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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 21:26 Uhr

Strande : Sommergeschäft allein reicht nicht

vom

Diskussionsreihe "Talk am Meer" greift Zustand der Promenade auf. Bürger unterstützen moderate Aufwertung.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 05:46 Uhr

Strande | Ist die Modernisierung der Strandpromenade überflüssig oder überfällig? Zu dem seit langem diskutierten Thema lud der FDP-Ortsverband Strande in der Reihe "Talk am Meer" in das "Acqua Strande Yachthotel" ein. Als Gäste erschienen neben dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Jörn Clahsen, Landschaftsarchitekt Jens Bendfeldt und Bürgermeister der Gemeinde Scharbeutz Volker Owerien. Die Moderation übernahm Wolfgang Kubicki.

Als Jens Bendfeldt 2010 mit den ersten Planungen begann, hätte sich der Landschaftsarchitekt zunächst gefragt, wo die Promenade denn überhaupt sei: "Man erkennt sie nicht. Sie müssen etwas tun, um die Leute, die herkommen, zu begeistern." Das solle nicht "verrückt oder überkandidelt", nicht "überinszeniert" sein, sondern zu Strande passen. Man müsse den Ort auch neben der Hauptsaison attraktiv gestalten. "Mit dem Blick auf das Meer können sie wunderbar punkten", erklärte Bendfeldt. "Strande soll etwas Besonderes bleiben. Das ist ganz wichtig. Der Hafen ist ein Kleinod." 1972 seien alle gerne nach Strande gefahren, doch nun seien die Gästezahlen rückläufig und der Ort bräuchte etwas Neues. Verändert werden sollen die Sitzbänke und der Bodenbelag, sowie die Hecken. Sinnvoll erschien Bendfeldt die Umsetzung in drei Bauabschnitten. Begonnen werden solle im Bereich zwischen Alexy’s und Topkauf Schröder. Clahsen ist die Bushaltestelle wichtig: "Wir brauchen hier keinen ZOB. Das ist eigentlich der Dorfplatz von Strande, und der müsste komplett saniert werden."

Tourismus sei wichtig für Strande, betonte Clahsen: "Wir können nicht von schlechten Sommern leben. Das ist tödlich für jeden Gastronom. Strande braucht neue Anziehungspunkte und muss attraktiv sein." Die 1450 Einwohner könnten neben den sieben gastronomischen Betrieben auch den Einzelhändler Topkauf Schröder nicht am Leben halten.

Volker Owerien hat alles bereits hinter sich. Auch Scharbeutz sei nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen, hätte 40 Prozent weniger Übernachtungsgäste gehabt. "Sie müssen mehr als nur flanieren bieten und das ganze Jahr über attraktiv sein." Lediglich ein Sommergeschäft sei in heutiger Zeit nicht mehr wirtschaftlich. In Scharbeutz hätten die Veränderungen die Zahl der Tagesgäste zwar von 2009 auf 2010 um 32 Prozent erhöht, die Haushaltskasse jedoch auch mit gut neun Millionen Euro belastet. In Strande würde man mit rund einer Million Euro rechnen. Wo das Geld herkommen soll, ist jedoch noch fraglich. "Fördermittel schippern an uns immer vorbei", sagt Gemeindevertreter Holger Klink (CDU). "Wir geben viel Geld für Planungen aus und nicht für die Umsetzung. Das schafft Frust bei den Bürgern." Doch auch in Scharbeutz hätten sich die Bürger gefragt, was ihnen persönlich steigende Besucherzahlen bringen würden, erzählte Owerien. "Wenn es dem Tourismus gut geht, geht es allen Bereichen besser. Wir haben Ausgaben durch den Tourismus, und das sollte er selbst verdienen. Dann stehen im Haushalt Mittel zur Verfügung, um einen Schulausbau oder andere Dinge zu finanzieren."

Während sich einige Strander eine Belebung wünschen würden und sich beispielsweise einen Arzt oder Friseur sowie eine Massagepraxis oder auch einen Schönheitssalons im Ort gut vorstellen könnten, gibt es auch Kritiker: "Ich bin vor 50 Jahren nach Strande gezogen, weil ich meine Ruhe haben und mein Segelboot hier anbinden wollte", meldete sich Jürgen de la Motte zu Wort. "Ich sehe es nicht ein zu bauen, nur weil Fördermittel zur Verfügung stehen. Ich bin stolz darauf, in Strande zu wohnen." Dennoch könnte sich der Strander eine Veränderung vorstellen. "Macht es schön, aber lasst die Kirche im Dorf."

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