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Eckernförder Zeitung

20. August 2017 | 14:18 Uhr

Schwarzes Gold und grüne Pflege

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Öl in der Region steht offenbar so stark unter Druck, dass es nur angebohrt werden muss, um nach oben zu schießen und abgefüllt zu werden. Das sagt jedenfalls der Geologe und größte Anteilseigner der kleinen norwegischen Erdölfirma Central Anglia AS, Dr. Reinhard Gast. Er möchte das schwarze Gold zunächst in Groß Waabs aus rund 2000 Metern Tiefe fördern, es in Tanks auffangen und in die Heider Raffinerie verfrachten. Für das Millionenprojekt braucht er die Unterstützung solventer Partnerfirmen, die sich bei ihm einkaufen. So soll’s ganz vereinfacht ausgedrückt laufen. Fracking, so Gast, sei überhaupt kein Thema und auch viel zu teurer. Die Erlaubnis für das Feld Sterup in Mittelangeln (Central Anglia) haben Gast und seine Kompagnons bereits in der Tasche. Mal schauen, ob und wie das Projekt läuft. Die Region Schwansen-Eckernförde ist jedenfalls in heller Aufruhr. In jeder Gemeinde werden jetzt Resolution gegen die Erdölförderung und Anti-Fracking-Beschlüsse gefasst. In Eckernförde am nächsten Dienstag im Umweltausschuss, dann am 25. September in der Ratsversammlung.

Als Signal unerlässlich, auch wenn es kaum etwas nutzen dürfte. Aber die Reihen in der Region sind fest geschlossen

Die Pflege der Grünanlagen, Beete und Rabatten hat Eckernförde ein hohes Renommée eingebracht. Die blühende Stadt am Meer hat für Furore gesorgt, alle Einwohner und Besucher waren begeistert. Die Begeisterung hat sich ein wenig gelegt, weil es in den Beeten und an den Straßenrändern nicht mehr ganz so exklusiv und top-gepflegt aussieht vor zuvor. Das hat Gründe: zusätzliche Aufgaben für die Stadtgärtnerei wie das Baumkataster, neu hinzugekommene Pflegeflächen in neuen Wohn- und Gewerbegebieten, dazu der verheerende Orkan Christian im Oktober 2013 mit einer Unmenge an Aufräumarbeiten. Da kann schon mal was liegen bleiben.

Dennoch. Es ist ein Punkt erreicht, an dem die Grünpflege zum Politikum wird. Vier Parteien haben Diskussionsbedarf angemeldet, und auch in der Verwaltung wird wieder über die Pflege diskutiert.

Allen wird man es nie rechtmachen, aber es gibt Gesprächs- und Handlungsbedarf über den Umgang mit dem vielen Grün in der Stadt. Irgendwie auch ein Luxusproblem, aber eines, das gelöst werden will.

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erstellt am 29.Aug.2014 | 13:52 Uhr

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