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Jahreswechsel : Silvester und Haustiere – was tun?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tierhalter und Haustiere reagieren verschieden auf Silvester. Schwansener berichten von ihre Erfahrungen.

Loose | Raketen und Böller, die gab es im Haus Jordan in Barkelsby nur selten. Als die Kinder klein waren, da hätten sie etwas gezündet, berichtet Martina Jordan. Ansonsten beobachteten sie die Silvestertage und das Geknalle eher mit gemischten Gefühlen. Wie ihnen geht es vielen Haustier- und Nutztierhaltern. Ob Katze, Hund oder eben Kühe, Hühner oder Kaninchen, sie alle reagieren verschieden auf Silvestergeräusche und Lichtblitze.

Jordans haben eher wegen ihrer Rinder Sorgen. Im teilweise offenen Stall stehen über 100 Tiere. Ginge da eine Rakete rein, dann wäre was los, ergänzt Gerhard Jordan. „Durch den Schreck würden die Tiere über die Gatter gehen“, sagt er und hofft, dass die Silvesternacht ruhig vorbei geht. Ihr vierjähriger Terrier Terry sei hingegen ein Fan von allem Lautem. Wenn draußen die Knaller und Raketen los gingen, dann wäre er ganz aus dem Häuschen und schaut aus dem Fenster, erzählt Martina Jordan. Terry liefe Krach hinterher. Der Hund einer Bekannten habe das Silvestergetöse allerdings nie gemocht. Er habe dann Beruhigungstabletten bekommen.

Ganz anders sieht es bei Jörg Albrecht in Sieseby aus. Wenn dort in der Nachbarschaft Böller hoch gehen, dann verkriecht sich Hündin Bajka, ein 14-jähriger Golden Retriever, unter Tischen und Bänken. Bei Gewitter sei es ganz ähnlich. „Sie zittert und hat Angst“, sagt er. Wie sich Bea, eine West Highland Terrierdame bei Silvester verhält, wissen sie noch nicht. Sie ist erst neun Monate alt und erlebt ihre Silvesterpremiere. Scheinbar keine Reaktion zeigen seine Katzen. Die legen sich in ihr Körbchen und schliefen ein.

Ebenso entspannt reagiert Lilli, eine eineinhalb Jahre alte Bolonka-Hündin, berichtet Siegfried Braun aus Sieseby. „Sie nimmt das ganz cool“, sagt er. Seine Hühner und Kaninchen schickt Braun an Silvester früher ins Bett. Sie bekämen eine Portion Heu mehr und er würde die Scheiben verdunkeln, damit sie die Blitze nicht sehen, berichtet er weiter.

Für die beiden Leonberger von Daniela Dittmann-Valerio in Loose beginnt der Silvestertag immer mit einem extra langen Morgenspaziergang. „Wir fahren meistens an den Strand, da ist es leer und ruhig“, sagt sie. Dort können sich Baghira (7 Jahre) und ihr Sohn Dustin (3 Jahre) so richtig austoben. Zuhause würden die Tiere dann gerne in der Stube bei ihnen sein, und sich hinlegen. Großen Drang nach draußen in den Garten zu gehen, hätten sie in der Silvesternacht nicht, sagt sie. Die Hunde hätten wohl keine Panik oder Angst, aber sie setzten sich auch nicht unnötig dem Lärm und den Lichtblitzen aus.

Für die Hunde, die rund sieben mal so gut hören könnten wie Menschen, sei die Silvesternacht vermutlich schon eine Belastung, sagt sie, vor allem wegen der zahlreichen Tonfrequenzen und Lichtreflexe. Aber es sei eben eine Ausnahmezeit, sagt, sie. Man müsse den Hunden Sicherheit vermitteln, und sie aktiv ablenken. Sie habe von Hundehaltern gehört, die ihre Hunde versuchten mit Silvesterlärm auf CD das Jahr über auf die Silvesternacht vorzubereiten. Davon halte sie nichts, die Tiere mehr als nötig mit dem Lärm zu belasten, sagt sie. Zur Ablenkung mache sie nachts das Radio etwas lauter, um die Geräuschkulisse draußen etwas abzudecken.

Überhaupt nicht verstehen könne sie, wenn Menschen Hunden gezielt Knaller vor die Füße werfen. Neben dem Lärm bestehe auch die Gefahr, dass die Hunde Feuer fingen oder vor Schreck auf die Straße liefen. Andere schnappten sogar danach, um zu spielen, „ein Horror“.

Sorgen um ihre Kaninchen hat Tochter Hannah (13) nicht. Sie bekommen in ihrem Außenstall ganz viel Heu, in das sie sich einwühlen, erzählt sie. Ins Haus holen könnten sie sei nicht, das wäre mit den beiden Hunden nicht wirklich entspannt, ergänzt Mutter Daniela Dittmann-Valerio.

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erstellt am 30.Dez.2015 | 18:10 Uhr

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