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Vereinbarkeit von Familie und Beruf : Sie arbeitet voll und er ist für die Kinder da

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Reihe von Beispielen aus der Praxis zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht es heute um einen Rollenwechsel, den Kathrin Molt vorstellt.

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erstellt am 05.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Damp | Sie arbeitet voll, und er ist bei den Kindern und arbeitet hinzu. Das, was heute noch eher die Ausnahme ist, das ist bei Familie Molt aus Eckernförde Praxis. Bis zur Geburt ihrer Zwillinge Ende 2006 waren Kathrin und Timo Molt beide vollbeschäftigt. Er im kaufmännischen Bereich und sie als gelernte Hotelfachfrau im heutigen Ostseehotel des zur Helios Klinikengruppe gehörigen ostsee resort damp, später am Empfang im vital centrum Damp.

Als die Geburt der Kinder anstand, stellte sich die Frage, wer bleibt zuhause? Sie verdienten gleich viel. Die Wahl fiel auf ihren Mann, der sich auf die Auszeit und die Zeit mit den Kinder sehr freute. Er übernahm alle Aufgaben rund um die Kinder, mit denen er natürlich auch zum Kinderturnen und zu Spielgruppen ging. Kathrin Molt (36) fing im Ostseehotel wieder mit einer vollen Stelle am Empfang an, inzwischen ist sie Leiterin der Reservierung in dem Hotel. Nachdem die Kinder fast ein Jahr alt waren, suchte ihr Mann sich noch einen 450 Euro-Job und war an zwei Tagen der Woche tätig. An diesen Tagen nutzte das Paar die Möglichkeit, die Kindern im Kinderparadies im Damper Fun & Sport Center unterzubringen. Von 10 bis 18 Uhr, und von 9 bis 18 Uhr in der Saison, ist das möglich, auch für Nicht-Mitarbeiter. „Dieses Angebot hat uns sehr geholfen“, sagt Molt. Inzwischen hatte sie mit ihrem Arbeitgeber, der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr unterstützt, ihre erste Anstellung im Schichtdienst im Hotel auf eine Normalarbeitszeit von 8 bis 16.30 Uhr verändern können. „Das war natürlich für die Verlässlichkeit sehr positiv“.

Zwischenzeitlich gingen die Kinder in einen Eckernförder Kindergarten, der so gut lag, dass im Notfall auch die Großeltern die Kinder spontan abholen konnten. Und während sie die Kinder morgens auf dem Weg zur Arbeit dorthin brachte, kümmerte sich ihr Mann um den Haushalt und den Garten, bevor er sie dann mittags wieder abholte. Im Kindergarten wie auch jetzt seit Sommer 2013 in der Grundschule, bekommen die Kinder Mittagessen. „Bei zwei vollen Jobs wäre das mit Kindern nicht möglich“, so die 36-Jährige. Und das wäre ihr auch nicht Recht, zu gut sei das Gefühl, dass sie ihre Kinder bei ihrem Mann gut aufgehoben weiß.

Die Ferienzeiten werden sie teils mit ihrem Urlaub abdecken, aber die Kinder werden auch mal eine Woche Urlaub bei Oma und Opa machen, darauf freuen sie sich jetzt schon. Außerdem gebe es noch die Möglichkeit der Unterbringung in der Kinderanimation im Fun & Sport Center.

Eng werde es, wenn die Kinder tagsüber, wenn auch ihr Mann arbeitet, krank aus der Schule abgeholt werden müssen. Dann müsse sie spontan los, was aber dank ihres sehr guten Teams auch möglich sei. „Wir springen alle für einander ein“, sagt sie und weiß das sehr zu schätzen. „Wenn Kinder krank sind, geht nichts über die Mutter“, sagt sie.

Ohne super Kollegen, ohne die Möglichkeiten, die der Arbeitgeber anbietet und natürlich ein Netzwerk aus Familie und Freunden, sei ihr Modell nicht möglich. Inzwischen sind die Kinder so groß, dass ihr Mann eine Teilzeitstelle sucht. Doch das sei extrem schwer, sagt Molt, „Arbeitgeber wollen eher Frauen in Teilzeit“.


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