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Schule am Noor : Seit 40 Jahren Bildung für alle

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Schule am Noor hat ihr Jubiläum mit einem Rückblick auf 40 Jahre integrative Arbeit gefeiert. Auch Kollegen der ersten Stunde waren unter den Gästen.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2016 | 06:12 Uhr

Eckernförde | Was heute undenkbar ist, war vor 40 Jahren noch die Regel: Kinder mit einer geistigen Behinderung wurden nicht beschult, weil es keine Angebote für sie gab. Daran erinnerte Ulla Engel am Freitag aus Anlass zum 40. Geburtstag der Schule am Noor. Die Schulleiterin sprach aus eigener Erfahrung: „Mein Bruder kam deshalb erst mit zehn Jahren in die Schule.“

Doch am 4. August 1976 wurde alles anders. An diesem Tag eröffnete die Schule am Noor im ehemaligen Gebäude der Landwirtschaftsschule im Stolbergring. Damals trug sie noch den Namen „Sonderschule für geistig Behinderte“ , mittlerweile ist sie ein „Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entwicklung“. Ihren Namen „Schule am Noor“ erhielt sie 1985. Träger der Schule ist der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Erster Schulleiter war Reinhart Post. Er war, so wie viele Kollegen der ersten Stunde, am Freitag zur Feierstunde an der Schule gekommen.

Der offizielle Teil des Tages wurde kurzgehalten. Die 86 Schüler wollten den Eltern und Gästen lieber ihre Schule zeigen, schließlich hatten sie alle etwas vorbereitet. Ob Steine bemalen im Jubiläumsbeet, Foto-Ratespiel, das Bauen von Papierbooten oder eine Schatzsuche – es gab genug zu entdecken. Darunter war auch ein Klassenraum, in dem die Klasse 8 mit Lehrerin Alexandra Martens viele Utensilien aus den 70er-Jahren ausgestellt hatte: Schreibmaschine, Schallplatten, ein Kochbuch mit dem Titel „Die praktische Hausfrau“ ein Schulranzen mit Fix- und Foxi-Aufklebern und längenverstellbare Rollschuhe – am meisten beeindruckte wohl die Abba-Musik und die bunte Kleidung, die die Besucher anprobieren konnten.

Natürlich konnten auch die Räumlichkeiten selbst erkundet werden. 2006 erhielt die Schule einen großen Anbau, 2011 wurde ein kleiner Fußballplatz mit Kunstrasen eingeweiht, 2015 eröffnete der Snoezelen-Raum. In ihm können sich Schüler bei gedämpfter Beleuchtung auf einem Wasserbett oder beim Anblick von Wassersäulen entspannen.

Das alles war vor über 40 Jahren noch undenkbar. „Es gab nur einen Sonderhort zur Betreuung für Menschen mit Behinderung in der Schleswiger Straße“, erklärte Ulla Engel. „Es wurde schon versucht, ihre Entwicklung zu fördern, aber eine Schule gab es nicht.“ 20 Lehrer arbeiten heute an der Schule, acht sozialpädagogische Assistenten, zehn Schulbegleiter, drei FSJler, ein Hausmeister, eine Sekretärin und zwei Reinigungskräfte. „Und bislang hat sich noch nie ein Lehrer von hier wegversetzen lassen“, so Ulla Engel. Sie hat 2003 die Nachfolge von Reinhart Post angetreten, nachdem Sabine Apenburg die Leitung für längere Zeit kommissarisch übernommen hatte.

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