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Auszeichnung : Seit Jugendzeiten ein Herz für die Natur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Horst Andritzke hat gestern die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen

Seit vielen Jahrzehnten ist Horst Andritzke im Natur- und Umweltschutz aktiv. Ob im angewandten Artenschutz oder bei langfristig angelegten Monitoring-Projekten, der Borgstedter Hobby-Ornithologe hat viele Stunden und Tage seiner Freizeit ehrenamtlich in die Erhaltung der regionalen Umwelt investiert. Gestern ist Andritze in Kiel von Minister Robert Habeck für sein ehrenamtliches Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Bereits im Jugendalter hat die Begeisterung für die Natur und ihre Vorgänge den heute 82-jährigen gepackt. „Ich war schon immer naturinteressiert, auch als Schüler“, erinnert sich Andritzke an seine Anfänge zurück. Sein Biologie-Lehrer habe damals das Interesse geweckt. „Er hatte eine Beringungslizenz und schickte mich zusammen mit einem Freund nach Bergenhusen, um dort Störche zu beringen“, sammelte Horst Andritzke schon früh Erfahrungen in der praktischen Vogelkunde. „Wir haben aber auch Pflanzen zum Bestimmen mit in die Schule gebracht“. Die Bewunderung für die Vogelwelt habe aber von Beginn an die größte Rolle in seinem Wirken gespielt. Als Aktiver im Bund für Vogelschutz leitete Andritzke schon früh eine eigene Jugendgruppe. Während der beruflichen Ausbildung und dem Studium zum Diplom-Ingenieur für Bauwesen musste die Naturbegeisterung jedoch erst einmal in die zweite Reihe rücken. Ab 1967 wartete dann aber ein neues Projekt auf den Ornithologen. Ein Jahr zuvor war die Internationale Wasservogelzählung ins Leben gerufen worden. Zwischen September und April werden hierbei die überwinternden und rastenden Wasservögel eines Binnengewässers oder Küstenabschnittes erfasst. Für Horst Andritzke wurde so der Wittensee zu seinem „Heimatgewässer“. Mit einigten Jahren Unterbrechung führt er im Winterhalbjahr noch heute die Vogelzählung einmal im Monat durch.

Über diese Aktivität kam dann auch der Kontakt zum Verein zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Raume des Naturpark Hüttener Berge“ (VFUL) zu Stande. Die Organisation suchte ab 1995 einen ehrenamtlichen Betreuer für das damalige Artenschutzgebiet am Wittensee und wurde in dem Borgstedter Ornithologen fündig. „Nachdem aus dem Artenschutzgebiet ein FFH-Gebiet wurde, habe ich auch die Betreuung für den kompletten See übernommen“, ist Horst Andritzke zusammen mit drei weiteren Mitstreitern aktuell Betreuer für 1220 Hektar Naturschutzfläche. Und seine Arbeit trägt Früchte. Nach dem Bau von zwei Flößen für die am Wittensee brütenden Fluss-Seeschwalben – vom gelernten Ingenieur selbstverständlich in Heimarbeit gefertigt –, sei die lokale Population der Seeschwalben wieder gesichert. Auch die Bedingungen für die Eisvögel in den Hüttener Bergen hat Horst Andritzke durch das Aufstellen von Brutcontainern verbessert. Zwei Jahre in Folge hätten die fliegenden Edelsteine nun Junge in einem Kasten aufgezogen, berichtet Andritzke stolz. „Das sind natürlich die Höhepunkte der letzten Jahre gewesen“, sieht man ihm die Freude über jedes neue Küken an. Wenn der Ornithologe einmal nicht am Wittensee anzutreffen ist, engagiert er sich im Landesverband Eulenschutz oder in der Projektgruppe Seeadlerschutz. Nach mehreren selbst entdeckten Neuansiedlungen ist er seit 2009 Vor-Ort-Betreuer für einen Seeadlerhorst südlich des Nord-Ostsee-Kanals. Ans Aufhören denkt der Rentner aber deshalb noch lange nicht. „Das schönste für mich ist, wenn ich mit meinen Freunden und Mitstreitern am Wittensee tätig sein darf“, hat Horst Andritzke die nächsten Projekte sicherlich schon im Hinterkopf.

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