Nach langem Warten: : Seltener Nachwuchs im Tierpark Gettorf

Schopfmakaken bringen Junges zur Welt. Tierpfleger hoffen auf weitere Nachkommen der bedrohten Art.

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25. Juli 2015, 06:20 Uhr

Schopfmakakenmutter „Kendari“ mit ihrem fünf Tage alten Nachwuchs.
Ismer/Tierpark
Schopfmakakenmutter „Kendari“ mit ihrem fünf Tage alten Nachwuchs.

Gettorf | Große Freude im Tierpark Gettorf: Die auf der Roten Liste geführten Schopfmakaken haben Nachwuchs bekommen. Ein Dreivierteljahr, nachdem Männchen Malino aus dem Zoo Jersey ins Gehege an der Süderstraße eingezogen ist, hat Kendari, eines der drei Weibchen, einen Jungen zur Welt gebracht.

Neben dem Tierpark Gettorf werden in Deutschland zurzeit nur im Vivarium Darmstadt erfolgreich Schopfmakaken gezüchtet. Sehr lange mussten die drei Weibchen in Gettorf daher auf einen männlichen Vertreter ihrer Art warten. Ganze sechs Jahre dauerte es, bis für die seltenen Affen aus Nord-Sulawesi über das internationale Zuchtbuch ein geeigneter Mann gefunden worden war. Mit dem Einzug von Malino am 16. Oktober vergangenen Jahres stieg dann auch die Spannung, ob er seinen Auftrag zum Erhalt dieser stark bedrohten Tierart erfüllen würde.

Kendari mit ihrem wenige Tage alten Baby.
Ismer/Tierpark
Kendari mit ihrem wenige Tage alten Baby.
 

Nach einem halben Jahr des Wartens wurden die ersten Zweifel laut – schließlich hatte Malino sich gleich zu Beginn sehr intensiv mit dem ältesten Gettorfer Weibchen Kendari beschäftigt, und bei einer Tragzeit von etwa sechs Monaten sollte sich doch langsam mal etwas tun, meinten die Pfleger. Hoffnungen dagegen machten Kendaris erkennbare Rundungen, die manche Pfleger nicht allein auf die gute Futterversorgung zurückführten.

Am vergangenen Sonntagmorgen wurden sie dann auch in ihrer Meinung bestätigt: Kendari war zwar noch nicht viel schlanker, trug aber ein kleines Baby unter ihrem Bauch – wie alle neugeborenen Schopfmakaken noch mit rosiger Haut und ohne die namensgebende Haartolle auf dem Kopf. Eingehende Beobachtungen zeigten rasch, dass es sich dabei um einen kleinen Jungen handelte. Und Malino? Der fühlt sich erkennbar als stolzer Vater und verteidigt seinen Erstgeborenen heftig vor allzu neugierigen Blicken. Die Pfleger hoffen nun, dass auch die beiden anderen, zurzeit noch etwas eifersüchtigen Weibchen Naomi und Kiribati bald etwas Eigenes zum Behüten haben und weitere Vertreter der Affen mit der höchsten Schutzstufe der Roten Liste in Gettorf begrüßt werden können.

Die Rundungen der Affen-Dame ließen die Pfleger hoffen - und dann war das Baby da.
Ismer/Tierpark
Die Rundungen der Affen-Dame ließen die Pfleger hoffen - und dann war das Baby da.
 

Aber die Schopfmakaken sind nicht die einzige junge Familie im Tierpark, auch in den Nachbargehegen hat sich Nachwuchs eingestellt. So sind bei den Berberaffen drei kleine Jungtiere zu beobachten, die – mittlerweile etwa zwei Monate alt – schon ihre ersten eigenen Geh- und Kletterversuche ohne mütterliche Unterstützung starten. Auch die vier Anfang Mai geborenen Nasenbären wagen schon ausgedehntere Klettertouren über die Anlage. Und schließlich sind auch bei den wolligen Alpakas in den vergangenen zwei Wochen noch zwei Kleine geboren worden.

Auch bei den Nasenbären hat sich im Mai Nachwuchs eingestellt.
Ismer/Tierpark
Auch bei den Nasenbären hat sich im Mai Nachwuchs eingestellt.
 

Der Tierpark ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Noch bis zum 6. September ist in der Paradieshalle des Tierparks täglich von 10 bis 17 Uhr eine Sonderschau mit tropischen Schmetterlingen zu besichtigen.

Das Berber-Baby erkundet mit Mama seine Umwelt.
Ismer/Tierpark
Das Berber-Baby erkundet mit Mama seine Umwelt.
 

> www.tierparkgettorf.de




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