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NABU Nordschwansen-Kappeln : Schwansen und Vögel gehören zusammen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Jahresbilanz des Nabu-Nordschwansen-Kappeln fällt unterschiedlich aus. Der Kiebitz wird selten, die Zwergseeschwalbe ist ein Sorgenkind, erstmals ein Kranichpaar gesichtet.

Brodersby | Der Kiebitz ist selten geworden im Naturschutzgebiet Schwansener See. Er brütet gerne auf feuchten Wiesen mit kurzem Gras. „Kiebitze brauchen einen Ausblick“, weiß Karl-Christoph Jensen. Seien vor zehn Jahren noch rund 50 Brutpaare auf dem 240 Hektar großen Gebiet zu beobachten gewesen, seien es in diesem Jahr nur neun Paare gewesen, berichtet der Vorsitzende des NABU Nordschwansen-Kappeln. Die rund 30 Zentimeter großen Vögel aus der Familie der Regenpfeifer „haben überall in ihrer Gesamtzahl extrem abgenommen, so dass sie nur noch selten zu beobachten sind“, sagt Jensen. Die Ursache könne man zum einen in den harten Wintern vor einigen Jahren suchen, zum anderen in der intensiven Landwirtschaft. „Da können etliche Gründe eine Rolle spielen“, vermutet der 63-Jährige, der seit 2009 Vorsitzender des NABU-Ortsverbands ist.

Auch im Naturschutzgebiet Schwansener See, das Rückzugsraum für insgesamt 128 Brutvogelarten und rund 30 Gastvogelarten ist, geht die Saison langsam zuende. Zeit für den NABU, eine Bilanz dieses Jahres zu ziehen. „Die Zwergseeschwalbe und der Sandregenpfeifer sind unsere Sorgenkinder“, erzählt Karl-Christoph Jensen. Diese Vögel brüten auf dem zum Schutzgebiet gehörigen Strandabschnitt. Starke Oststürme zur Brutzeit hätten die ersten Gelege der vier Paare weggeschwemmt – die zweite Brut sei geringer ausgefallen, so Jensen. Außerdem bräuchten Zwergseeschwalben absoluten Ruhe. In diesem Zusammenhang wies er noch einmal auf den Leinenzwang für Hunde hin, da dieser immer wieder missachtet werde. In der zweiwöchigen Brutzeit sorgen Nachtwachen von Mitgliedern für den Schutz der Brut.

Erfolgreich war die Brut in dieser Saison bei den Flussseeschwalben und den Küstenseeschwalben, die auf den vier Brutflößen im südlichen Bereich des Sees brüten. 30 Paare habe man insgesamt gezählt. Sehr erfreut ist der Vorsitzende über das Erscheinen eines Kranichpaares. „Es hat zwar nicht bei uns gebrütet, wohl aber im Schwansener Raum“, vermutet er, da er im September die Kraniche mit Jungvogel beobachten konnte.

Gut entwickelt hat sich auch die Orchidee. Mittlerweile seien über 1000 Pflanzen auf den Wiesen. „Ein gutes Zeichen. Das zeigt, dass die Beweidung richtig ist“, sagt Jensen.Positiv ist auch die Entwicklung der Mitglieder des Verbandes. Mittlerweile engagieren sich 185 Naturfreunde im NABU-Nordschwansen-Kappeln (2009: 146).

Um auch der Öffentlichkeit die Natur im Schutzgebiet zu vermitteln, bietet der NABU Wanderungen unter der Leitung der Schutzgebietsreferentin, Diplom Biologin Angela Gries, an. Zwölf Wanderungen hat der NABU bisher in diesem Jahr angeboten – zwei stehen noch aus. Das Interesse sei da – durchschnittlich nähmen acht Personen (aus allen Altersklassen) teil, berichtet Jensen. Vorträge in der Helios Klinik Schönhagen über die heimische Vogelwelt, Beteiligungen an dem Pfingstvergnügen und am Strandfest in Schönhagen gehörten ebenso zur Öffentlichkeitsarbeit.

Schwansen und Vogelwelt gehören für Jensen zusammen. Windkraftanlagen (WKA) kann er sich in diesem Gebiet nur schwer vorstellen. „Wir haben hier zwei Zugtrassen für den Vogelzug, die Schlei und die Ostseeküste.“ Alle Zugvögel flögen in der Höhe der WKA. „Ich sage deutlich: Hier in Schwansen gehören Windkraftanlagen eigentlich nicht hin“, so der NABU-Vorsitzende. Die Ursache für den „Wildwuchs“ an WKA sieht er in der „Planlosigkeit der Politik“, die es versäumt habe, rechtzeitig und sinnvoll die Weichen zu stellen. Denn gleichwohl sei ihm bewusst, dass man nach Kompromissen suchen müsse.

Die nächsten Wanderungen

:

> Sonntag, 11. Oktober, „Graugänse am Schwansener See“, 9.30 Uhr, Tourismusinformation Schönhagen, Dauer zwei bis drei Stunden, Gebühr 5 Euro.

(Kinder bis zwölf Jahre frei)

Sonntag, 25. Oktober, Jahresabschlusswanderung, „Aufbruch der Zugvögel“, 9.30 Uhr, Tourismusinformation

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erstellt am 09.Okt.2015 | 06:38 Uhr

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