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Kochduell : Sieg für lila Luder und drei kleine Spanier

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dr. Kai Thomsen gewinnt vierte Runde im Restaurant Laurens Dänischenhagen und zieht ins Finale 2015 ein

Dänischenhagen | Die Finalisten des Kochduells 2015 stehen fest: Tobias Lehmann aus Ascheffel, Leiter des Fleckebyer Männerchors, wird gegen Dr. Kai Thomsen, Direktor des Amtsgerichts Eckernförde, antreten. Thomsen hatte die vierte Begegnung der Vorrunde gegen Notar Dr. Michael König aus Gettorf im Restaurant Laurens auf Gut Uhlenhorst für sich entschieden – zu seiner eigenen Überraschung.

Im Gegensatz zu König, einem leidenschaftlichen Hobbykoch, hatte Thomsen bis zur Einladung der Eckernförder Zeitung, sich gegen einen Berufskollegen am Herd zu messen, mit Kochen wenig am Hut. Er stellte sich der Herausforderung, beratschlagte mit Freunden, welche zwei Gerichte er am besten zum Vier-Gänge-Menü des Abends beitragen sollte und ersann mit Kollegen phantasievolle Namen dafür, die die Gäste rätseln ließen, was sie auf ihrem Teller hatten. Hinter der Vorspeise „Drei kleine Spanier unter der roten Sonne von Schwedeneck“ verbarg sich eine Pastinakensuppe mit Rote-Beete-Mus und drei Scheiben Chorizo, einer feurigen Wurst aus Spanien. Seinem Hauptgang hatte Thomsen den Namen „Lila Luder in Company“ gegeben. Lila war die Möhrensorte, die mit Mus aus Süßkartoffeln an Roastbeef serviert wurde. Dazu hatte Ernst-Jürgen Engel, Küchenchef im Laurens, eine Sauce mit frischem Estragon und Kerbel gezaubert.

Trotz der Unterstützung durch Engel und sein Team mit Marcel Rosenfeld und Benedikt Grünberg war Thomsen die Aufregung anzumerken, die sich mit dem Heraustragen der Vorspeise langsam legte. Beim Schnippeln, Pürieren und Würzen wurde jedoch viel gelacht, die Stimmung war gut – die Kontrahenten berieten sich sogar gegenseitig beim Abschmecken ihrer Kreationen. Michael König war die Ruhe selbst. Er war in seinem Element, verlieh seinen Gerichten genüsslich die ganz besondere Note. Seine Hauptspeise hatte er „Null Bock“ betitelt, und das aus gutem Grund: Das Tier für das Rehragout mit Schupfnudeln und Kräuterseitlingen hatte er selbst geschossen. „Und danach etwas Gepfeffertes“, war der Nachtisch überschrieben, den König vor mehr als 20 Jahren kennen gelernt und seither schon ungezählte Male für Gäste zubereitet hatte: Erdbeeren, karamellisiert und abgelöscht mit Pernot, in Sahne mit einem Hauch Pfeffer.

„Das Niveau ist ziemlich ausgeglichen“, sagte Küchenchef Engel, der selbst schon etliche Kochkurse gegeben, aber noch nie so ein Duell begleitet hat. „Beide wissen, was sie wollen. Es läuft glatt und rund“, fand Engel.

 

Mit dem Kochen allein war es nicht getan – beide Teilnehmer überlegten mit Engel und Stöcken, wie sie ihre Kreationen am besten auf den Tellern anrichten sollten. Das Auge isst schließlich mit. Das Serviceteam um Restaurantchef Marc Steffen tat sein Übriges zum Gelingen des Abends bei, servierte humorvoll die Speisen mit ihren geheimnisvollen Namen im gemütlichen Ambiente des Restaurants, das mit viel Liebe zum Detail für den Abend dekoriert worden war. So hatte sich PS Blumen aus Altenholz für die Tischdeko nicht einfach ein Blumenarrangement ausgedacht, sondern jeden Strauß mit einem Herz versehen, auf dem „Das Kochduell“ zu lesen war.

Nach dem Königs gepfefferte Erdbeeren den Schlusspunkt unter das Menü gesetzt hatten, warben die Duellanten um Spenden für einen guten Zweck: König hatte am Ende 136 Euro für den Hospizverein Dänischer Wohld im Topf, Thomsen 173 Euro für das Willkommenscafé in Eckernförde. Als Gutsherr Wilhelm Eckhard Sindt dem Richter anschließend zum Sieg gratulierte, dachte dieser zunächst an einen Scherz, konnte es kaum fassen und ertappte sich wenige Minuten später bei den Überlegungen, was er im Finale kochen könnte. Wann und wo das ausgetragen wird, wird noch bekannt gegeben.

 

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erstellt am 12.Mär.2015 | 06:06 Uhr

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