Galerie Carlshöhe : Sechs Künstler und ihre Standorte

Ausstellung setzt Malerei, Fotografie und Bildhauerei in Beziehung.

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14. März 2013, 07:39 Uhr

Eckernförde | Spitz wie die Stoßzähne eines Elefanten ragen weiße Keramiken auf einem Tisch in die Höhe. Die ovalen, gleichmäßigen Löcher darin sind die letzten Spuren des verwendeten Rohmaterials: Ziegelsteine. Ähnlich längliche Formen zeigen die Radierungen, die gleich daneben an der Wand hängen: Schwarz wie Schatten auf weißem Hintergrund präsentieren sie sich dem Betrachter.

In der Ausstellung "Standorte - Out of Location" in der Galerie Carlshöhe wimmelt es von solchen Bezügen. In diesem Fall handelt es sich um die Keramiken von Susanne Kallenbach aus Felde und die Radierungen der Kielerin Birgit Brab. Insgesamt fünf Künstler aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg hat die Eckernförderin Anna Brunner-Mocka für die Schau gewonnen. Die sechste im Bunde ist sie selbst. Erstmals zeigen damit auswärtige Kunstschaffende ihre Werke auf der Carlshöhe. Ihre Disziplinen reichen von Fotografie über Bildhauerei bis zur Malerei, ihre Motive von Landschaften über Menschen bis hin zu abstrakten Formen.

"Das interessante ist, dass sich die Bezüge erst vor Ort finden", sagt Anna Brunner-Mocka. Und so nahmen sich die Künstler sehr viel Zeit für den Aufbau, um ihre Erzeugnisse nach formalen und inhaltlichen Aspekten zu gruppieren und in Beziehung zu setzen. "Wir schauen, was zum Beispiel die Fotografin Julia Ackermann macht und wie das in Beziehung zu den Werken von Sybille Voigt-Nennecke steht", erklärt Brunner-Mocka. Und Sybille Voigt-Nennecke, die schillernde Farbeindrücke mit Ölpastellkreide zu Papier bringt, meint: "Die Ausstellung ist selber ein Kunstwerk."

Parallel präsentiert sich in einem Raum auch ein Neumitglied des Vereins "Natur und Kultur Carlshöhe". Der 66-jährige Peter Harry Benzner aus Molfsee arbeitet mit Fotomalerei am Computer. Teils verfremdet er mit dieser Technik reale Fotos zu Gemälden, teils erstellt er seine Motive komplett am Rechner.

Einen interessanten Bezug zum Ausstellungsort, dem ehemaligen Kasernengelände, stellt übrigens Susanne Kallenbach aus Felde mit ihren Backstein-Keramiken her: Die Backsteine seien für sie die Metapher eines in die Norm gezwungenen Individuums, wie etwa beim Militär. Und so erschließt sich der Name der Ausstellung "Standorte - Out of Location". Es geht um den Standort der Ausstellung, um die Standorte der Werke in der Ausstellung und um die künstlerischen Standorte der Beteiligten.

Und wenn am Ende das Publikum ausbleibt? - "Kein Problem", sagt Bildhauer Johannes Caspersen aus Flensburg. Seine hölzernen Figuren, die sich überall zwischen Fotografien und Malereien tummeln, seien schon die Besucher, meint er lachend.

Offizielle Eröffnung der Ausstellung mit Vorstellung der Künstler ist am Sonntag, 17. März um 15 Uhr. Sie ist ab sofort bis zum 14. April zu sehen mittwochs von 15 bis 18 Uhr und sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Eintritt frei.

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