Abschied : Singkreis verstummt – gesungen wird dennoch

Zum Abschied gab es für jede Sängerin und jeden Sänger eine Rose als Dankeschön von Pastorin Almut Witt überreicht.
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Zum Abschied gab es für jede Sängerin und jeden Sänger eine Rose als Dankeschön von Pastorin Almut Witt überreicht.

Sänger von Singkreis und Gemischter Chores Gammelby verlassen nach 23 Jahren die Öffentlichkeit

shz.de von
14. Dezember 2016, 06:43 Uhr

Gammelby | 23 Jahre lang haben sie Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen musikalisch begleitet. Jetzt haben sich die Sängerinnen und Sänger des Singkreises und Gemischten Chores Gammelby aus der Öffentlichkeit verabschiedet. Am Sonntag gestalteten sie zum letzten Mal musikalisch einen Gottesdienst in der Versöhnungskirche Barkelsby. Singkreisleiter Horst Dodenhoeft konnte seine Sänger diesmal nicht begleiten, da er krankheitsbedingt ausfiel.

Die meisten Mitglieder verabschiedeten sich dabei mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Im Laufe der Jahre wurden es aufgrund des Alters immer weniger Sänger, so dass die Chöre nur noch unter Schwierigkeiten alle Stimmen erhalten konnte. Dennoch waren die Auftritte, wenn sie auch immer beschwerlicher wurden, eine Anerkennung für das regelmäßige Üben.

Bereits vor 23 Jahren hatte es eine große Veränderung gegeben. Die ehemalige Kantorei der Kirchengemeinde unter der Leitung von Horst Dodenhoeft wurde in den Singkreis umbenannt. Pastorin Almut Witt zeigte großen Respekt für die damalige Entscheidung. „Es ist eine Gabe zu erkennen, wann der Zeitpunkt da ist für Veränderungen, für Abschied von dem, was lange war, was so aber nicht mehr sein kann.“

Die Mitstreiter der ehemaligen Kantorei trafen sich in neuer Weise weiter – zum regelmäßigen Kaffeetrinken und Geburtstagskuchenessen und natürlich zum Singen. Auch Auftritte wurden geplant: zu goldenen Hochzeiten, in Gottesdiensten und zu den Nachmittagen 60+. Im Laufe der Jahre wurde das Singen für viele Mitstreiter dennoch immer beschwerlicher und der Kreis der Stimmen immer kleiner.

„Für beide Kreise heißt es jetzt: Alles hat seine Zeit – zur rechten Zeit aufhören, auch um Euch selbst und dem gemeinsamen Chorleiter Horst Dodenhoeft den verdienten Ruhestand zu gönnen“, so Almut Witt. Endgültig vom Singen verabschieden werden sich die meisten Damen und Herren allerdings noch nicht. Sie werden sich auch in Zukunft immer wieder treffen, wenn auch nicht mehr regelmäßig, und zu ihren bekannten und geliebten Notenzetteln greifen. Zumindest in der Zeit, die zwischen Kaffee und Kuchen passt.
 

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