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Ballett : Schwanensee – anmutig, süß und hip

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Über 100 Schüler des Tanzstudios Michèle Bömer präsentierten in der ausverkauften Stadthalle das Ballett Schwanensee

Eckernförde | Wer glaubt, dass das klassische Ballett Schwanensee nur für großes Ballett geeignet ist, der wurde am Wochenende eines Besseren belehrt. Über 100 Tänzerinnen und zwei Tänzer des Tanzstudios Michèle Bömer präsentierten in zwei ausverkauften Vorstellungen in der Stadthalle eine überaus sehenswerte Aufführung des Balletts. Nach der Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski hatte Michèle Bömer für ihre Schüler eine altersgerechte Choreographie entworfen, die auch vor modernen Elementen nicht zurückschreckte.

Wunderbar anzuschauen war Linn Bäder als Prinzessin Odette, die mithilfe einer Feder vom bösen Zauberer Rotbart in einen weißen Schwan verwandelt wird. Sie erhob sich mühelos auf die Fußspitzen (Relevé), tanzte grazil und anmutig und gab den Zuschauern einen Einblick in die Kunst des Balletts. Alle 884 Zuschauer zeigten sich wahrlich beeindruckt von ihrem Tanz. Wirklich bedrohlich stellte Neele Schulz den Zauberer Rotbart am Ende des zweiten Akts dar, als er Prinzessin Odette wegstößt und plötzlich den schwarzen Schwan Odile (Michelle Neumann) präsentiert.

„Wie süß“ war vielfach von den stolzen Müttern, Großmüttern und Tanten zu hören, als die kleinen Blumenkinder auftraten, um dem Prinzen die Geburtstagsrosen zu überreichen. Ihr Reigentanz war allerliebst anzuschauen. Überaus niedlich in ihren Tutus anzuschauen waren die kleinen Schwäne, die sich gemeinsam mit den großen im Wasser tummelten.

Dass klassisches Ballett und moderner HipHop sich nicht unbedingt ausschließen müssen, bewies die fetzige Einlage im zweiten Akt zum Geburtstag des Prinzen Siegfried (Fynn Rosenberg). Der hatte vorher von seiner Mutter, der Königin (Jette Summek) eine Armbrust für die Jagd geschenkt bekommen. Gekonnt setzten die Kampftänzerinnen vier lange Stöcke ein, die sie auch in ihren Tanz integrierten. Überaus beweglich zeigten sie akrobatische Einlagen und setzten die Kampfstöcke als Rhythmusinstrumente ein. Die Choreographie für diese Einlage stammt von Marie Loges.

Eindrucksvoll auch das Breakdance-Solo von Fynn Rosenberg, der den Prinzen tanzte. Die Einstudierung der Breakdance-Elemente stammt von Mustafa van den Bergh.

Zu einer großen Geburtstagsfeier im Schloss hat die Königin viele Edelleute aus verschiedenen Ländern eingeladen. Unter ihnen befinden sich auch drei vornehme Frauen aus Spanien, Italien und Ungarn samt Gefolgschaft – die Königin hofft, dass der Prinz eine von ihnen endlich zur Frau wählt. Aber der ist fasziniert vom schwarzen Schwan Odile, den der Zauberer Rotbart auf das Fest bringt. Prinz Siegfried glaubt in ihm die Prinzessin Odette zu erkennen und verliebt sich ihn ihn. So sehr, dass er Odette ewige Liebe schwört – in dem Moment zeigen Rotbart und Odile ihr wirkliches Gesicht. Es kommt zum Kampf zwischen dem Prinzen und dem Zauberer im Wald, wo sich auch der Schwanensee befindet. Der Zauberer zieht alle Schwäne, große und kleine, mit in seine böse Welt. Alles scheint verloren, bis Prinz Siegfried die Feder findet, mit der der Zauberer Rotbart zu Beginn die Prinzessin Odette in einen weißen Schwan verwandelt hat. Am Ende siegt die Kraft der Liebe – aus dem Schwanensee steigt die Prinzessin Odette hervor.

Das Bühnenbild (von Philipp und Michèle Bömer) und die Lichttechnik (Jan-Henning Heycke) versetzten die Zuschauer gekonnt in den Wald, ins Schloss, an den Schwanensee. Die Kostüme stammen von Michèle Bömer, Raija Dowers, Melanie Sommer-Sievert, Jana Meyer, Linn Bäder, Heidi Hüls und Ramona Gläser-Stahlberg.

 

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erstellt am 14.Mär.2016 | 06:32 Uhr

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