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Eckernförder Zeitung

21. November 2017 | 09:27 Uhr

„Seine Liebe waren die Blumen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Max Streckenbach (1863-1936) wurde mit seinen Blumenbildern berühmt

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 15:37 Uhr

Als meine Frau im letzten Sommer im Rahmen ihrer Arbeit für die AG-Fotodokumentation der Heimatgemeinschaft Grabsteine auf dem Mühlenbergfriedhof fotografierte, musste sie leider feststellen, dass der Grabstein von Max Streckenbach nicht nur sehr verschmutzt, sondern auch mit einem Aufkleber „Unfallgefahr“ versehen war. Sie fragte sich, was passiert mit diesem Grabstein, wenn er umfällt, wird er dann entsorgt? Eine Nachfrage beim Friedhofsamt brachte aber die Gewissheit, dass der Eigentümer dieser Grabstelle über den Zustand informiert wurde. Sie hoffte, das im Jahre 2016, an seinem 80. Todestag, alles wieder in Ordnung gebracht würde. Jetzt, im Frühling 2016 steht der Grabstein wieder fest in der Erde und ist von jeglichem Schmutz befreit. Nur schade, das jeglicher Blumenschmuck fehlt.

Geboren wurde Streckenbach 1863 in Eckernförde als Sohn des Apothekers Udo Streckenbach. Folgerichtig sollte Max als ältester Sohn die Apotheke seines Vaters übernehmen und begann nach dem Besuch der Domschule in Schleswig ein Biologie- und Medizinstudium in mehreren deutschen Städten und in Bern. Bereits während seines Aufenthalts in der Schweiz wandte er sich der Malerei zu und trat dann in Eckernförde an die Öffentlichkeit. Er stellte Landschaften, Blumenstillleben und Porzellanmalerei vor. Seine Motive waren Mohn, Rosen, Tulpen und Weihnachtssterne, Klatschmohn gilt als sein Lieblingsmotiv. Oft zeigen seine Motive auch die Vergänglichkeit der Schönheit, man sieht abgefallene Blätter und Blüten, die sich bereits neigen.

Sein Können erwarb er nach eigenen Angaben autodidaktisch. Der Erfolg stellte sich recht schnell ein, er wurde ein gefragter Blumenmaler, sogar das Kaiserhaus soll zu seiner Kundschaft gehört haben. Er verbreitete seine Werke auch als Öl- oder Farbdrucke und schaffte es auf die Titelseiten amerikanischer Magazine.

Das Gesamtwerk ist unüberschaubar. Das Museum Eckernförde stellt zwölf Gemälde Streckenbachs in einem Raum aus, überwiegend hervorragende Blumenstillleben, einige Landschaften und Porzellanmalerei, eingebettet in Möbel und Accessoires aus seiner Zeit. Im Jahre 2006 zeigte das Museum eine umfangreiche Ausstellung seiner Werke. Dort wird auch ein Archiv über sein Schaffen geführt, das laufend ergänzt wird.

Mit seiner Schwester lebte er unverheiratet in der Villa seiner Eltern, die heute noch weitgehend unverändert im Vogelsang 8 steht, die schmale Gasse von dort zum Mühlenberg ist nach ihm benannt. Zeitgenossen beschrieben ihn als charmant, witzig bis ironisch, als Kavalier alter Schule, stets gut gekleidet, nicht ohne Eitelkeit, selbstbewusst, Geld und Musik liebend. Er schien zeitweise gezwungen zu sein, mit Bildern zu bezahlen, so dass diese weit gestreut sind und auch heute noch dem Museum Eckernförde angeboten werden. Max Strecken bach starb am 22. September 1936, trotz seiner angegriffenen Gesundheit für sein persönliches Umfeld überraschend. In seinem Nachruf heißt es: „Er malte nur nach der Natur. Die Blumen wusste er auf eine ganz eigene wirkungsvolle Art zu ordnen, so dass der Kenner schon am Aufbau sofort ein Bild Streckenbachs erkennen kann. Seine Liebe waren die Blumen, und dieser Liebe ist er sein ganzes Leben lang treu geblieben.“

In unserem Museum können Sie sich davon überzeugen.


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