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Selbst ist der Flüchtling: Fahrradbau in Eigenregie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erste Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt für Flüchtlinge im Brennofenweg 4 eröffnet / Initiatoren hoffen auf Spenden

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2015 | 06:07 Uhr

Wirklich gute Ideen beginnen meist im Kleinen. So hat etwa der Eckernförder Rolf. F. Zimmermann im vergangenen Jahr angefangen, 60 Fahrräder wieder fahrtauglich zu machen und an Flüchtlinge abzugeben. Dass Mobilität, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit wichtige Eckpfeiler zur Integration von Flüchtlingen sind, haben nicht nur Einzelpersonen wie Zimmermann, sondern auch viele Initiativen, die sich um die Integration von Flüchtlingen bemühen, erkannt. Fahrräder zu sammeln, zu reparieren und an Flüchtlinge zu vermitteln, ist ein wichtiger Teil ihrer Arbeit.

Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ haben der Verein Umwelt – Technik – Soziales (UTS) und das Heilpädagogium an der Ostsee gestern Vormittag im Brennofenweg 4 die erste Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt für Flüchtlinge ins Leben gerufen. „Wir wollen auf diese Weise zur Integration von Flüchtlingen in Eckernförde beitragen“, sagte Christof Schreiber, Verwaltungsleiter des Heilpädagogiums.

Viele Flüchtlinge in Eckernförde haben bereits ein Fahrrad als Spende erhalten, immer noch aber müssen andere auf ein Rad warten. „Gerade in den ersten Monaten in der neuen Umgebung ist Mobilität für sie wichtig, um etwa täglich einen Sprachkurs zu besuchen oder die vielen notwendigen Behördenbesuche zu erledigen“, so UTS-Geschäftsführer Lutz Oetker. Häufig seien gespendete Räder über kurz oder lang wartungs- und reparaturbedürftig. Bisher habe man mit der Fahrrad AG der Peter-Ustinov-Schule einen Partner gefunden, um die Reparaturen vorzunehmen. „Mit der Selbsthilfe-Werkstatt haben wir nun noch eine zweite Möglichkeit“, so Oetker. Flüchtlinge und ihre Unterstützer können dort ihre Räder reparieren oder gespendete Räder selbstständig in Stand setzen.

Immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr und mittwochs von 10 bis 12 Uhr haben Flüchtlinge aus Eckernförde und Umgebung die Möglichkeit, ihre Räder wieder auf Vordermann zu bringen. Zu diesen Zeiten können nach Absprache auch Räder als Spende abgegeben werden. Die Integrationslotsinnen Hanane Dhaibi und Meike Andersen kümmern sich darum, dass die abgegebenen Räder schnell weiter gegeben werden. Die Materialien für die Reparaturen werden von den beteiligten Initiativen zur Verfügung gestellt. Volker Schöneshöfer von Pro Region wird die Werkstatt ehrenamtlich betreuen.

Neben der Reparatur möchte die Werkstatt Flüchtlingen auch die Möglichkeit bieten, sich aktiv und praktisch zu betätigen. „Und das durchaus mit der Perspektive auf eine berufliche Karriere“, so Oetker weiter. Die erste Anfrage nach einem Zweiradmechanik-Auszubildenden liege der Initiative „Willkommen in Eckernförde“ bereits vor.

Damit die Fahrradwerkstatt ihren Zweck erfüllen kann, sind die Initiatoren auf Geld- oder Sachspenden angewiesen. Auf der Internetseite www.willkommen-in-eckernfoerde.de haben Interessierte die Möglichkeit an UTS zu spenden.

> Öffnungszeiten: Mittwochs von 10-12 Uhr und donnerstags von 15-17 Uhr.

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