zur Navigation springen

Gelungene Premiere : Sieseby Kultour zieht die Massen an

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach Angaben der Veranstalter spazierten an zwei Tagen fast 1000 Gäste durchs Dorf. Sie alle wollten sich Künstler, Kirche und Werke in dem Schleidorf anschauen.

Sieseby | Das kleine Dorf ist mit seinen schmucken Reetdachhäusern, seinen Gasthäusern und der herrlichen Aussicht auf die Schlei ist stets einen Besuch wert. In diesem Ambiente organisierte die Ladengemeinschaft vom Kunsthuset erstmalig die „Sieseby Kultour“. Der kulturelle Spaziergang durchs Dorf entwickelte sich zur großen Überraschung und zur Freude aller Beteiligten zu einem echten Publikumsmagneten. „Unseren Beobachtungen nach sind am Sonnabend und Sonntag nahezu 1000 Besucher nach Sieseby gekommen“, zieht Martina König, eine der Organisatorinnen, Bilanz.

Malerei, Goldschmiedearbeiten, Textilien, Holzarbeiten, Keramik, Fotografien, Lesungen und Live Musik – die fünf Inhaber der Ladengemeinschaft hatten ein vielfältiges Programm aufgestellt. Sieben Stationen animierten die Besucher zu einem Spaziergang durchs Dorf. Da war es nicht verwunderlich, dass die Organisatoren ein großes Augenmerk auf das Wetter hatten – fanden doch einige Programmpunkte im Freien statt. Doch rechtzeitig zur Eröffnung am Sonnabend, 19. September, um 11 Uhr durch die Bürgermeisterin der Gemeinde Thumby, Ulrike von Bargen, und Martina König verzogen sich die Regenwolken und es schien die Sonne.

Der Spaziergang begann im Landgasthaus Alt Sieseby, wo Marion Zobel großflächige Bilder ausstellte. Dort fanden auch an beiden Tagen Lesungen statt. Am Sonnabend las Clemens Richter, am Sonntag Karl-Heinz Groth. Ein Wermutstropfen an dieser Stelle war die Tatsache, dass verhältnismäßig wenig Besucher zu diesem Zeitpunkt den Weg ins Landgasthaus fanden. Gartenskulpturen von Jörn Brede, Bilder von Britta Kell und Christine Reinckens wurden im Kunsthuset präsentiert. Die dritte Station beruhte auf der Initiative der Kirchengemeinde. Zur Freude der Organisatoren beteiligte sie sich in Form des Angebots „Pilgerweg Sieseby“. So war an beiden Tagen die ansonsten wegen Sanierung geschlossene Kirche geöffnet. Vertreter der Kirchengemeinde standen für Erklärungen bereit. So mancher Besucher nahm die Gelegenheit wahr und erstand eine der alten Kirchendachschindeln.

Malerei von Marion Zobel, Otto Jeschke und Gisela Maack wurde im Schlie Krog ausgestellt (Station vier) ausgestellt. Gegenüber im Schlie-Krog Park waren die Tische der Bierzeltgarnituren mit echten Tischdecken bedeckt, wo die Besucher am Sonnabend der Musik des TuS Eckernförde lauschen konnten und am Sonntag der Musik der Band Kropp, die gut beschützt in einem Zelt spielten. Einen eigenen Pavillon hatte auch Marianne Harms-Metzger. Die Barkelsbyerin hielt trotz der vorüberziehenden Regenschauern Stand. Sie zeigte eine Auswahl ihrer Arbeiten: Florale Muster mit Acryl, Bitumen auf Sackleinen, Horizontale Naturereignisse. Die 60-Jährige Malerin zeigte sich vom Ambiente in Sieseby sehr angetan. Am Schleiufer standen Mitglieder der Feuerwehr und der Wassersportgemeinschaft für Informationen zur Verfügung. Am Bootshaus waren Arbeiten von Prof. Dr. Ingo Scheller aus Kriesebyau zu sehen. Unter dem Titel „Zerspiegelungen“ hatte er Fotografien, Spiegelungen auf dem Wasser, ausgelegt, stets auf der Suche nach der besonderen Perspektive. Die lockten auch Susanne Blunck aus Sieseby und Theodor Hass aus Rieseby an. Die beiden bedauerten das mangelnde Interesse der Einwohner an der Sieseby Kultour – nur wenige hätten den Weg zu den Stationen gefunden.

Ähnlich beurteilt Bürgermeisterin von Bargen die Resonanz. Es seien vor allem auswärtige Gäste gewesen, die die Kulturveranstaltung besucht hätten. Trotzdem sei auch sie von dem großen Besucherandrang überrascht gewesen. „Die Idee und die Zielrichtung sind super“, lobte von Bargen, „ich bin sehr dafür, dass so etwas in Sieseby stattfindet.“ Die Kultour stelle auf jeden Fall eine Belebung fürs Dorf dar. 2017 feiert Sieseby sein 750-jähriges Bestehen. Sie könne sich eine Verknüpfung beider Veranstaltungen sehr gut vorstellen, sagte die Bürgermeisterin.

Diese Aussage kommt den Visionen von Martina König entgegen. „Die Sieseby Kultour hat Chancen, vielleicht zweijährig in die Zukunft zu starten“, erklärt König. Das Konzept, klein – aber fein, solle beibehalten werden. An Verbesserungen wolle man arbeiten. Zunächste stehe aber eine Nachlese aller Beteiligten an. Ein kleiner Kunsthandwerkermarkt soll aber auf jeden Fall bei der nächsten Kultour angeboten werden. „Ich hoffe, auch die Siesebyer waren zufrieden“, sagt die Organisatorin. Denn ohne das Engagement der Einwohner erhalte die Kultour nicht ihren gemütlichen Charakter.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 23.Sep.2015 | 05:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen