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kampf um sauberes grundwasser : Schwansener WBV protestiert in Berlin

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Staatssekretär Florian Pronold (Umweltministerium), Sönke Rix (MdB/SPD ) und Dr. Johann Wadephul (MdB/CDU) sichern dem Wasserbeschaffungsverband Mittelschwansen Unterstützung im Kampf gegen Fracking zu. Die Fahrt ist nach Ansicht aller erfolgreich.

WAABS/BERLIN Wasser ist ein lebensnotwendiges Elixier – 35  000 Menschen leben im Bereich des Wasserbeschaffungsverbandes Mittelschwansen (WBV) und profitieren von sauberem Trinkwasser. Dieses ist nach Ansicht des WBV bedroht, da ein Konsortium im Erlaubnisfeld Waabs eine Aufsuchungserlaubnis für eine Förderung von Erdöl und -gas angemeldet hat. Die Frage, ob umwelttoxische Frackfluide in der unkonventionellen Erdgas- oder Erdölförderung das Grundwasser belasten, steht im Raum. Der WBV und seine Mitglieder haben bereits öffentlich dagegen protestiert. Allen voran der Verbandsvorsteher und Bürgermeister der Gemeinde Damp, Horst Böttcher, der seine Verbandsmitglieder und Bürger als Mitstreiter organisiert hat (wir berichteten). Diesen Protest trugen die Schwansener jetzt in Berlin vor.

Rechtzeitig, bevor sich das Bundesumweltministerium mit dem Gesetzesentwurf zum Thema Fracking beschäftigt, machten sich am Dienstag 29 Bürger auf den Weg nach Berlin, um mit dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesumweltministeriums Florian Pronold, sowie den Bundestagsabgeordneten Sönke Rix (SPD) und dem Dr. Johann Wadephul (CDU) zu erörtern.

Das geplante Fracking-Verbot der Bundesregierung weise große Lücken auf, dass es eher einem Flickwerk mit vielen Schlupflöchern ähnele, als Sicherheit zu geben. In sachlicher und offener Diskussion legte Staatssekretär Florian Pronold den momentanen Sachverhalt dar. Ein eindeutiges Fracking-Verbot sei zurzeit in Deutschland nicht möglich, da die Methode beispielsweise bei der Förderung von Heilwasser und bei privaten Bierbrunnen seit Jahren (so in Niedersachsen) zu gelassen sei. Dennoch sei es geplant, das Gesetz zum Schutz des öffentlichen Trinkwassers zu verschärfen.

Die Delegation, unter anderem bestehend aus Horst Böttcher, Hartmut Keinberger (Bürgermeister in Kosel), Fritz-Wilhelm Blaas (Bürgermeister in Barkelsby), Jens Kolls (Bürgermeister in Rieseby), Ulrike van Bargen (Bürgermeisterin in Thumby), Günther Wöhlk (Bürgermeister in Dörphof), Udo Steinacker (Bürgermeister in Waabs) und Sönke Greve (WBV-Verbandsmitglied), trug ihre Sorgen um die Trinkwasserversorgung in Mittelschwansen vor. Das Grundwasser ist durch zwei unterhalb der Ostsee liegende Tonschichten geschützt – diese Schutzschichten könnten durch die Fracking-Methode zerstört werden. Das Bemühen der norwegischen Firma Central Anglia A/S mit Sitz in Oslo und Angeln, eine Aufsuchungserlaubnis für Erdöl- und Erdgasbohrungen im Erlaubnisfeld Waabs zu bekommen, löse Angst und Befürchtungen in Bezug auf eine eventuelle Verschmutzung des Grundwassers aus, machte Böttcher deutlich.

Sowohl Staatssekretär Florian Pronold als auch Dr. Johann Wadephul und Sönke Rix sehen die Problematik und waren sich einig. Pronold: „Es ist gut und wichtig, dass Sie den Weg zum Gespräch gesucht haben, wir nehmen Ihre Bedenken ernst und werden sie mit einbinden. Gerade weil wir nicht alle Bereiche kennen, ist es wichtig, diese Informationen zu erhalten. Ganz klar ist zu sehen, Trinkwasserschutz ist oberstes Gebot. Nach meinem Verständnis ist das Gebiet, von dem Sie berichten, eindeutig Wasserschutzgebiet“. Dr. Johann Wadephul und Sönke Rix : „Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir versuchen alle Werkzeuge in Gang zu setzen, um Probebohrungen gesetzlich zu verhindern. Wir werden als Unterstützung zur Verfügung stehen.“

Im Verfahren zum Gesetzentwurf ist jetzt das Kabinett am Zug. Im parlamentarischen Verfahren steht nach der Fertigstellung eine entsprechenden Anhörung an. Auf dem Rückweg ist sich die Delegation sicher: „ Wir haben ein gutes Gefühl, werden weiter am Geschehen bleiben. Der Weg nach Berlin hat sich gelohnt. Das Gespräch war sehr offen, klar und deutlich. Man hat uns Ernst genommen“ , zieht Verbandsvorsteher Böttcher Bilanz.

Die Dringlichkeit des Problems wurde noch verstärkt durch das Bemühen von Eckhard Oehms, Vertreter der Firma Central Anglia, kurzfristig einen Gesprächstermin bei Verbandsvorsteher Böttcher zu erhalten, als dieser bereits in Berlin war. Einen Tag später, am Mittwoch, habe man sich dann am Wasserwerk getroffen, so Böttcher. Eine Annäherung der Positionen sei aber nicht erfolgt.

Auch jetzt noch haben Bürger die Möglichkeit, eine Resolution des WBV zum Thema Fracking zu unterzeichnen:
www.wbv-mittelschwansen.de. Rund 1100 Bürger haben dies bereits getan.

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