Gewerbe : Signale für neuen Edeka-Markt

Edeka-Markt-Betreiber Malte Reimer hat Interesse bekundet mit der Edeka als Partner einen neuen Markt am Ortseingang zu betreiben. Zurzeit sind die Gänge in dem 700 Quadratmeter-Markt sehr eng und vorrübergehend mit Ware vollgestellt. Das Lager im Keller ist nur sehr begrenzt.
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Edeka-Markt-Betreiber Malte Reimer hat Interesse bekundet mit der Edeka als Partner einen neuen Markt am Ortseingang zu betreiben. Zurzeit sind die Gänge in dem 700 Quadratmeter-Markt sehr eng und vorrübergehend mit Ware vollgestellt. Das Lager im Keller ist nur sehr begrenzt.

Bauausschuss empfiehlt Aufstellung von F-und B-Plan für neuen Einkaufsmarkt am Ortseingang aus Norby kommend.

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30. März 2017, 06:06 Uhr

Rieseby | 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche, 400 Quadratmeter Lager und Sozialräume, ein Bäcker mit Café und Sitzecke sowie 80 Parkplätze vor der Tür. Das sind die nackten Zahlen für einen möglichen neuen Edeka-Markt an der Ortseinfahrt Rieseby an der K 83 aus Bohnert kommend. Einen ersten Schritt zu einer möglichen Realisierung des Neubaus machte der Bau-, Wege- und Umweltausschuss bei seiner Sitzung am Dienstagabend. Einstimmig wurde der Aufstellungsbeschluss für eine F-Planänderung für ein „Sondergebiet Einzelhandel an der K 83“ gefasst. Mit einer Enthaltung wurde auch der Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan des gleichen Gebietes der Gemeindevertretung empfohlen.

In der Diskussion unter Leitung des Ausschussvorsitzenden Heino Stüve (SPD) wurde schnell deutlich, dass der Bau eines neuen Einkaufszentrums am Ortsrand, aus wirtschaftlichen Gründen und als Baustein für ein weiteres Wachstum der Schleigemeinde, ohne Alternativen ist. So sprach Bernd Mordhorst (CDU), auch als Mitglied der Arbeitsgruppe Rieseby 2025, von „einer Chance für Rieseby, die auch neue Ströme in den Ort führen könne.“

Die Edeka möchte gerne mit Malte Reimer, dem bisherigen Marktbetreiber, weiter zusammenarbeiten, erklärte Jörg Menking von der Edeka-Handelsgesellschaft Nord. Malte Reimer betreibt seit 2010 den vorhandenen Markt in der Ortsmitte. Schon damals merkten sie schnell, dass der Markt zu klein ist, sagte Reimer im EZ-Gespräch. Vor allem die geringe Lagerkapazität macht den Betrieb schwergängig, erklärte er. Er und seine Frau Andrea haben Spaß an ihrer Arbeit und würden gerne in den neuen Markt wechseln. „Noch aber müssen wir die Zahlen abwarten und die Verträge beraten“, stellte Reimer fest. Sehr gerne würden Edeka und Reimer auch in der Ortsmitte bleiben. ,,Der Standort ist super“, so Reimer. Eine wirtschaftliche Erweiterung am Standort ist aber nicht darstellbar, wie Menking bei der Sitzung feststellte. Sollte in der Ortsmitte neu gebaut werden, hätten sie es an drei Seiten mit rechtlich aufwendiger Grenzbebauung zu tun. Und sie müssten den Markt sechs Monate lang schließen und deshalb mit großen Kundenabwanderungen rechnen, erläuterte Menking. Mehrfache Verhandlungen mit dem Eigentümer der Fläche zur Erweiterung scheiterten letztlich auch an den unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die Erweiterung in der Ortsmitte würde zudem durch die rechtlichen Vorgaben zur Ausweisung von Stellplätzen erschwert. Je 20 Quadratmeter Verkaufsfläche müsse ein Stellplatz vorgehalten werden, erklärte Menking. Auf der vorhandenen Fläche sei das nicht darstellbar. Es müssten Nachbargrundstücke, wie das der dänischen Schule oder der Eckernförder Bank, zusätzlich erworben werden. Mit dem Neubau des Marktes könnte der Markt 1:1 wechseln und „wir sind die nächsten 20 Jahre gut aufgestellt“, warb Menking für das Projekt.

Er könne die Argumente alle verstehen, stellte Hartmut Schmidt (CDU) fest. Zugleich sei es aber für die Ortsmitte sehr schade. Es sei die Frage, ob eine der Banken in der Ortsmitte nicht früher oder später ihre Filiale schließe, wenn im neuen Einkaufszentrum ein Geldautomat untergebracht werde. „Wir werden dem Neubau zustimmen müssen, weil es die einzig praktikable Lösung ist“, sagte er.

Auch Matthias Remnitz (Grüne) bekundete Verständnis für die Argumente. Vor allem die baurechtlichen Vorgaben, die 60 bis 80 Stellplätze für das Vorhaben in der Ortsmitte vorschreiben würden, seien „ein Fakt“. Er befürchtet mittelfristig, dass eine Bank den Ort verlässt und weitere Anbieter zum Einkaufszentrum ziehen. Halb im Spaß brachte er den Vorschlag vor, dass doch die Bücherstube aus der Alten Post auch ein Plätzchen im neuen Markt finden könnte. Da die Zusage für ein Plätzchen an dem Abend ausblieb enthielt er sich der Stimme beim Aufstellungsbeschluss zum B-Plan. Eine gewisse Entwarnung gab Bürgermeister Jens Kolls (SPD): „Rieseby wächst und hat zentralörtliche Aufgaben, da gehören auch die Banken zu“, sagte er.

Im Edeka–Markt beschäftigt Malte Reimer zurzeit 18 Mitarbeiter. Er wisse von einem gewissen Unmut im Ort. Er müsse aber handeln, denn irgendwann „würde auch wieder ein Discounter anklopfen“, sagte er. Sollte ein zweiter Markt öffnen, müsse er mit Umsatzeinbußen von 30 bis 60 Prozent rechnen. „Dann trägt sich so ein Markt nicht mehr“. Am jetzigen Standort könnte er noch ein paar Jahre bleiben, „das ist aber endlich“. Er könne sich vorstellen, den neuen Markt zu betreiben, und natürlich seinen bestehenden Lieferservice weiter anzubieten. „Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen, er geht auch ein großes Risiko ein“, machte Reimer deutlich.

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