Strand Open Air : Smarter Hip-Hop für den Südstrand

André Lion aus Elmshorn singt deutschsprachigen Rap ohne Gangster-Allüren.
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André Lion aus Elmshorn singt deutschsprachigen Rap ohne Gangster-Allüren.

Der Elmshorner Rapper André Lion tritt beim Strand Open Air mit Jan Delay, Culcha Candela und Amanda auf.

shz.de von
19. Juni 2018, 06:00 Uhr

Am 7. Juli treten Jan Delay und Culcha Candela beim Strand Open Air am Südstrand auf. Vorher stehen Amanda auf der Bühne und auch ein Newcomer aus Schleswig-Holstein: André Lion aus Elmshorn.

André, wie beschreibst du dich selbst, und welche Art von Musik machst du?

Ich bin ein langjähriger Musikliebhaber, der sich lange gesucht und lange nicht gefunden hat. Viele Jahre habe ich unter einem anderen Namen Musik produziert – immer Hip-Hop. Dabei habe ich mit Künstlern aus New York, Mississippi und Paris zusammengearbeitet.  Die erste CD ist zehn Jahre alt. Ohne Budget hatte ich aber keine echte Chance, Fuß zu fassen. Irgendwann habe ich mich gefragt, was ich will und wer ich bin, und kam zu dem Schluss, authentische Musik mitzuproduzieren mit Storys, die Menschen etwas geben, in denen sie sich wiederfinden. Deshalb bin ich zu André Lion gekommen: einer Kunstfigur, die Rapsongs für ein breiteres Spektrum an Leuten macht. Für Menschen, denen Hardcore-Hip-Hop zu heftig ist, die aber eigentlich Black Music mögen.

Also keine Zeilen, in den Frauen diskriminiert werden?

Sowas kommt in meinen Texten nicht vor. Das heißt aber nicht, dass ich so etwas nicht höre. Ich mag die Musik von Kollegah und den 187 Jungs einfach gerne. Aber ich betrachte die Texte auch mit ein bisschen Ironie, so wie sie gedacht sind.

Wie kam dein Auftritt beim Strand Open Air zustande?

Ich habe einfach mit dem Veranstalter Daniel Spinler Kontakt aufgenommen und gefragt, ob er sich das vorstellen kann. Ich stand kurz vor der Veröffentlichung meiner neuen EP, die von meinem langjährigen Kumpel P.M.B. produziert wird.  Und  Daniel Spinler gefiel das so gut, dass er mir 45 Minuten auf der Bühne gibt. Um 17 Uhr beginnt mein Auftritt.

Wo trittst du sonst noch auf?

Im Hamburger Michel bin ich Ende letzten Jahres vor 2500 Leuten aufgetreten. Jetzt am Samstag bin in der Laeisz-Halle in Hamburg bei „Der Norden singt“ zu hören. Da kommen bis zu 2000 Leute, die sowohl Zuschauer sind als auch  gleichzeitig singen. Da waren auch schon Adel Tawil und Johannes Oerding als Special Guests. Diesmal bin ich an der Reihe. Und am 27. Juni trete ich in der Halbzeitpause des Deutschlandspiels im Hamburger Fan Park auf dem Heiligengeistfeld auf. Da können dann bis zu 40000 Zuschauer sein. Ich werte das als gutes Zeichen, dass die Qualität meiner Songs nicht so schlecht sein kann.

Aber leben kannst du davon nicht?

Nein, ich sehe das als Promotion. In meinem richtigen Leben arbeite ich im Marketing.

André Lion klingt ungewöhnlich, weil du den Nachnamen deutsch aussprichst. Warum dieser Name?

Weil ich den Löwen immer schon geliebt habe, ihn auch auf dem Arm tätowiert habe. Um zu verdeutlichen, dass ich ein deutscher Künstler mit deutschen Texten bin, spreche ich ihn nicht englisch, sondern deutsch aus.

Was erwartet die Besucher des Festivals bei deinem Auftritt?

Ich werde mit drei Backgroundsängerinnen auftreten, einer Girlband namens „Karma“. Und ich komme mit einem alten Freund plus DJ auf die Bühne. Wir sind also sechs Leute on stage. Die Gäste erwartet dann meine neue EP, fünf Songs plus unserer Coverversion von „Where is the love“. Zusätzlich kommt ein bunter Mix aus einigen Coversongs, die aktuell sind, zum Event passen und sommerliche Stimmung verbreiten.

Alles im klassischen Hip-Hop-Style.

Genau.

Erwartet werden 7500 Besucher. Bist du aufgeregt?

Ja, aber positiv aufgeregt. Am Ende ist es egal, ob man vor 100 oder 10000 Leuten spielt. Man steht im Fokus und muss abliefern. Aber ich denke, je größer das Konzert ist, desto motivierter ist man.

Interview: Arne Peters

www.andre-lion.de

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