FerienAKTION : Sommer, Sonne, Ferienleseclub

Gemeindebücherei-Leiterin Britta Günther hat es sich schon im Liegestuhl gemütlich gemacht.
Gemeindebücherei-Leiterin Britta Günther hat es sich schon im Liegestuhl gemütlich gemacht.

Sonnenschirm und Liegestuhl stehen bereit: Der Startschuss für den Ferienleseclub ist gefallen.

shz.de von
09. Juli 2018, 06:05 Uhr

Gettorf | Die ersten 60 Bücher sind schon verliehen. Damit sind es nur noch knapp 200, die für die Ferienleseclub-Mitglieder in der Gettorfer Gemeindebücherei zur Verfügung stehen. 2009 wurde der Ferienleseclub als Leseförderungsprogramm für die angehenden Fünftklässler gegründet. Mittlerweile hat sich die Sommerferien-Aktion in Gettorf für Jungen und Mädchen zwischen der vierten und achten Klasse etabliert.

Das Konzept ist einfach: Die Schüler erhalten in der Gemeindebücherei Gettorf ein „Leselogbuch“ mit ihrem Namen. Während der Sommerferien leihen sich die Jungs und Mädchen Bücher aus dem Fundus des Ferienleseclubs aus. Anschließend geben sie diese wieder ab, beantworten schriftlich oder im persönlichen Gespräch mit einem Bücherei-Mitarbeiter einige Fragen, und bekommen anschließend einen Eintrag in das Logbuch für jedes gelesene Buch. „Bei zwei Büchern gibt es am Ende Bronze, bei mehr als drei Büchern Silber und bei mehr als sieben Büchern Gold“, erklärt Bücherei-Leiterin Britta Günther. Ihre Logbücher geben die jungen Leser spätestens am letzten Ferientag ab. Anschließend erhalten sie dann ihre Zertifikate.

Das Ferienleseclub-Regal in der Gettorfer Gemeinde-Bücherei umfasst etwa 270 ausgewählte Bücher. Die sind nur den Teilnehmern der sechswöchigen Aktion vorbehalten, denn: „Das Ganze soll schon eine Art Club-Charakter entwickeln“. Die Bücherei achtet darauf, erklärt Britta Günther, den Schülern aktuelle und thematisch unterschiedliche Bücher zur Verfügung zu stellen. „Es sind nette, lustige Sommer- und Freundschaftsgeschichten, Pferdebücher, Geschichten mit Gestaltenwandlern sind sehr beliebt und klassische Abenteuerromane.“ Die letzte Auswahl hat Britta Günther dann aber den Profis überlassen: In einer Grundschulklasse hatte sie verschiedene Ansichtsexemplare von Kinderbüchern vorgestellt. Die Kinder konnten anhand der Illustrationen, des Klappentextes und des Titels entscheiden, welches Buch sie gern in der Ferienleseclub-Auswahl hätten. Besonders beliebt war in diesem Jahr „Chase – Auf der Flucht“, eine Geschichte über Border-Collie Chipper. Dieser entkommt aus einem geheimen Labor und versteht die Sprache der Menschen, weil er mit künstlicher Intelligenz gezüchtet wurde. Ein weiterer Lektüre-Favorit der Viertklässler ist „Jagd über das Teufelsmeer“ – ein Abenteuer mit dem Geist von Klaus Störtebeker, Vampirhörnchen Stribbi und dem sprechenden Spatz Horst. Die Kinder können maximal zwei Bücher gleichzeitig und auch nur für drei Wochen ausleihen.

2017 gab es 60 Anmeldungen für den Ferienleseclub, 33 Zertifikate stellte Britta Günther am Ende aus. „Wir waren zufrieden mit dieser Bilanz.“ Einmal angefangen, packt einige Leseratten sogar der Ehrgeiz, sagt sie: „Manche schaffen drei Bücher pro Woche, sie sind dann nicht mehr zu stoppen, das ist wie ein Rausch“. Manchmal bildeten sich auch Cliquen, die miteinander um die Menge der gelesenen Bücher wetteifern. „Aber alles ganz harmlos“, versichert Günther lachend. Wenn sie die Bücher dann wieder abgeben, besprechen die kleinen Clubmitglieder das Gelesene kurz mit einem Mitarbeiter. „Das machen wir seit zwei Jahren so. Und der Bedarf, sich auszutauschen, ist ganz groß.“ Für die schüchternen Schüler gibt es einen Fragebogen.

Die Schirmherrschaft für den Ferienleseclub hat das Bildungsministerium inne. „Die Kinder können sich ihre Teilnahme dadurch als außerschulische Leistung in ihr Zeugnis eintragen lassen“, so Günther.

Am Sonnabend, 25. August, um 11 Uhr übergibt Britta Günther in der Bücherei die Zertifikate an alle Teilnehmer. „Außerdem gibt es an diesem Tag eine kleine Tombola, verschiedene Preise und auch Überraschungen“, verspricht Günther. Es sei auch nie zu spät, sich für den Ferienleseclub anzumelden. „Im Prinzip kann man noch in der letzten Ferienwoche starten“, sagt sie. „Es geht nicht darum, wie viel jemand liest – für manch einen sind zwei Bücher schon eine große Leistung.“ Das Ziel der Ferien-Aktion sei es, erklärt die Bücherei-Leiterin, dass die Kinder Spaß haben und „in die Geschichten eintauchen“.

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