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Eckernförder Zeitung

25. November 2017 | 10:51 Uhr

Borbyer Gilde : Selbstbewusst aus Tradition

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Stadt empfängt die mit 1300 Mitgliedern größte Gilde des Landes / Platzkonzert und die wirbelnde Borbyer Gildefahne auf dem Rathausmarkt

von
erstellt am 02.Jun.2015 | 13:01 Uhr

Der Ausflug nach Eckernförde mit allem Drum und Dran war für die stolze Borbyer Gilde wieder einmal ein Festtag. Auch die Eckernförder feierten mit und staunten nicht schlecht bei dem Aufgebot an Borbyer Würdenträgern, Gildeinstitutionen und Symbolkraft. Da die Gildemitglieder aus dem erst 1934 eingemeindeten Borby niemals die „holten Brüch“ zu Fuß überqueren würden, kam der harte Kern auch in diesem Jahr mit dem großen Bus vor das Rathaus vorgefahren, um anschließend dem Empfang von Bürgermeister Jörg Sibbel und Bürgervorsteherin Karin Himstedt im Ratssaal zu folgen, zu dem auch die Spitzen der übrigen drei Eckernförder Gilden eingeladen waren. „Ju hebbt all den Pip an und en Glas inne Hand, dat es endlich mol’n vernünftige Luft in’t Rathus“, freute sich der Bürgermeister über den brennenden Tabak in den Tonpfeifen in der ansonsten rauchfreien Zone des Rathaus. Während der Gildezeit herrscht eben Ausnahmezustand in der Stadt. Bürgermeister Sibbel sprach von einer „fröhlichen Zeit“, die die Gilden, und insbesondere die bodenständige und volksnahe Borbyer Gilde, den Menschen bescherten. In Borby werde ‚„ein echtes Volksfest im positiven Sinne gefeiert“, sagte Sibbel, der selbst in allen vier Gilden der Stadt Mitglied ist, in seiner launigen Rede auf Plattdeutsch, der Amtssprache der Gilde. Wer nicht Mitglied der Borbyer Gilde ist, sei „ohne Konfession“. Er lobte die Geselligkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl, aber auch die Öffnung fürs Moderne, die die Borbyer Gilde besonders sympathisch machten. Juchfrauen, Schaffer, der Gildevorstand sowie alle Funktionsträger und Helfer leisteten sehr viel ehrenamtliche Arbeit, ohne die die Gildefeste nicht möglich wären. Sibbel dankte ausdrücklich allen Helfern für deren Einsatz.

Auch der Vorsitzende Lorenz Marckwardt wies auf das hohe ehrenamtliche Engagement hin, „dat is gor nich hoch genug to würdigen.“ Marckwardt erinnerte an das Borbyer Gemeinschaftsgefühl nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“, die enge Verbindung von Kirche und Gilde und die legendären Gildefeste mit großer Beteiligung auch ohne Gildelokal. Nachdem er die Korrektur des plattdeutschen Stadtnamens „Eckernföör“ mit dann nur noch einem „ö“ anregte, blickte er angesichts des guten Zulaufs jüngerer Mitglieder optimistisch in die Zukunft.

Draußen auf dem Rathausmarkt hatten das TuS-Blasorchester und Drums & Pipes das Kommando übernommen. Mit flotten Stücken wie „Down by the Riverside“, „Puppet on a String“ und einigen Märsche boten sie beste Unterhaltung für die vielen Zuschauer, die anschließend über die treffsicheren Gildeverse von Bürgervorsteherin Karin Himstedt staunten: „Nur gemeinsam sind wir stark, / ganz egal, was kommen mag. / Am Steindamm steht dafür als Zeichen / seit kurzem nun die Gildeeiche. / Möge sie wachsen und gedeihen, / so wie die Gilden seit langer Zeit. / Wenn fröhlich feiern, alt und jung, / bleibt die Gilde gut in Schwung“, lautete die Abschlussstrophe.

Einer der Höhepunkte des Gildefestes sind die Auftritte von Fahnenschwenker Joachim Fey. Der 64-Jährige hat den Bogen raus: vier Mal über den Kopf für den Schutz des Lebens, vier Mal um den Rumpf für Gesundheit und Seele, vier Mal um beide Beine, mit denen man fest im Leben steht, und vier Mal um ein Bein für den Fall, dass man mal etwas an Bodenhaftung verliert. Die Borbyer Gilde hat eben an alles gedacht.

 

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