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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 19:29 Uhr

Expertentipps : Sicher durch das Internet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Expertin Mareike Häseker empfiehlt, sich für das Anlegen von Seiten in sozialen Netzwerken Zeit zu nehmen und mahnt, keine einfachen Passwörter zu verwenden.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 06:56 Uhr

Auf die Nutzung des Internets zu verzichten ist heutzutage kaum noch vorstellbar. So hat sich viel verändert. Heiß geführte stundenlange Diskussionen über Theorien oder den Werdegang einer Person von damals, werden heute mit wenigen Handgriffen im Keim erstickt: man „googelt“ einmal schnell und findet eine Antwort sowie zahlreiche Informationen zum gewünschten Thema. Um seine Meinung öffentlich mitzuteilen, schickte mancher früher einen Leserbrief an die Tageszeitung – heute geht das über das World-Wide-Web sehr einfach. Kommunikationsplattformen wie Twitter, Skype, meinVZ oder Facebook machen es den Menschen leicht. Besonders aus dem Alltag der meisten Kinder und Jugendlichen sind die sozialen Netzwerke kaum noch wegzudenken. Über die Risiken, die freizügig preisgegebene Details, Adressen oder Fotos birgen, die häufig für jedermann sichtbar sind und weiterverwendet werden können, seien sich viele nicht bewusst, mahnt Diplom-Sozialpädagogin Mareike Häseker.

„Gerade bei Facebook ist es schwierig, sich zu schützen, weil die Sicherheitseinstellungen sehr kompliziert sind. Wenn man alles beachten möchte, braucht man drei bis vier Stunden Zeit. Diese nehmen sich die meisten nicht und öffnen Tür und Tor“, weißt die Spezialistin, die kürzlich in Gettorf einen Vortrag über Cybermobbing hielt (wir berichteten). Für Menschen unter 18-Jahren sei es wichtig, sich mit dem richtigen Alter anzumelden, da für Minderjährige spezielle Sicherheitsvorkehrungen zur Verfügung stehen. Detaillierte Informationen sind erhältlich unter http://www.klicksafe.de/facebook. Jeder sollte sich zunächst Gedanken machen, für wen die eigenen Beiträge sichtbar sein sollen. Möchte man tatsächlich „öffentlich“, also allen angemeldeten Nutzern, sein persönliches Profil zeigen, oder lieber nur den „Freunden“, oder „Freunden von Freunden“, wobei die Liste hier auch schwer überschaubar wird. Gerade Jugendliche sollten sich bewusst machen, was es für Konsequenzen haben könnte, wenn man beispielsweise „postet“, also allgemein bekannt gibt, dass man mit seiner ganzen Familie gemütlich am Strand liegt, wenn man sich nicht darum gekümmert hat, die Ortungsdienste auszuschalten und jeder weiß, dass man ich sich gut drei Stunden von seinem zuhause entfernt aufhält. Eine Anleitung gibt es unter http://praxistipps.chip.de/facebook-orte-ausschalten_2795.

Ohne nachzudenken würden viele Nutzer ihren digitalen Fingerabdruck im Netz hinterlassen und sich auch nicht scheuen, ihre Adressen oder Telefonnummern preiszugeben, weiß Häseker: „Wenn man auf der Straße von einer fremden Person danach gefragt werden würde, würde man seine Daten nicht so einfach mitteilen.“

Bevor man sich jedoch, egal bei welchem Netzwerk oder Online-Shop, anmeldet, rät Häseker, sich dafür eine zusätzliche E-Mailadresse zuzulegen, um den Zugriff auf das private Adressbuch zu schützen. Ein sicheres Passwort sei zusätzlich von großer Wichtigkeit. Die Kieler Referentin erinnert sich noch gut an einen Tag, als sie vormittags mit Schülern über die Sicherheit im Internet gesprochen hatte, und in der Abendveranstaltung ein Vater auf sie zugekommen sei und fragte, was sie denn den Kindern beigebracht hätte. Seine Tochter hätte schließlich die Kinderschutzsoftware überlistet. „Als ich ihn fragte, ob sein Passwort Kinderschutz sei, guckte er mich ganz erstaunt an“, erzählt Häseker. „Man sollte nie den Namen des Programmes oder den eigenen verwenden.“ Die Sozialpädagogin rät, sich einen Satz möglichst mit Daten zu merken, und die Anfangsbuchstaben der Wörter zu nehmen. Aus „Ich wünsche mir zu Weihnachten 2013 ein neues Smartphone“ würde also „IwmzW2013enS“ werden. Um die Vielfalt zu erhöhen sei es hierbei wichtig, auch auf die Groß-und Kleinschreibung zu achten.

Mehr Infos zum Thema Sicherheit im Netz gibt es hier: > www.bsi-fuer-buerger.de;

> www.blinde-kuh.de/fbitips.html

> www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/

medienkompetenz/ aktion-kinder-sicher-im-netz.html

 

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