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Ez-Interview : „Sichtbarkeit ist das A und O beim Radfahren im Winter“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Interview mit dem Ortsvorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs über Radfahren in Herbst und Winter.

Eckernförde | EZ: Sind Fahrradfahrer im Herbst und Winter gefährdeter als im Sommer?

Wolfgang Kromat: Ja, allein schon wegen der schlechten Sicht- und Straßenverhältnisse durch Laub, Schnee oder Eis. Deshalb gilt als erstes Gebot immer eine den Witterungsverhältnissen angepasste Fahrweise. Seit zwei Jahren gibt es auch Winterreifen fürs Fahrrad, für ganz harte Fälle auch Spike-Reifen.

Was kostet so ein Winterreifen?

Ein Reifen mit Winterprofil kostet mittlerweile nur noch um die 40 Euro. Er ist für Schnee sehr gut geeignet, findet aber bei Eis seine Grenzen. Spikereifen sind schon für rund 20 Euro zu bekommen.

Kommen wir zu den schlechten Lichtverhältnissen...

Viele Radfahrer sind mit mangelhafter oder gar keiner Beleuchtung unterwegs. Das ist im Herbst und Winter besonders problematisch, erst recht, wenn man dunkle Kleidung trägt.

Warum fahren so viele Menschen ohne Licht?

Aus Bequemlichkeit und weil sie denken, dass ihnen auf der kurzen Strecke, die sie unterwegs sind, nichts passieren kann. Auch die falsche Sicherheit, in der man sich wägt, wenn man auf einem Fahrradweg fährt, spielt eine Rolle. Aber Autos kommen durchaus bei Kreuzungen oder Ausfahrten ins Spiel. Ebenso andere Radfahrer, die einen übersehen können.

Welchen Anteil haben die Stecklichter dabei?

Der Gesetzgeber erlaubt die Akkubeleuchtung mittlerweile an allen Fahrrädern. Sie muss allerdings fest montiert sein. Problematisch wird’s, wenn man vergisst sie nachzuladen oder schlechte Akkus hat, die bei Kälte sehr schnell an Leistung nachlassen. Mein persönlicher Rat ist ein Nabendynamo. Er ist das sicherste System in dem Gebiet. Ein komplettes Set mit entsprechendem Vorderrad und Standlichtbeleuchtung kostet heute maximal 100 Euro. Das ist Sicherheit pur. Wer mehr will: Ich habe eine Lampe an meinem Fahrrad, die zusätzlich Fernlicht und die Möglichkeit bietet, mein Smartphone mit Navigationsgerät nebenher zu laden und zu betreiben. Dafür habe ich 120 Euro bezahlt. Komplett für Lampe vorn, Nabendynamo, Rücklicht mit Bremslicht kostet meine Lichtanlage etwa 220 Euro. Das ist ein Preis im Mittelfeld.

Welche Vorbereitungen auf den Winter empfehlen Sie?

Generell sollte man das Fahrrad durchchecken, prüfen, ob die Reifen noch genug Profil und keine Risse haben. Ganz wichtig ist die Überprüfung der Beleuchtung. Die Anschlüsse sollten nicht korrodiert sein. Dabei kann Kriechstrom entstehen und sich die Leistung verringern. Ein nächster Punkt: Alles, was beweglich ist und aneinanderreibt, sollte gefettet werden. Es kann sonst vorkommen, dass ein Bremszug Wasser zieht und im Winter festfriert. Wie beim Auto sollte man sein Fahrrad spätestens Ende Oktober winterfest machen. Wer das nicht selbst machen will, kann sein Rad in eine Fahrradwerkstatt bringen.

Was empfehlen Sie den Radfahrern generell im Winter?

Weiterfahren. Radfahren im Winter ist gesund und stärkt das Immunsystem. Wenn man das Rad durch öffentliche Nahverkehrsmittel ersetzt, sitzt man dort, wo sich auch die meisten Viren und Bakterien aufhalten. Wenn allerdings Eis liegt, würde ich es lassen. Zusätzlich empfehle ich helle Kleidung. Wer das nicht mag, für den gibt es Reflexarmbänder oder -schärpen. Sichtbarkeit ist das A und O beim Radfahren im Winter. Mittlerweile ist auch spezielle Winterkleidung erhältlich, die nicht neongelb, sondern ganz normal aussieht und die nur bei direkter Lichteinstrahlung reflektiert.

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erstellt am 30.Okt.2015 | 05:40 Uhr

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