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Eckernförder Zeitung

24. August 2017 | 11:01 Uhr

Warnwesten : Senioren machen sich sichtbar

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Seniorenbeirat gibt kostenlose Warnwesten für ältere Mitbürger aus für eine bessere Sichtbarkeit in der dunklen Jahreszeit.

Eckernförde | Im Sommer ist helle Kleidung angesagt, im Winter dominiert das Dunkle. Dabei wäre es andersherum praktischer: Denn wenn im Winter schon am späten Nachmittag tiefschwarze Nacht herrscht, sind Fußgänger und Radfahrer mit dunkler Kleidung für Autofahrer leicht zu übersehen. „Und ältere Menschen sind oft langsamer, als jüngere“, sagt Renate Gorny, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Eckernförde. Sie sollten besonders auf Sicherheit achten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war mehr als die Hälfte der 2015 im Straßenverkehr getöteten Fußgänger und Radfahrer älter als 65 Jahre.

Deshalb beteiligt sich der Seniorenbeirat an der Aktion „Runter vom Gas“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Dabei werden unter anderem kostenlos gelbe Warnwesten mit Reflektoren verteilt, die über der Winterjacke getragen werden können. Gestern wurden die ersten der 100 Westen an die Besucher des Seniorenfrühstücks in der Bürgerbegegnungsstätte verteilt. Sie fanden reißenden Absatz, denn durch sie „wird auch das Gefühl der Sicherheit gestärkt“, so Renate Gorny. Weitere Warnwesen können, solange der Vorrat reicht, von Mitbürgern ab 60 Jahren nach telefonischer Absprache (Tel. 6666882) bei Werner Huß vom Seniorenbeirat, Gartenstraße 35, abgeholt werden.

Der Seniorenbeirat der Stadt vertritt die Interessen von etwa 7500 Einwohnern, die 60 Jahre oder älter sind. An jedem ersten Montag im Monat veranstaltet er ab 10 Uhr ein Frühstück in der Bürgerbegegnungsstätte, bei dem informative Vorträge und unterhaltsame Einlagen abwechseln. Zusätzlich engagiert sich der Beirat in der Politik: Vor kurzem beantragte er aufgrund einer Befragung der Frühstücksteilnehmer ein Seniorenticket, mit dem ältere Mitbürger einen Preisnachlass für Bustickets und kulturelle Einrichtungen genießen sollten. Doch die Politik wollte der Argumentation des Beirats nicht folgen: Wer eine bestimmte Altersgrenze erreicht hat, ist nicht automatisch arm. Deshalb wird zurzeit ein Sozialticket diskutiert, das an die Einkommensverhältnisse gebunden ist.

„Aber genau das wollen wir nicht“, sagt Renate Gorny. „Viele ältere Menschen wollen nicht ihre Bedürftigkeit erst bei einer Behörde nachweisen müssen. Da gibt es eine Hemmschwelle.“ Ihrer Meinung nach sind auch Schüler und Studenten nicht automatisch arm, erhalten aber dennoch viele Vergünstigungen. „Ein Seniorenticket würde eher dazu beitragen, dass mehr Senioren die Busse des Stadtverkehrs benutzen, die jetzt ziemlich leer sind“, so Gorny. Außerdem habe noch keine Stadt mit Seniorenticket dieses wieder zurückgenommen.

„Das Thema ist für uns noch nicht erledigt“, sagt die Vorsitzende, die für 2017 auch neue Horizonte ansteuert: „Wir suchen für Seniorenwohnanlagen die Zusammenarbeit mit Schulen, denn die alten Leute können viel Erfahrung weitergeben.“

>Das nächste Seniorenfrühstück findet am 2. Januar um 10 Uhr in der Bürgerbegegnungstätte am Rathausmarkt statt. Die Teilnahme kostet 1,50 Euro. Diesmal ist Kerstin Bügler vom Stadtverkehr zu Gast. Sie informiert und beantwortet Fragen.

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erstellt am 06.Dez.2016 | 05:53 Uhr

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