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Interview mit Seven : Schweizer Sänger mit buntem Album

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sänger Seven begeistert seine Fans mit Funk und Soul / Interview des Schweizers vor dem Kieler-Woche-Auftritt mit der EZ-Jugendredaktion

Auch dieses Jahr war Sänger „Seven“ wieder auf der RSH-Bühne an der Hörn zu Gast. Aufmerksamkeit erhielt der Schweizer, der mit bürgerlichen Namen Jan Dettwyler heißt, durch seine Teilnahme an der dritten Staffel „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ im letzten Jahr, wo er seine Musiker-Kollegen und auch die Fernsehzuschauer von sich überzeugte. Nun begeisterte der Sänger auf der Kieler Woche seine Fans mit Menge Funk und Soul.

Wieder in Kiel, wie findest du das?

Wir waren schon vor einem Jahr hier und finden es schön, dass wir wieder eingeladen wurden und auf der Bühne vor den vielen Fans spielen dürfen. Auch ist das Wetter dieses Mal besser, so macht Open Air schon Spaß. Das Einzigartige an dieser Bühne ist auch der Blick direkt auf das Wasser mit den Schiffen. In der Schweiz haben wir so etwas nicht.


Was verbindest du mit Norddeutschen?
Als wir das erste Mal vor einem Jahr so weit oben gespielt haben, wurde uns gesagt, dass das Publikum hier im Norden schwierig zu begeistern ist, das aber haben wir nicht so empfunden. Wir hatten auf Tour unter anderen auch in Flensburg gespielt und überall war das Publikum richtig toll, warmherzig, offen und schnell in Stimmung. Also können wir diesen Stereotypen nicht bestätigen und hoffen heute Abend so weiter machen zu können.


Dein neues Album erscheint Anfang Juli und heißt „4COLORS“. Was hat es mit den Farben auf sich?
Mein größtes Problem und gleichzeitig auch Glück ist, dass ich zu viel auf einmal möchte. Geduld ist leider keine Tugend, die mir zu Teil wurde. Und so sind vier „Haufen“ an Songs mit verschiedenen Sounds und Stimmungen entstanden, die ich auf keinen Fall unter einen Hut bekommen hätte. Ich packe meine Songs immer in Farben, das nennt man „Synästhesie“, und ich hatte diese vier Farben vor mir, aus denen vier kleine Alben wurden, die zusammen einen Long Player ergeben und so meine vier Welten von düster bis fröhlich bis hin zu abgehangen sexy und verspielt, vereint.

Und welche Welt war am schwersten zu schreiben?
Rot ist für mich R´n`B, Gelb eher soulig, abgehangen. Das sind Sachen, die ich schon immer gemacht habe und mir deshalb auch leichter fielen. Blau hingegen ist sehr melancholisch, düster und kalt. Hier wurde sehr elektronisch gearbeitet, was ich so noch nie gemacht habe. Bei der blauen Farbe war es am schwierigsten, mich zu trauen, das aus mir herauszukratzen. Wenn man sagt, man macht einen Prince-Tribut, dann ist ein bisschen Größenwahnsinn wohl mit dabei. Man sagt mir oft, ich bin beeinflusst von Prince. Das darf man auch hören. Doch solch eine Hommage ist noch einmal eine Hausnummer. Das wurde aber erst im Nachhinein schwer, als mich die Leute gefragt haben, ob ich das wirklich machen möchte.


Was war dein bisher schönster Moment auf der Bühne?
Gestern. Eigentlich war immer mein letztes Konzert mein schönster Moment. Wenn das mal nicht so ist, dann habe ich Mist gebaut. Denn jedes Konzert sollte besser sein als das letzte. Ich möchte immer einen Schritt vorwärts machen und an jedem Abend etwas aus der Interaktion mit dem Publikum für das nächste Konzert mitnehmen. Aus diesem Grund war das beste Konzert gestern, das möchte ich gerne immer sagen können.


Bist du denn immer noch aufgeregt vor deinen Auftritten, du spielst die ganze Zeit an deinem Ring herum?
Ich spiele immer an meinem Ring rum. Es ist ein Ehering muss ich da noch sagen, es ist kein Hula-Hoop-Ring oder so etwas. Aber ja, ich bin immer nervös bevor es auf die Bühne geht. Diese Nervosität ist auch ein Zeichen von Respekt, Es gibt viele Künstler, die die Chance nicht bekommen und nicht auf solch einer Bühne spielen dürfen. Wenn du nicht alles gibst und alles ziehen willst, um dich noch einen Tick zu verbessern, dann solltest du von der Bühne herunter. Wenn du nicht mehr nervös bist, solltest du dir etwas anderes suchen.

Hast du ein Ritual vor Auftritten?
Ich gebe immer meine klassische Ansprache und danach kommen wir alle zusammen, Hände in die Mitte und machen ein Geräusch, welches mit dem Ort zu tun hat, in dem wir gerade sind. Je blöder, desto besser, denn so können wir unsere Nervosität etwas heraus lassen.


Was ist deine größte Macke?
Wie immer Fluch und Segen zu gleich, bin ich Perfektionist und optimierungsgeil. Ich kann nichts unoptimiert lassen, was in meinem Beruf manchmal lästig ist, aber prinzipiell gut, denn so komme ich vorwärts. Aber im Privatleben bin ich auch mal nervig. Wenn ich zum Beispiel mit meiner Familie in den Europapark fahre, setze ich mich erst in ein Café und erstelle einen Plan, wann wir welche Bahn fahren müssen, um den Tag optimal ausnutzen zu können, das kann derbe nerven.


Vier Dinge, ohne die du das Haus morgens nicht verlassen würdest?
Das ist ziemliche einfach, erst einmal eine Hose und besonders wichtig Schuhe, der Rest ist nicht so wichtig, aber Schuhe müssen sein. Ansonsten mein Handy und Kopfhörer, dann bin ich eigentlich ausgerüstet. Aber dafür muss es natürlich auch warm draußen sein.  


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erstellt am 15.Jul.2017 | 06:01 Uhr

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