Konzertreihe : Sommerkonzert voller Frohsinn und Leichtigkeit

Die Capella Musica Dresden gab ein Konzert voller Hochgenuss.
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Die Capella Musica Dresden gab ein Konzert voller Hochgenuss.

Die Dresdner Kapellsolisten haben in der St.-Nicolai-Kirche das Sommerkonzert der Konzertreihe bestritten und mit ihrer hohen Qualität mehr als überzeugt.

shz.de von
24. Juni 2014, 15:33 Uhr

Was für eine wunderbare Musik! In der „Konzertreihe Eckernförde“ stand am Sonntag das diesjährige Sommerkonzert an, ein Abend voll musikalischer Leichtigkeit und unbeschwertem Frohsinn. Die St.-Nicolai-Kirche mit ihrer bekannt guten Akustik setzte dem Programm zusätzliche Glanzlichter auf – ein musikalischer Hochgenuss.

Zum Auftakt gab es das Divertimento D-Dur (KV 136) von Wolfgang Amadeus Mozart. Das, was der damals 16-Jährige in Salzburg komponierte, passte so recht zum Motto des Abends: Zerstreuung, Freude, Vergnügen waren angesagt. Ein fröhliches Allegro, ein sanftes Andante von sinnlicher Schönheit, ein lebendiges, quirliges Presto – und schon waren die Zuhörer eingefangen und inspiriert. Was alle sicher von Anfang an beeindruckte, waren dabei die Instrumentalisten der Capella Musica Dresden. Man erlebte ein Solisten-Ensemble, in dem jede „Stimme“, jedes Instrument einzeln besetzt ist, und wurde Zeuge von atemberaubendem Können. Das hohe Niveau der Solisten sollte allerdings nicht wirklich verwundern, spielen sie doch sonst in der Sächsischen Staatskapelle Dresden und im Orchester der Semperoper.

1995 gegründet, sehen die Dresdner Kapellsolisten bereits auf große Erfolge und hohe Anerkennung zurück. Die künstlerische Leitung in diesem besonderen Ensemble hat Helmut Branny (Kontrabass). Susanne Branny (Violine) ist die Konzertmeisterin der Kapellsolisten und spielt dort gleich in mehrfacher Hinsicht „die erste Geige“. Ihre kraftvollen wie auch feingesponnenen Interpretationen sind atemberaubend, ihr Spiel ist makellos, ihr musikalischer Ausdruck, ihr Können machen sprachlos. Im zweiten Teil des Abends spielte sie ihren Part in Vivaldis „Frühling“ und „Sommer“ ohne Noten – ein unvergessliches Erleben.

Das Programm war äußerst vielfältig. Nach Mozart gab es überraschend einen Walzer von Joseph Strauß. Helmut Branny mit einem Augenzwinkern: „Dieser Walzer ‚Die guten alten Zeiten op. 26‘ passt gut zu einem bestimmten Jubiläum.“ Die meisten wussten jedoch noch nicht, wovon er sprach. Des Rätsels Lösung gab es auch erst später.

Zunächst erlebten alle den Österreicher Bernhard Kury, der als hervorragender Soloflötist Bach spielte. Die Ouvertürensuite Nr. 2 – dabei insbesondere die Badinerie als letzter Satz – machte in ihrer überschäumenden Lebensfreude ganz einfach glücklich. Aber noch jemand war glücklich und sehr überrascht: Das Ehepaar Karin und Hans Lucke, die Vorsitzenden der Konzertreihe, feierte kürzlich Goldene Hochzeit und damit das angesprochene Jubiläum. Als musikalischen Glückwunsch und unerwartete Zugabe spielten die Dresdner Kapellsolisten den zwitscherfröhlichen, beschwingten „Vermählungswalzer“ von Strauß.

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