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Neue Ausstellung : „Seesoldaten zum Anfassen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Seebataillon hat in der Preußerkaserne eine neue Dauerausstellung über Ausbildung und Aufgaben seiner Soldaten für die Öffentlichkeit eröffnet.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2017 | 05:45 Uhr

Eckernförde | Das Seebataillon in Eckernförde wird immer beliebter – zum einen bei den Bewerbern um Soldatenstellen, zum anderen bei jungen Offizieren: „Etwa 50 Prozent der jungen Offiziere, die an der Bundeswehr-Universität studieren, bewerben sich für das Seebataillon“, sagt Flottillenadmiral Jan C. Kaack, Kommandeur der Einsatzflottille 1, nicht ohne Stolz. Dennoch gilt: Was genau die Seesoldaten machen, welches ihre Aufgaben sind und wie ihre Ausbildung aussieht, das wissen immer noch viele Menschen nicht.

Um das zu ändern, hat Kaack gestern die Dauerausstellung „Meer.Land.Marine“ auf dem Gelände der Preußerkaserne eröffnet. Auf rund 100 Quadratmetern wird hier das Seebataillon erklärt. „Wir sind an fast jedem Einsatz der Bundeswehr beteiligt“, sagt Fregattenkapitän Axel Meißel, Kommandeur des 2014 neu aufgestellten Verbandes. „Und jetzt kann man auch in Eckernförde erleben, was es bedeutet, die Ausrüstung eines Boarding-Soldaten zu tragen. Wir stellen nach, wie die Küsteneinsatzkompanie einen Checkpoint betreibt. Die Besucher können ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit den Handschuhen eines Minentauchers unter Wasser Schrauben zu lösen oder sich ansehen, wie ein Scharfschütze in voller Montur aussieht.“ Der Kommandeur betont, dass die Ausstellung mehr sei als eine bloße Schau von Exponaten: „Wir wollen einen Eindruck von unseren Einsätzen, unserer Ausbildung und Ausrüstung vermitteln. Jeder Besucher soll sehen, was das Seebataillon ausmacht. Deshalb bieten wir hier Seesoldaten zum Anfassen.“ Natürlich soll die Ausstellung auch Werbezwecken dienen.

Das Seebataillon, das sind fünf Kompanien, aufgeteilt in Marineinfanteristen, Minentaucher, Boardingsoldaten (2 Kompanien) und Aufklärungskräfte. Die Soldaten sind größtenteils in der Preußerkaserne stationiert und decken ein breites Aufgabenspektrum ab: Die Minentaucher räumen Kampfmittel an Land und im Wasser, die Küsteneinsatzkompanie sichert Häfen oder Strände, die Aufklärungskompanie sucht mit ihren Unterwasser- und Flugdrohnen Küstenabschnitte ab und setzt Scharfschützen zur Aufklärung ein. Die Soldaten der Bordeinsatzkompanien durchsuchen verdächtige Schiffe oder schützen Schiffe vor terroristischen Bedrohungen. Die Zahl der Soldaten soll bis zum Jahr 2020 von 800 auf 1250 aufgestockt werden. 50 Soldaten sind zurzeit ständig in Einsätzen wie Operation Sophia im Mittelmeer, Atalanta in Djibouti und Unifil auf Zypern. Zahlreiche Soldaten sind einzeln abgestellt in Afghanistan, im Kosovo oder auch in Mali.

Das Seebataillon ist wie gesagt beliebt bei den freiwillig Dienstleistenden – nur bei den Minentauchern gibt es aufgrund der hohen Anforderungen weiterhin einen hohen Bedarf an Nachwuchskräften. „Wir könnten jederzeit noch eine mittlere zweistellige Zahl aufnehmen“, sagt Flottillenadmiral Jan C. Kaack.

Die neue Dauerausstellung ist Teil der Attraktivitätsagenda der Bundeswehr und wurde federführend von Kapitänleutnant Stefanie Gößing organisiert. Sie ist der Öffentlichkeit zugänglich, allerdings nur nach Anmeldung unter der E-Mail-Adresse meerlandmarine@ bundeswehr.org. Gruppenweise werden die angemeldeten Teilnehmer dienstags und donnerstags um 13 Uhr durch die Ausstellung geführt.

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