zur Navigation springen

3. Handball-Liga : „So kann ich ja nicht abtreten!“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Owschlags Anita Ewert spricht im Interview mit der EZ über ihre erste schlimme Verletzung und ihre weiteren Ziele mit der neuen HG O-K-T.

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Owschlag | Anita Ewert, im Derby gegen die HSG Kropp-Tetenhusen haben Sie sich das vordere Kreuzband gerissen. Wie sehr hat Sie diese Diagnose geschockt?
Anita Ewert (32): Naja, ich hatte bereits, direkt nachdem es im Spiel passiert ist, ein ganz schlechtes Gefühl und dachte mir schon, dass es etwas Schlimmes ist. Ich spiele 26 Jahre lang Handball und hatte bis auf drei Bänderrisse nie eine schwere Verletzung. Die Zeit wird jetzt sicher schwierig für mich, aber ich hoffe einfach, dass ich nach meiner OP am Montag stetig Fortschritte mache und zumindest schnell wieder gehen kann.

Sie haben im Kreise der Mannschaft die Hoffnung geäußert, zur Vorbereitung auf die kommende Saison wieder fit zu sein. Damit wird es wohl eher nicht klappen.
Nein, leider nicht. Mir wurde vom Arzt gesagt, dass ich neun Monate kein Handball spielen darf. Aber der Heilungsverlauf ist bei jedem Menschen anders und ich hoffe, da ich eine ganz gute Muskulatur habe, dass es bei mir vielleicht etwas schneller geht.

Die Verletzung ist für Sie doppelt blöd, da sich im Sommer durch die Fusion des TSV Owschlag und der HSG Kropp-Tetenhusen ja eine ganz neue Mannschaft bildet. Zudem wohnen Sie in Bad Oldesloe, und Owschlag liegt nicht gerade um die Ecke. Haben Sie Bedenken, dass Sie da den Anschluss verpassen?
Nein. Ich kann acht Wochen nach der OP wieder Auto fahren und werde dann auch immer bei der Mannschaft sein. In der Vorbereitung kann ich die Lauf- und Athletikeinheiten auch schon mitmachen.

Ihr Ziel bleibt also, nochmal in der 2. Liga zu spielen?
Absolut. Ich habe als A-Jugendliche schon zweimal in der 2. Liga bei meinem damaligen Verein VfL Bad Schwartau ausgeholfen. Aber das ist schon so lange her. Da dürfen gerne noch ein paar Einsätze dazu kommen. Diesen Ehrgeiz habe ich.
Haben Sie irgendwann nach dieser schweren Verletzung mal darüber nachgedacht aufzuhören?
Nein, nie! Und ich finde, so kann man ja auch nicht abtreten. Am Tag wo es passiert ist, war ich natürlich schon sehr niedergeschlagen, aber es gibt so viele Leute, die nach einem Kreuzbandriss wieder zurückkehren. Ich hatte bisher mit Verletzungen in meiner Laufbahn Glück, deshalb werde ich das jetzt auch schaffen.

Ausgerechnet im letzten Spiel gegen die HSG Kropp-Tetenhusen, in dem man sich als Gegner auf dem Platz stand, haben Sie sich verletzt. Wie waren die Reaktionen?
Es haben mir wirklich sehr viele Menschen eine gute Besserung gewünscht und sich erkundigt. Teilweise noch in der Halle oder am Abend, als beide Mannschaften zusammen Essen waren. Nicht nur von den Spielerinnen, auch von den Offiziellen.

Blicken wir ein wenig voraus: Auch wenn Sie nur noch von der Tribüne aus Unterstützen können, was ist für ihren TSV Owschlag in dieser Saison noch möglich?
Ich denke, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben werden, auch wenn mit Greta Stolley und mir jetzt zwei erfahrene Spielerinnen fehlen. Dafür müssen jetzt andere die Verantwortung übernehmen. Das können die aber auch.

Und was erwarten Sie von der kommenden HG O-K-T in der nächsten Saison? Es gibt ja noch einige Fragezeichen, unter anderem hinter dem Trainer oder dem Spielort.
Es hängt davon ab, wer nun wirklich bleibt. Dafür muss als erstes die Trainerfrage geklärt werden. Es ist schon aufregend, was da jetzt passiert und bei uns im Team auch ein Thema. Ich bin aber guter Dinge, dass die neue Mannschaft um den Aufstieg in die 2. Liga mitspielen kann. Und um alles drum herum werden sich ja die Verantwortlichen kümmern. Das machen die schon, da mache ich mir keine Sorgen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen