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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 12:20 Uhr

Oldtimer : So ging Landwirtschaft früher

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zum 12. Mal präsentieren Oldtimerfreunde ihre Schmuckstücke beim Schaupflügen auf dem historischen Feldtag in Osterbyholz. Hunderte Besucher waren gekommen um die insgesamt 33 Schlepper zu bestaunen und fachmännische Gespräche zu führen.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 06:04 Uhr

Sie sind alle über 30 Jahre alt, viele sogar noch deutlich älter. Dass sie aber trotzdem noch ordentlich Kraft unter den Motorhauben haben, zeigten 33 Oldtimerschlepper beim Historischen Feldtag der Oldtimerfreunde rund um Eckernförde am Sonntag in Osterbyholz.

Ein Jahr lang hat Erwin Klawitter an seinem Hanomag R16 gearbeitet, bis der wieder in einem Top-Zustand war. „Von Grund auf neu“ habe er den 1950 gebauten Schlepper restauriert, berichtete der Suchsdorfer. Dass er heute wieder fahrtüchtig ist, das mache ihn stolz. „Es ist ein feines Hobby“, sagte er. Zwar sei es nicht billig, aber die Kollegen seien nett. Mit den Mitgliedern vom Agrar Oldtimer Club Dänischer Wohld hat er schon einige Fahrten unternommen – etwa bis nach Pellworm. 20 bis 22 Stundenkilometer schnell wird der Trecker. Eine Geschwindigkeit, die dem Suchsdorfer gefällt: „Man kann sich alles ansehen. Mal nach links und rechts gucken.“ Als Nächstes geht es für drei Tage nach Fehmarn.

Kai-Dieter Bock fährt am liebsten morgens um 6 Uhr mit einem seiner beiden Lanz Bulldogs und schaut sich die Gegend an. Der Vorsitzende der Oldtimerfreunde rund um Eckernförde könne dann abschalten. „Die Leute lächeln und grüßen“, hat er beobachtet. Ihm gefalle zudem die einfache Bedienung der alten Technik. „Heute ist ja alles voll mit Computern.“ Sogar an seinen beiden Oldtimern lasse sich schon ein Wandel ausmachen: Der 1940 gebaute Lanz Bulldog habe noch einen Glühkopf und werde mit einer Heizlampe vorgeheizt. Der 1955 gebaute Lanz Bulldog dagegen funktioniere bereits per Pendelanlasser.

Zum zwölften Mal luden seine Oldtimerfreunde nun schon zum Schaupflügen ein, um den Gästen zu demonstrieren, wie Landwirtschaft früher funktioniert hat. Und das Interesse ist ungebrochen: Schon bis zum Mittag kamen rund 500 Besucher. „Das ist ein Rekord“, freute sich Bock über die gute Resonanz.

Die Vorzüge der Oldtimertrecker konnte auch Peter Kiunke den Besuchern erklären: Man sehe vom Treckersitz aus mehr, als vom Autositz, sagte er. Er war mit seinem 24 PS-starken Bautz nach Osterby gekommen. Diese Trecker würden nicht mehr gebaut. Früher seien sie in Süddeutschland für den Weinbau eingesetzt worden. Nun genießt das Mitglied des Agrar Oldtimer Clubs Dänischer Wohld den Zusammenhalt unter Oldtimerliebhabern. „Wir sind eine gute Truppe. Einer nimmt auf den anderen Rücksicht“, so Kiunke.

Dass die Liebhaber der historischen Landmaschinen Erfahrungen austauschen, berichtete auch Siegfried Brien. Ihm gefalle, dass man fast alles an den alten Fahrzeugen selbst reparieren könne. Schon als Schulkind habe er mit einem solchen Trecker gearbeitet, berichtete der Altenhofer, der mit seinem 1964 gebauten IHC McCormick 326 nach Osterbyholz gekommen war. Er besitze auch noch einen Deutz 4005, der sogar noch ein Jahr älter sei als sein IHC McCormick. Nur zu Ausfahrten werden die alten Schätze aber nicht aus der Garage geholt: Auch wenn er Kaminholz braucht, fahre Brien mit seinen Treckern. Und: „Man darf ihnen das Alte ansehen.“

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