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Eckernförder Zeitung

18. November 2017 | 13:11 Uhr

SEGELN : Segler kommen an ihre Grenzen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die 22. Eichhörnchen-Regatta in der Eckernförder Bucht hat den Teilnehmern alles abgefordert. Es gab Böen bis zu sieben Windstärken.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2015 | 06:00 Uhr

Eckernförde | Sonne, kaltes Wasser und ganz viel Wind: Für die knapp 200 Boote mit ausschließlich jugendlichen Seglern auf der Eckernförder Bucht war es ein anspruchsvolles Segelwochenende beim Eckernförder Eichhörnchen. Zum 22. Mal zog es die Segler aus ganz Deutschland sowie aus Dänemark an die Fördestadt, um unter nicht ganz einfachen Windverhältnissen gegeneinander anzutreten.

Mit Wind aus Nordwest, der am Sonnabend in Böen bis zu Windstärke sieben auf der Außenbahn bei den 29ern und Europes durchholte, kamen die Segler nicht nur körperlich, sondern auch materiell bei fünf in Folge gesegelten Wettfahrten an ihre Belastungsgrenzen. War ursprünglich geplant, auf drei Wettfahrtbahnen zu segeln, wurde das Konzept aufgrund von zu geringen Meldezahlen bei den 29ern kurzfristig geändert und diese zusammen mit der Europe-Klasse gestartet.

Von dieser Entscheidung profitierten die Opti-A Segler, die, so von der Außenbahn gelöst, zusammen mit der Opti-B Gruppe in deutlich geschützteren Gewässern ihre Wettfahrten absolvierten. Ein Umstand, der für die Zeitnehmercrew auf dem gemeinsamen Zielschiff ab dem ersten Zieldurchgang pausenlose höchste Konzentration abverlangte, da zeitweilig mehrere Boote nahezu zeitgleich durchs Ziel gingen.

„Es war am Sonnabend äußerst schwer, das Boot möglichst aufrecht zu halten“, berichtet der zehnjährige Simon Heindel aus dem Düsseldorfer Raum, für den es die erste Seeregatta war und der alle Wettfahrten durchsegelt hat. Kräftemäßig aufgezehrt, gaben in der noch stark von Anfängern geprägten Opti-B Gruppe am Vortag 34 Teilnehmer auf, wogegen alle Opti A-Segler an beiden Tagen durchhielten.

Rasanter ging es auf der Außenbahn zu, wo die 29er ihr Geschwindigkeitspotenzial mit durchschnittlich 20 Knoten unter Gennaker voll entfalteten. Hier dominierte von Anfang an das Team Hinnerk Siemsen mit Vorschoter Sören Brandt vom Kieler Yachtclub (KYC), das mit zwei ersten und einem zweiten Platz die Richtung vorgab. In insgesamt neun Wettfahrten hielten sie ihre Verfolger und Mannschaftskollegen Adrien-Paul Farien und Mirco Klösel zunächst mit drei Punkten und zum Ende sogar mit sechs Punkten Vorsprung auf Abstand.

Die als Favorit gehandelte Crew Gwendal Lamay mit Vorschoter Luke Willim schafften es gerade noch in die erste Hälfte auf den fünften Platz. „Uns fehlte es unter diesen Bedingungen einfach an Crewgewicht, auch müssen wir noch besser im Handling werden“, gesteht Lamay selbstkritisch, der in 29er-Bootsklasse noch am Anfang steht, jedoch auch dort schon Erfolge verbuchen konnte. Ganze vorne mischten in den beiden Opti-Gruppen auch junge SCE-Segler mit, so kam Jari Brückner unter 99 Konkurrenten auf den dritten Platz in der Opti-B und Ansgar Hermeler auf Rang sechs in der Opti-A Gruppe. Beide wurden damit in ihrer Gruppe Kreismeister.

Gab es in der Vergangenheit für die Eltern nur entfernten Einblick auf die Regattabahn der Opti-B-Segler, wurden erstmals vom SCE-Mitglied Uwe Herrmann stundenweise Regattabegleitfahrten auf dessen Boot angeboten, die stets ausgebucht waren. Auch „Opti-Mutter“ Linda Rickenbrock aus Bremen nutzte dieses Angebot: „Man konnte ganz aus der Nähe sehen, wie die Kids segeln und welche Aktion an der Bahnmarke passiert“, berichtet sie.

Zufrieden zeigten sich die Organisatoren über die Veranstaltung, die ihnen auch von Segelgästen viel Lob einbrachte. Für die Segler war es extrem anspruchsvoll. Deshalb sagt der 2. SCE-Vorsitzende Jupp Bolthausen auch: „Ich bin froh, dass alle Segler heil und ohne Verletzungen wieder an Land sind“.

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