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Kurmuschel : Skulpturen und Farbe gegen Tristesse

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Beton-Kurmuschel soll attraktiver werden. Die Aktiv Region Hügelland am Ostseestrand fördert das Verschönerungsprojekt mit 13400 Euro. Im Hauptausschuss war auch der geplante Ankauf des Bahnhofs Thema: Stadt und Bahn verhandeln noch über den Preis.

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erstellt am 31.Aug.2014 | 06:47 Uhr

Die Stadt möchte den Kurpark weiter aufwerten. Im Blickpunkt steht dabei die unattraktive Kurmuschel, ein reiner Betonbau ohne Atmosphäre. Die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) hatte aus diesem Grund einen Wettbewerb zur Attraktivitätssteigerung der Kurmuschel ausgeschrieben und auch einen Siegerentwurf bestimmt. Dieser Entwurf soll jetzt zentraler Bestandteil der Neugestaltung werden, wenn die Aktiv Region „Hügelland am Ostseestrand“ diesen Entwurf genehmigt und die Fördergelder bereitstellt.

Bürgermeister Jörg Sibbel stellte den Anlauf zur Aufwertung der Kurmuschel am Donnerstagabend im Hauptausschuss vor. Dass Eckernförde damit überhaupt in den Genuss einer Förderung kommt, liegt an der Resteverwertung bislang nicht abgerufener Gelder vor allem aus den anderen 20 Aktiv Regionen im Land. „Wir haben der Sommerpause kurzfristig ein entsprechendes Konzept entwickelt, es eingereicht und Anfang August den Förderbescheid erhalten“, informierte Sibbel die Ausschussmitglieder. Die Kurmuschel soll durch Metallskulpturen und eine künstlerische Fassadenbemalung ansehnlicher, bunter und maritimer werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 29 000 Euro, die Förderquote beläuft sich auf 55 Prozent, so dass die Aktiv Region einen Anteil an den förderfähigen Kosten von 13 400 Euro übernimmt. Bis November soll das Projekt umgesetzt sein.


Gerangel um den Kaufpreis


Auf Nachfrage von Rainer Beuthel (Ratsherr Die Linke) ging Bürgermeister Jörg Sibbel auf den Stand der Verhandlungen über den Ankauf des Bahnhofsgebäudes zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt ein. Bisher liege „kein vernünftiger Kaufpreis“ auf dem Tisch, so Sibbel. Man befinde sich im intensiven Dialog mit der Bahn. „Wir sind dabei, die Deutsche Bahn bei der Ermittlung eines angemessenen Kaufpreises zu unterstützen“, sagte der Bürgermeister. Man befinde sich in „guten und konstruktiven Gesprächen“, erklärte Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst auf EZ-Anfrage. Konkreter könne und dürfe sie nicht werden. Aber natürlich spiele auch der Kaufpreis in den Verhandlungen eine Rolle, über deren Höhe jedoch keine Auskünfte erteilt werden. Brunkhorst verwies auf die komplexe Materie und die speziellen Gegebenheiten beim Verkauf von Bahnanlagen. Alle bahn- und bautechnischen Fragen sowie Nutzungsrechte müssten im Vorwege alle geklärt und vertragssicher sein. „Der Käufer muss wissen, worauf er sich einlässt“, sagte sie. Der Zeitpunkt einer vertraglichen Einigung sei völlig offen – „das kann nächste Woche oder im nächsten Februar sein“.


Grundwasserschutz und Solidarität


Bürgermeister Sibbel ging zudem auf das Thema der beantragten Erdölsuche und -förderung im Bereich Schwansen, Eckernförde, Osterby ein (wir berichteten). Eine norwegische Firma hätte entsprechende Anträge beim Bergbauamt in Clausthal-Zellerfeld gestellt, die betroffenen Kommunen könnten dazu Stellungnahmen abgeben und sie über den Kreis als Verfahrensbeteiligte der Genehmigungsbehörde zuleiten, erklärte Sibbel den Ablauf. Eckernförde bereite eine ablehnende Stellungnahme vor, weil man den Grundwasserschutz und den Schutz der Grundwasserleiter als gefährdet ansehe, wenn mehrere tausend Meter tiefe Bohrungen im „Feld Eckernförde“ stattfinden sollten. Zudem wolle sich Eckernförde mit den weiteren betroffenen Gemeinde des Amts Schlei-Ostsee und insbesondere mit der Gemeinde Waabs, wo Ölbohrungen schon konkreter vorbereitet werden, solidarisch zeigen. „Wir verstehen uns als Region“, sagte Sibbel. Aufgrund der Verschwiegenheitspflicht würde die gestellten Anträge im nicht-öffentlichen Teil des Umweltausschusses am 2. September, um 17.45 Uhr im Ratssaal beraten. Öffentlich hingegen sei die Beratung und Beschlussfassung zum Thema Fracking, das strikt abgelehnt werde. Durch eine kurzfristige Veröffentlichung der Pläne auf der Homepage des Kreises sei das Thema öffentlich geworden, sagte Sibbel, weil diese als Mitteilungsvorlage ins Netz gestellt worden war. Nachdem man sich anders entscheiden habe, seien die Unterlagen wieder von der Internetseite genommen worden.

 

 

 

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