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Weihnachten in der großfamilie : Sieben Kinder - und von Weihnachtshektik keine Spur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heiligabend bei einer neunköpfigen Familie. Es wird sogar getanzt - und natürlich viel gespielt.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2016 | 05:38 Uhr

Eckernförde | Wenn Emily an Heiligabend aus dem Bett aufsteht, hat die Zehnjährige von allen neun Familienmitgliedern am wenigsten geschlafen – wie immer. „Ich bin am meisten aufgeregt, ich kann einfach nicht schlafen“, gesteht sie. Während ihre Eltern Jasmin (35) und Matthias (37) sowie ihre Geschwister Cedrik (8), Niklas (7), Hailey (5), Josie (3), Laney (1) und Jugene (knapp 4 Wochen) noch in ihren Betten schlummern, greift die Älteste zum Buch. Auch wenn heute Heiligabend ist – bei Familie Wenger beginnt der Tag geruhsam.

Für viele Eltern ist der heutige Tag voller Anspannung, Hektik und Stress. Die letzten Geschenke müssen eingepackt werden, die letzten Einkäufe müssen erledigt werden – nicht so bei Familie Wenger. Alle Plätzchen sind gebacken, viele schon aufgegessen. Die große Nordmanntanne steht bereits geschmückt in der Stube, das Schmücken haben acht Familienmitglieder gestern erledigt. Nach einem späten Frühstück haben die Kinder noch jede Menge Zeit zum Spielen. „Und wir tanzen auch viel zur Musik“, verrät Papa Matthias, der von Beruf Gebäudereiniger an der Imland-Klinik ist. Außerdem sind da auch noch der Familienhund Clooney und die beiden Katzen Garfield und Cinderella, die ebenso versorgt werden müssen wie zwei Kaninchen und ein Meerschweinchen.

An diesen Weihnachten ist Mutter Jasmin besonders dankbar. Ihre Älteste leidet unter einer sehr seltenen lebensbedrohlichen Krankheit, die erst spät erkannt wurde und die nur in einer Spezialklinik in Süddeutschland behandelt werden kann. „Da merkt man, wie wichtig gesunde Kinder sind“, sagt die 35-Jährige, die noch wenige Tage vor der Geburt des Jüngsten mit Emily zur Kontrolle in Süddeutschland war.

Jede Familie hat ein festes Ritual an Heiligabend, was den Ablauf und das Essen betrifft, das aufgetischt werden soll – das ist auch bei den Wengers der Fall. Bei ihnen gibt es schon seit Jahr und Tag Raclette. Da sei für jeden etwas dabei und den Kindern mache das viel Spaß, so Jasmin. Gegessen wird vor der Bescherung, in Ruhe und mit viel Zeit. Für Baby Jugene gibt es Muttermilch.

Nach dem Essen gehen die Kinder gemeinsam mit Papa Matthias in ihre Zimmer, während Jasmin die Reste der Mahlzeit beseitigt und aufräumt. Ist sie fertig, verlässt auch sie den Raum. Nur der geschmückte Tannenbaum, erleuchtet von einer Lichterkette, bleibt mit den Katzen zurück. Und der Weihnachtsmann?

„Ich hab’ ihn schon einmal gesehen“, verät Cedrik. Damals war er fünf Jahre alt und mächtig aufgeregt, erinnert er sich. Auch Emily erinnert sich, aber sie ist sowieso immer an Heiligabend aufgeregt, sagt die Zehnjährige. Und woher weiß der Weihnachtsmann, was die Kinder sich wünschen? „Vor dem Küchenfenster steht eine Kerzenpyramide, an der jedes Kind seinen Wunschzettel zusammengerollt mit einer roten Schleife befestigt hat“, erklärt Mama Jasmin. Auch in diesem Jahr. Aber ob die Wünsche von Emily, Cedrik, Niklas, Hailey, Josie und Laney erfüllt werden, erfahren sie erst heute Abend, denn bei Familie Wenger kommt der Mann mit dem roten Mantel und dem weißen Bart immer erst in der Dunkelheit.

Auch heute – erst wenn eines der Kinder dann aus seinem Zimmer geht und in die Stube schaut – „merkwürdigerweise müssen sie alle fünf Minuten zur Toilette“, sagt die Mutter – und ruft „Der Weihnachtsmann war da“ geht es zurück ins Wohnzimmer. Tradtionell liegen dann Geschenke für die Kinder unter dem Baum. Ausgepackt wird gleichzeitig, die Neugier ist einfach zu groß. Und dann spielen alle mit ihren Geschenken. „Wir genießen einfach die Zeit zusammen“, sagt Jasmin. Da dürfen die Großen schon mal bis nach 23 Uhr aufbleiben. Dann wird auch Emily heute wieder gut schlafen können.

 

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