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Nabu : Seltene Schönheiten auf den Goosseewiesen

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Nabu-Vorsitzender Jürgen Schmidt gewährt Einblicke in die faszinierende Welt der heimischen Flora.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 07:30 Uhr

eckernförde | Mehrere Male war Eckernförde Bundesumwelthauptstadt und umweltfreundliche Kommune - nicht ohne Grund. Unter anderem hat die Stadt vor 25 Jahren das 30 Hektar große Gelände der Goosseewiesen gekauft. Nicht, um dort Wohngebiete anzusiedeln, sondern um Feuchtgebiete für seltene Pflanzen zu schaffen und zu bewahren. Dass das geklappt hat, zeigt sich jedes Jahr im Frühling.

Hier wächst unter anderem die bis zu einen Meter hohe Wasserschwertlilie. Die Pflanze ist giftig und steht unter Naturschutz. Sie blüht in sattem Gelb und wächst in Feuchtgebieten. Deshalb wird sie gerne als Zierpflanze für Gewässerufer genutzt. In einer Woche werden die Lilien in voller Blüte stehen - jedes Jahr aufs Neue eine atemberaubender Anblick für Jürgen Schmidt. Der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Eckernförde ist einer der wenigen, die Zugang zu dem Gelände haben. Kein Wunder, hat der Nabu doch die Pflege des Areals in seine Hände genommen. Sein Ziel ist es, hier Pflanzen wachsen zu lassen, die auf bewirtschafteten Ackerflächen keinen Platz haben.

Dazu gehört auch die Wasserfeder. Die Blume ist auf flache Gewässer und Sümpfe angewiesen. Ihre Besonderheit: Ihre Wurzeln sind nicht fest im Boden verankert, die Pflanze schwimmt eher auf dem Wasser: Ein dichtes Geflecht aus wurzelähnlichen Blättern bildet eine Art Schwimmponton, das knapp unter der Wasseroberfläche treibt. Daraus wachsen zur Blütezeit zwischen Mai und Juli 30 bis 50 Zentimeter lange Blütenstände und ragen über die Wasseroberfläche. Lediglich die mit kleinen Wurzeln versehene Hauptsprossachse stellt eine Verbindung zum Grund her.

Besonders selten ist auch das breitblättrige Knabenkraut, das zur Familie der Orchideen gehört und momentan in seiner vollen lila Blüte steht. Die Pflanze steht auf der roten Liste gefährdeter Arten. Ihr Lebensraum ist sehr eingeschränkt, da sie in Symbiose mit einem Pilz lebt und sich somit nicht überall verbreiten kann. Deshalb kann man das Knabenkraut auch nicht so einfach umsiedeln.

Um diese besonders geschützten Pflanzen zu fördern, muss jeden Winter in mühsehliger Handarbeit das Schilf auf diesen Flächen gemäht und aus dem Gelände getragen werden, damit das Knabenkraut im Frühling genügend Sonnenlicht erhält. Erst wenn die Pflanze ihre Samen ausgebildet hat, wird die Fläche wieder von den "lebendigen Rasenmähern", einer Herde Heidschnucken, beweidet.

Nicht zuletzt zählt auch der Fieberklee zu den besonders seltenen Pflanzen auf den Goosseewiesen. Er ist eigentlich gar kein Klee, sondern gehört zur Familie der Enziangewächse. Auch er ist an feuchte, naturbelassene Wiesen gebunden, von denen es immer weniger gibt.

Diese Naturschönheiten bekommen allerdings nur wenige Menschen zu Gesicht - die Goosseewiesen sind für die Öffentlichkeit gesperrt. Der Nabu würde sich freuen, weitere Mitglieder sich an der Erhaltung und Pflege des Landschaftsschutzgebietes beteiligen.

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