Signal für die Nooröffnung

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03. Juni 2014, 06:41 Uhr

Ein Supermarkt schließt. Was auf dem Dorf einer versorgungstechnischen Katastrophe gleichkäme, ist in der Stadt eher eine Randnotiz. Im Falles Markants ist dies aber ein wenig anders. Nach 20 eher unauffälligen, aber effektiven Jahren muss der Laden für die Nooröffnung weichen. Er hätte allerdings – nur ein wenig nach vorne verrückt – wieder aufgebaut werden können, direkt an der Reeperbahn. Das aber wollte Markant nicht, oder es war nicht kompatibel mit dem Partner im Geiste, dem Discounter Aldi, der nebenan sein Geschäft betreibt und etwas später ebenfalls der Nooröffnung weichen muss. Nach dem Abbruch der mächtigen GAG-Getreidesilos ist die Markant-Schließung das zweite, deutlich wahrnehmbare Signal: Es geht los, die Nooröffnung kommt. Übrigens mit Verbrauchermarkt am Schulweg, wer auch immer ihn betreiben wird. Der Finanztopf mit Bundes- und Landesmitteln aus dem Förderprogramm Stadtumbau West ist trotz der hohen Abflüsse aus dem notwendigen Grundstücksankauf – HaGe sowie zwei Eigentümerfamilien –, prall gefüllt und wartet darauf, investiert zu werden.

Es sind zwar noch etliche Fragen zu klären, und das Unbehagen will noch nicht bei allen weichen, aber rückgängig zu machen ist die Nooröffnung nicht mehr. Die kommunalpolitische Beschlusslage spricht da eine eindeutige Sprache. Was ihr aber gut tun würde, ist eine stete Rückkopplung mit dem wirtschaftlich Machbaren, verkehrstechnisch Schlüssigen und städtebaulich Sinnvollen. Und letztlich müssen auch die Bürger immer wieder mit ins Boot geholt und von den Vorzügen dieses Großprojekts überzeugt werden. Denn nur wenn die Nooröffnung von einer großen bürgerlichen Mehrheit getragen wird, wird sie auch akzeptiert und widersteht kritischen Stimmen, die sich Gehör verschaffen wollen und in jede Akzeptanzlücke vorzustoßen versuchen.

Den engagierten Markant-Mitarbeitern von der Reeperbahn kann man nur alles Gute für die Zukunft wünschen. Sie bleiben versorgt und werden auch in anderen Märkten einen guten Job machen.

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