Eulen : Schwansen – ein Land für Waldohreule und Waldkauz

Huderndes Waldkauzweibchen mit Jungvogel und großem Mäusevorrat im Nistkasten.
1 von 3
Huderndes Waldkauzweibchen mit Jungvogel und großem Mäusevorrat im Nistkasten.

Dirk-Peter Meckel, stellvertretender Vorsitzender des Landesverband Eulenschutz, stellt den Landfrauen Schwansen die heimischen Eulen vor. Bei allen Eulen kam es zu Brutverlusten nach zwei Schneewintern.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
07. März 2014, 12:00 Uhr

Winnemark | Die meisten Eulen bekommen Besucher in Feld, Wald und Flur nicht zu sehen. Sie sind überwiegend Dämmerungs- und Nachtjäger, die optimal mit angepasstem Seh- und Hörsinn ausgestattet sind. Acht von zehn Eulenarten kommen in Schleswig-Holstein vor. Schwansen ist nach Ansicht von Eulenfachmann Dirk-Peter Meckel für seine Waldohreulen und Waldkauze bekannt, wie er bei einem Vortrag den Landfrauen Schwansen berichtete.

Meckel, seit 13 Jahren stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Eulenschutz, ist seit gut 30 Jahren positiv infiziert von den Eulen. Sein Schwerpunkt sind der Steinkauz und die Schleiereule, beides Vögel, deren Bestände durch Artenschutzprogramme gefördert werden. Der Steinkauz ist in Schwansen nicht anzutreffen. Er kommt vor allem in den Niederungen von Eider, Treene und Sorge vor. Zuletzt waren in den 60er und 70er Jahren zwei Brutpaare im Bereich der Ostseeküste bei Kappeln gemeldet worden, sie konnten aber schon lange nicht mehr bestätigt werden, so Meckel. Die Schleiereule hingegen komme vereinzelt auch in Schwansen vor. Im Jahr 2013 gab es vermutlich zwei Brutpaare, deren Brutplätze allerdings nicht bestätigt wurden. Sie zu fördern, sei sein Anliegen, wobei Schwansen nicht das typische Schleiereulen-Revier sei. Die etwa Taubengroße Eule mit fast einem Meter Flügelspannweite liebt eine offene, strukturreiche Landschaft, in der vor allem Dauergrünland und Pferdekoppeln anzutreffen sind. „Schleiereulen sind die erfahrensten Mäusejäger“, so Meckel. 1984 fing man mit der Auswilderung der nordeuropäischen (weißen) Schleiereule an, der Erfolg war gering, so der Eulenfachmann. Später wurde die Mitteleuropäische Schleiereule mit Erfolg ausgewildert, der Bestand stieg an. Von 2008 bis 2012 sank er allerdings wieder deutlich auf 122 Bruten mit 399 nachgewiesenen Jungeulen. Gründe lagen in den extrem langen Schneewinter, in denen die Kleinsäugegreifer schlicht weg verhungerten, weil ihre Jagdgebiete von Eis und Schnee bedeckt waren.

Häufig anzutreffen in Schwansen sind die Waldohreulen und die Waldkauze, die mit vielen Brutpaaren vertreten sind. Sie werden nicht statistisch erfasst, da sie nicht durch Artenschutzprogramme gefördert werden müssen, so Meckel. „Der Waldkauz ist gut angepasst und kommt auch gerne an Dorfrändern vor“. Dort findet er Schutz vor größeren Eulen. Diese nehmen nämlich nicht nur Krähen und andere Vögel als Beute, sondern auch kleinere Eulen.

Mit nur zwei bestätigten Brutpaaren in 2013 ist der Uhu, als größte Eule, in Schwansen ebenfalls wenig vertreten, ergänzte auf EZ-Nachfrage Karl-Heinz Reiser, zuständig für den Uhu. Er bestätigte Brutpaare bei Saxtorf und bei Missunde. Weitere Standorte sind auf Christianshöh und bei Altenhof. Insgesamt war 2013 ein schlechtes Jahr für den Uhu. Landesweit wurden nur 150 Brutpaare bestätigt, die nur 185 Jungvögel gegenüber 265 in 2012 aufzogen.

Generell gilt für die Eulen und Kauze, dass sie sich auf Veränderungen in der Naturlandschaft einstellen müssen. Große Bedeutung kommt dem Erhalt von Dauergrünland zu, auf dem Mäusebestände den Nahrungsbedarf der Eulen decken. Werden Flächen umgebrochen für den Anbau von Mais oder Raps, dann bedrohe das sofort den Bruterfolg der Eule, so Meckel. Auch das Angebot an natürlichen Nistplätzen werde geringer, alte Bäume mit Öffnungen, Nischen im Mauerwerk alter Gebäude, oder die Wahl der Gartenbäume spielten hier eine Rolle. Der Landesverband Eulenschutz betreut mit seinen rund 240 aktiven Mitgliedern (insgesamt gibt es 370 Mitglieder) rund 2500 Nisthilfen verschiedener Größen für die Eulen im Land. Angeschafft werden sie vor allem durch Spenden. Von den Mitgliedern werden sie ehrenamtlich betreut und kontrolliert.

Die Zusammenarbeit mit Landwirten sei recht gut, so Meckel, hielten die Vögel doch die Bestände an Mäusen und Ratten kurz. Mit dem Angebot eigener Nisthilfen, die sicher vor Marder und Wiesel sein müssen, könnte der Bestand gefördert werden. Hinsichtlich der Schleiereule wäre es hilfreich, Sichtmeldungen zu bekommen, um mögliche Brutplätze zu erfassen und sie zu schützen, so Meckel.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen