspark, Stunden später in die Turnhalle der Gemeinde, die der Bürgermeister den Gestrandeten geöffnet hatte. Die eine Hälfte der Turnhalle wurde für zwei Nächte zum Schlafsaal für 370 Kinder und Jugendliche, in der anderen Hälfte fand das Programm statt und es wurde Sport getrieben.

Nach zwei Tagen hörte der Regen auf. Die Zelte trockneten, aber der Boden war noch viel zu nass, um wieder einzuziehen. Also bauten die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Zelte kurzerhand auf der nassen Wiese ab und auf der trockenen Pferdewiese wieder auf. Die Kinder zogen wieder in ihre Zelte ein.

Philia (9) nahm es gelassen: „Ich hatte gar kein Heimweh. Dazu hatten wir einfach keine Zeit, weil wir unsere Sachen aus den überschwemmten Zelten retten mussten.“ Johanna (11) war zum vierten Mal dabei, hat also alle Sommerlager miterlebt, auf denen die Gettorfer Gemeindepfadfinder unterwegs waren. Trotz Regens war das Lager ein tolles Erlebnis für sie: „Die Gemeinschaft war toll. Wir haben alle zusammengehalten und uns gegenseitig geholfen.“ Johanna gehört inzwischen schon zu den Sipplingen, und die waren zwei Tage allein unterwegs mit einer Übernachtung beim deutschen Indianer Joachim Irmer, der in Dübbekold ein Seminarhaus mit Tipis betreibt. Für sie ist schon jetzt klar, dass sie bei den Pfadfindern bleibt. „Ich mache weiter, bis ich Leiterin bin.“ Für Hanna (14) war die Hochwassernacht gar die „schönste Nacht, weil wir einander geholfen haben.“ Für Sippling Jan Philipp (14) waren die Abende am Lagerfeuer besonders schön. Auch er war bereits das vierte Mal dabei. „Abends haben wir dann noch in unseren Kothen gesungen. Die Stimmung war toll.“

Möglich sind solche Lager nur durch das Engagement vieler Ehrenamtlicher. Das ist immer so, aber bei diesem Dauerregen wurde das besonders deutlich. Pastor Boysen, der das Lager geleitet hatte, brachte es nach der Rückkehr auf den Punkt: „Wir leben von den Leuten, die schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen.“

An dem Zeltlager in Gartow nahmen 370 Pfadfinder aus zwölf Gemeinden teil, circa 80 davon aus Gettorf und Osdorf.

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