zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 00:52 Uhr

Sechs Monate Bewährung für 29-Jährigen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Schädel-Hirn-Trauma und Schnittwunden im Gesicht waren das Ergebnis einer Rangelei in einer Kneipe im Hafengebiet. Die genauen Umstände der Tat ließen sich gestern vor dem Amtsgericht Eckernförde jedoch weder durch die Aussage des Angeklagten noch des Geschädigten ermitteln.

Vorgeworfen wird einem 29-jährigen Maler und Lackierer, am 30. Juni 2013 einem zum Tatzeitpunkt 44-Jährigen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und danach ein Glas in die Richtung des Betroffenen geworfen zu haben. Der Angeklagte hatte die Tat bei der Polizei eingeräumt und erwähnte immer wieder, dass er nicht mit den Schlägen angefangen habe. Er sagte aus, dass er sich an der Bar ein Getränk holen wollte und dort mit einem Freund ins Gespräch kam. Dabei seien ein paar ausländerfeindliche Äußerungen gefallen, die laut dem Angeklagten „nur Spaß“ waren. Der Geschädigte habe sich dann eingemischt und einen Gegenstand nach dem 29-Jährigen geworfen. Dieser griff daraufhin „aus Reflex“ nach einem Glas und warf es nach dem Mann. „Vorher habe ich noch versucht, ihn zu beruhigen“, sagt er. Für die Verletzung habe er sich entschuldigt, doch der Betroffene habe dies nicht angenommen.

Laut weiteren Zeugenaussagen hat der 45-jährige Einrichter im Gesicht geblutet. Die Kneipe sei nach dem Vorfall sofort geschlossen worden. Einen Streit habe es laut einer Kneipenmitarbeiterin nicht gegeben. Sie habe plötzlich aus dem Augenwinkel gesehen, dass der Betroffene eine Ohrfeige bekam und ihm danach ein „Glas durch das Gesicht gezogen wurde“.

Der Betroffene selbst kann sich nur noch vage an den Tathergang erinnern. „Ich habe hinter mir eine Rangelei bemerkt, drehte mich um und bekam sofort ein Glas ins Gesicht“, sagt er. Anschließend sei er in sich zusammengesackt und erst im Krankenwagen wieder aufgewacht. Dass er mit einem Gegenstand geworfen haben soll, kann er sich nicht vorstellen. „Es ist nicht meine Art, mit etwas zu werfen“, erklärt er. „Ich bin groß und stark und kann mich so wehren.“

Wegen der Schwere der Körperverletzung wurde der Angeklagte am Ende zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. „Das Glas hätte auch das Auge treffen können“, begründete der Richter die Entscheidung.

zur Startseite

von
erstellt am 14.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen