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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 16:48 Uhr

Leichtathletik : Selina Schulenburg holt Silber

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Deutsche U18-Meisterschaft in Jena für zwei Altenholzer ein großer Erfolg: Jesko Caliebe läuft in neuer persönlicher Bestzeit im Finallauf über 800 Meter auf Rang 5.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Die 28. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U18 auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena dürften in den Analen des TSV Altenholz einen ganz besonderen Platz einnehmen. Noch nie haben Nachwuchskräfte des TSV mit einer solchen Erfolgsbilanz die Heimreise angetreten. Hochspringerin Selina Schulenburg, die als Titelverteidigerin startete, war auch diesmal weit vorne mit dabei. Mit 1,80 m wurde sie hinter Mareike Max (SV Werder Bremen), die 1,82 m übersprang, Vizemeisterin. Eine überragende Premiere bei einer Deutschen U18-Meisterschaft feierte Mittelstreckler Jesko Caliebe. Mit 1:54,37 Minuten landete er auf einem von ihm nicht erwarteten fünften Platz. Angereist war er mit einer Bestzeit von 1:57,38 Minuten. Im Sog eines ganz schnellen Finallaufes konnte er seine im Vorlauf aufgestellte Bestzeit von 1:55,42 Minuten im Endlauf nochmals verbessern.

Gold verloren? – diese Frage stellte sich für Hochspringerin Selina Schulenburg nicht. „Ich habe mein Ziel, nochmal eine gute Höhe zu springen, absolut erreicht. Damit bin ich völlig zufrieden“, freut sich die Altenholzer Schülerin, die nach der WM im kolumbischen Cali doch einige Mühe hatte, den Jetlag zu überwinden. „Darunter hat Selina doch zu leiden gehabt. Doch als ich sie am Sonnabend bei der Vorbereitung auf den Wettkampf sah, da wusste ich, dass sie vollkommen da ist und sich auf den Wettkampf einzustellen weiß“, meint TSV-Trainer Karsten Ralfs. Sein Gefühl trog nicht – sein Schützling präsentierte sich hellwach und kam mit guten Sprüngen in den Wettkampf. 1,64 m , 1,68 m und 1,71 m schaffte sie jeweils im ersten Versuch. Eng wurde es bei 1,74 m. Diese Höhe meisterte sie erst im dritten Versuch. „Das ist irgendwie komisch. Bei dieser Höhe hatte ich zuletzt immer Probleme. Doch zum Glück gelingt es mir immer wieder, diese dann im dritten Versuch zu meistern. Warum das so ist, kann ich mir auch nicht erklären“, sagt die deutsche Vizemeisterin. „In solchen Situationen ist sie immer ganz cool. Sie versteht es einfach, zu wichtigen Zeitpunkten eines Wettkampfes voll auf der Höhe zu sein. Da bringt sie dann auch ein durch eine Umrandung ungewohnter Anlauf nicht aus der Ruhe“, kann auch Trainer Ralfs nur staunen. Der dritte Versuch über 1,74 m war ganz stark. Da zeigte sich, dass die Altenholzerin endgültig im Wettkampf angekommen ist. 1,77 m und 1,80 m nahm sie jeweils im ersten Versuch. 1,82 m waren dann nicht mehr drin. Die musste sie einer ganz starken Mareike Max überlassen. Sie nahm alle Höhen im ersten Versuch. „Die hatte ich schon auf dem Zettel“, sagt Ralfs, für den der Sieg der Bremerin deshalb auch keine große Überraschung war. „Die Vizemeisterschaft ist nicht mit einem Hauch von Enttäuschung verbunden. Wir sind total zufrieden. Das macht richtig Lust auf den Winter“, sagt der TSV-Trainer.

Von Hochspringerin Selina Schulenburg ist Ralfs schon Topleistungen gewohnt. Da reiht sich jetzt auch Mittelstreckler Jesko Caliebe ein. „Was Jesko heute geleistet hat, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Das ist unglaublich“, sagt Ralfs begeistert. Dass bei diesen Titelkämpfen für den talentierten Caliebe was gehen könnte, hatte sich bereits in seinem Vorlauf angedeutet. Er hatte keine Mühe, sich für das Finale der besten Zehn zu qualifizieren. Was dann aber im Finale ablief, wird der Altenholzer Schüler wohl nicht so schnell vergessen. Die Topleute, wie der spätere Sieger und U18-WM-Achte Pascal Kleyer (LG Region Karlsruhe) gingen die erste Runde wahnsinnig schnell an (etwa 53 Sekunden). Davon aber ließ sich Caliebe nicht verleiten. Dennoch, mit 54,8 Sekunden legte er auch seine mit Abstand schnellste erste Runde in einem 800 m Lauf hin. Sonst liegt seine Zeit bei etwa 57 Sekunden. Die 54,8 Sekunden musste Caliebe aber bringen, um nicht den Anschluss an die Spitze frühzeitig abreißen zu lassen. Das mutige Angehen zahlte sich aus. In einem rasanten 300m-Schlussspurt leitete Caliebe eine Verfolgungsjagd gen Spitze ein. Er lag hier an achter Stelle und schaffte es aus dieser Position noch auf einen unerwarteten fünften Platz vorzulaufen. „Auf der Zielgeraden hat Jesko seine Konkurrenten bedingungslos einkassiert. Da hat er wieder viel Willenskraft bewiesen. Das war ganz große Klasse“, lobt Ralfs seinen U18-DM-Debütanten.

„Dass ich meine Zeit aus dem Vorlauf nochmals verbessern konnte, hat mich schon überrascht, denn ich war nach diesem Lauf doch fertig. Im Finale habe ich dann nochmal alles gegeben. Es hat sich gelohnt“, beschreibt Caliebe die Eindrücke dieser für ihn so großartig verlaufenen Meisterschaft.

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