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Tipps für die kalte Jahreszeit : So wird das Fahrrad fit für den Winter

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wir geben Tipps für die richtige Pflege des Drahtesels in der kalten Jahreszeit. Dabei geht es um Licht, Reifendruck, Kette, Bremsen, Rost und den Akku.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 06:11 Uhr

Noch zeigt sich der Herbst von seiner freundlichen Seite, aber schon bald dominieren Dunkelheit und Kälte das Leben in Norddeutschland. Fahrradfahrer, die ihre Räder beim Übergang in die Schmuddelzeit nicht einmotten wollen, sollten einige Tipps beachten.

Besonders wichtig in der dunklen Jahreszeit ist die richtige Beleuchtung: Reflektoren vorn und hinten in den Speichen oder eine Reflexlinie an den Mänteln sind Pflicht, ebenso Vorder- und Rücklicht. Der klassische Dynamo als Seitenläufer kommt bei neuen Fahrrädern so gut wie gar nicht mehr vor, der Nabendynamo ist geläufig geworden – und auch am vernünftigsten, sagt Michael Bauer, Inhaber von „Fahrrad Jacobsen“ in der Kieler Straße Süd. Bei Schnee und Eis kommt der Seitenläufer-Dynamo schnell an seine Grenzen, der Nabendynamo dagegen hat keine Probleme und kann auch nachgerüstet werden. Wichtig: „Zu empfehlen sind LED-Lampen“, so Bauer. „Sie sind heller als Glüh- und Halogenlampen.“ Seit 2013 sind auch Stecklampen zugelassen, aber: Sie müssen vom Kraftfahrt-Bundesamt zugelassen sein. Grundsätzlich gilt: Immer mal wieder die Lampe mit einem Lappen von Verschmutzungen säubern.

Regelmäßig sollten Radfahrer den Reifendruck prüfen. Je dünner ein Reifen ist, desto höher sollte der Druck sein: „Vier bar oder mehr sind üblich“, so Bauer. Luft aus den Reifen zu lassen, um bei glatter Fahrbahn eine bessere Haftung zu erhalten, bringt nichts: „Wenn es so glatt ist, lassen die meisten Menschen ihr Fahrrad stehen, die Hartgesottenen fahren mit Spike-Reifen.“ Sie müssen allerdings extra aufgezogen werden.

Regelmäßig sollte die Kette gesäubert werden – am besten mit einer normalen Bürste – und anschließend die Kette geölt oder gefettet werden. „Auf keinen Fall sollte man die Kette mit Benzin, Petroleum oder Nitroverdünnung reinigen. In den Nietpunkten der Kettenglieder ist vom Werk aus schon Fett enthalten, das dadurch entzogen würde, und das man nie wieder hineinbekommt.“

Die Bremsen sollten immer gut eingestellt sein. Bei Frost kann es jedoch sein, dass Wasser in den Hüllen der Bowdenzüge gefriert, und das Eis die Kabelzüge festhält, so dass der Radfahrer nicht bremsen kann. Das lässt sich verhindern, indem man ein wenig Nähmaschinenöl in die Hüllen der Bowdenzüge träufelt, so dass sich Wasser und Eis nicht mehr an dem Kabelzug festsetzen. Eine Bitte hat Holger Bauer an alle Eltern: „Erlaubt Euren Kindern in die Werkstatt zu gehen, wenn ihre Bremsen nicht in Ordnung sind. Es kostet nicht die Welt.“ Teilweise sei der Zustand der Bremsen unverantwortlich.

Besonders in der feuchten Jahreszeit sollte das Fahrrad mit einem Pflegemittel eingesprüht werden. Bauer: „Die meisten nehmen dazu Radglanz.“ Es verhindert, dass sich Feuchtigkeit und damit Korrosion am Fahrrad festsetzen kann. Aber Vorsicht: „Auf keinen Fall dürfen Bremsflächen oder Bremsscheiben damit in Kontakt kommen. Wenn doch, sollten sie unbedingt gereinigt werden.“

Die gleichen Pflegetipps gelten auch für Elektro-Räder, deren Anzahl immer mehr zunimmt. „Allein im vergangenen Jahr sind eine halbe Million Elektro-Fahrräder in Deutschland verkauft worden“, sagt Bernd Bader, Inhaber des „Fahrrad-Zentrums Eckernförde“ am Lornsenplatz. Bei ihnen rät er dringend dazu, den Akku bei Nicht-Benutzen vom Fahrrad abzunehmen und am besten bei 10 bis 15 Grad Celsius aufzubewahren. „Das geht mit einem Handgriff und erhält die Lebensdauer des Akkus.“ Sollte man das Fahrrad über den Winter gar nicht benutzen, sei es zudem ratsam, den Akku alle acht Wochen aufzuladen.

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