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Die lange Krimi-Lesung : Sjöwall/Wahlöö: Krimizeit am Tag der deutschen Einheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Martins Vänner“ lesen an drei Stationen den legendären Debütroman „Die Tote im Götakanal“. Engagierte Kulturbürger geben den Romanfiguren um Kommissar Beck ihre Stimmen.

Eckernförde | Den Fans hochkarätiger Schweden-Krimis steht ein ganz besonderer Leckerbissen bevor, und das am Tag der Deutschen Einheit: Ein Dutzend begeisterter Krimileser hat sich zusammengerauft und probt seit dem Frühjahr für das ungewöhnliche Literatur-Ereignis „ ... eine Stadt ... ein Tag ... ein Buch ...“. Unter der Leitung des Fleckebyer Kulturmanagers Bernd Wolfgang (Bewo) Hawel werden sie am Sonnabend, 3. Oktober, die Urform des Schweden-Krimis – „Die Tote im Götakanal“ der legendären Autoren Maj Sjöwall und Per Wahlöö – in einer langen Lesung an drei verschiedenen Orte nicht nur zu Gehör bringen, sondern auch in spannenden Dialogen bühnenartig in Szene setzen. Und zwar nacheinander im Ostsee Info-Center („Eine Leiche im Kanal“, 10.30 bis 13 Uhr), in Saal 120 des Amtsgerichts, Reeperbahn 45-47 („Schwierige Ermittlungen“, 14.30 bis 17 Uhr) und in der Galerie 66, Kieler Straße 78 („Der Mörder wird gestellt“, ab 19 Uhr). Die szenischen Lesungen werden durch musikalische Interventionen aufgelockert und bereichert. Vermutlich werden die meisten Zuhörer alle drei Stationen verfolgen, alle Stationen sind auch einzeln buchbar.

Diese Dramaturgie lässt schon erahnen, was sich am 3. Oktober an den drei Stationen abspielen wird: Schweden-Krimi in Reinkultur, ambitioniert und professionell in Szene gesetzt. 13 Akteure werden das bis heute faszinierende Debüt von Sjöwall / Wahlöö mit dem ersten Auftritt des legendären Kommissars Beck 50 Jahre nach der Erstausgabe im Jahr 1965 in besonderer Weise würdigen und die Zuhörer mit in eine kriminalistische Vergangenheit nehmen, in der es weder Internet, noch Handy gab und noch von Telefonzellen aus telefoniert wurde und erstmals auch das soziale Milieu eine wichtige Rolle spielte.

„Wir ehren die Großeltern des schwedischen Kriminalromans mit einem langem Lese-Tag“, sagt Hawel. Der Auftaktroman der insgesamt zehnteiligen Kommissar-Martin-Beck-Reihe, die in der heute ungemein beliebten skandinavischen Kriminalliteratur neue Maßstäbe gesetzt hat, ist wie erwähnt vor 50 Jahren erschienen, dazu begeht Maj Sjöwall dieses Jahr am 25. September ihren 80. Geburtstag, und Per Wahlöös Todestag jährte sich am 22. Juni 2015 zum 40. Mal. Diese Ereignis-Trilogie findet sich nun in der dreiteiligen Krimi-Lesung wieder, die es in dieser Form in Eckernförde noch nie gegeben hat. Fast das gesamte Buch wird dabei unter der Regie von Bewo Hawel vorgetragen. Dieser Herausforderung stellt sich ein Ensemble „Martins Vänner“ (Martins Freunde) aus rund einem Dutzend Krimi-begeisterter Laien in der Region Eckernförde, verstärkt durch prominente Gastleser, zu denen unter anderem auch OIC-Chef Claus Müller und Amtsgerichtsdirektor Dr. Kai Thomsen zählen. Wer als Gast in der Galerie 66 auftritt, zeichnet sich zwar ab, ist aber noch nicht hundertprozentig fix, wie Impulsgeber Hawel im Rahmen eines Pressegesprächs im Saal 120 des Amtsgerichts Eckernförde sagte.

In jedem Fall mit von der Partie sind neben Bewo Hawel als Regisseur und Erzähler Holger Ceglars, Sabine Vesper und Christian Brandt. Sie alle schätzen die legendären Urväter schwedischer Krimi-Autoren und kulturelles Engagement insgesamt und möchten die Idee – Hawel selbst spricht von „einer speziellen Form des Wahnsinns“, mindestens aber einem „Abenteuer“ – durch ihr Mitwirken unterstützen. Fotograf Ceglars hat es der „Grummelmors“ Kommissar Beck angetan, in dessen Rolle er am 3. Oktober schlüpfen wird. „Ich habe das Buch durchgerissen und wollte unbedingt die Rolle haben“, sagt Ceglars, dem die erfrischende Idee frei von jedem „Muff“ angetan hat. Die aus dem Radio bekannte Journalistin Sabine Vesper findet die Aktion „großartig“ und in jeder Hinsicht unterstützenswert. Und Christian Brandt, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Kiel, findet das Konzept mit wechselnden Locations spannend. „Konzept, Buch, Ensemble – ein gutes Gesamtpaket“, findet der Jüngste in der Runde, der selbst 20 Jahre nach dem Erscheinungstermin zur Welt kam und nun dem Mörder seine Stimme und Gestalt leiht. Ebenfalls dabei sind unter anderem Adrienne Günther, Dirk und Gertraud Homrighausen, Angelika Rau und David Shamban.

Projektleiter Bewo Hawel sucht noch eine männliche Nebenrolle für einen Zeugen sowie eine schwedischer Muttersprachlerin als Erzählerin. Hawel ist unter Telefon 04354/99  65  11 oder kulturmanagement@bewohawel.de erreichbar.

 

 

>Tageskarten für 9 Euro gibt es im Vorverkauf im EZ-Kundencenter, Kieler Str. 55, und an der Tageskasse für 11 Euro. Eine Teil-Lesung kostet 5 Euro.

 

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erstellt am 21.Aug.2015 | 06:44 Uhr

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