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Ortstermin : Schwierige Suche nach einer Lösung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

260 Unterschriften bekunden das Unverständnis für die Herabstufung des Radwegs an der K 24 durch die Verkehrsbehörde des Kreises. Nach einer Ortsbegehung halten die Fachleute daran fest.

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erstellt am 02.Okt.2013 | 06:23 Uhr

Große Hoffnung hatten Bürgermeister Wilhelm Radbruch, der Bauausschussvorsitzende Karl-Heinz Lubahn und Mutter Andrea Schohl in den Ortstermin an der Alten Levensauer Hochbrücke gesetzt, zu dem sich Vertreter des Kreises und der Landeshauptstadt sowie des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV) angekündigt hatten. Dabei wurde gestern Vormittag eines deutlich: Den geforderten Ausbau des Geh- und Radweges (wir berichteten) wird es nicht geben.

Etwa 30 Schulkinder plus Berufstätige aus Neuwittenbek seien auf diese Verbindung über den Nord-Ostsee-Kanal angewiesen, machte der Bürgermeister eingangs deutlich. Die Anordnung der Verkehrsbehörde, dass der Weg neben der Straße nur noch für Fußgänger zu nutzen ist, sei mit Blick auf die Steigung, die Kurven und die Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht hinzunehmen, was die 260 gesammelten Unterschriften aus dem Ort belegten, so Radbruch weiter. Man wünsche sich eine verkehrssicherer Lösung. „Das soll kein Jahrhundertbauwerk werden, aber mit etwas Goodwill ist der Weg doch herzustellen und wieder freizugeben“, fügte Lubahn hinzu.

Gern würde man mit einem Provisorium helfen – beim Kanalausbau wird die Brücke ohnehin angefasst –, räumte Ingo Kreutzfeldt vom LBV ein. „Aber das ist nicht mit einfachen Mitteln getan.“ Der derzeitige Weg reiche schon von der Breite nicht für eine Nutzung von Radlern und Fußgängern aus, machte Uwe Carstensen vom Bürger- und Ordnungsamt Kiel deutlich. Nach der Straßenverkehrsordnung gehörten Radfahrer auf die Straße. Zur Gewöhnung an diese Neuerung hatte Günter Wischnewski vom Fachbereich Verkehr des Kreises das zulässige Tempo auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert, obwohl die Voraussetzungen dafür eigentlich nicht gegeben seien. Wischneswki: „Es ist nicht unüblich, dass Radfahrer auf der Straße fahren, auch außerorts.“ Der Vorschlag, die Straße über die Brücke als Fahrradstraße auszuweisen, lasse sich wegen der Lage außerhalb der Ortschaft ebenso wenig umsetzen wie die Anregung, motorisierten Verkehr nur in eine Richtung über die Brücke zuzulassen und in die Gegenrichtung über die B 76 zu leiten. „Das ist eine öffentlich gewidmete Kreisstraße, da kann man keine Verkehrsarten herausnehmen“, erklärte Wischnewski. Geprüft werden soll jedoch, ob die Markierung des Fahrbahnrandes weiter nach innen verlegt werden kann, damit Autos weiter in der Straße fahren und Radfahrer mehr Platz haben. Auch wird über eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde nachgedacht. Martin Kurowski vom Kreisbauamt appellierte unterdessen an die Autofahrer, Rücksicht auf die Radler zu nehmen.

„Wir werden als Gemeinde nicht ruhen und sie als Straßenbaulastträger in ihre Pflicht nehmen“, kündigte der Bürgermeister an. „Ich möchte keinen Druck aufbauen, aber bei 260 Unterschriften sind wir dazu verpflichtet.“

 

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